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2:1 in Lanzendorf – TSV macht Aufstieg perfekt

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Es ist vollbracht. Die Tage in den Niederungen des Amateurfußballs sind gezählt. Mit einem rundum überzeugenden 2:1-Erfolg machte der TSV Bad Berneck den Aufstieg in die Kreisklasse perfekt. Dass dies beim selbst ambitionierten Nachbarrivalen SV Lanzendorf gelang, versüßt den Erfolg noch einmal zusätzlich. Und auch der Meistertitel in der A-Klasse IX sollte nur noch Formsache sein. Da auch Hauptverfolger ATS Wartenfels daneben gelangt hatte – er kam in Cottenau nicht über ein 2:2 hinaus –, genügt den Schützlingen von Klaus Harreis in den verbleibenden zwei Spielen gegen Ködnitz und Schwarzach ein einziges Pünktchen.

 

Das gab es kostenlos obendrein: Sektdusche für Erfolgscoach Klaus Harreis.

Daran aber dachte am Sonntagnachmittag niemand. Das Hauptziel war unter Dach und Fach. Nach Abpfiff des souveränen Schiedsrichters Bauer aus Oberlangenstadt kannte der Jubel unter den knapp 100 mitgereisten Fans aus der Kurstadt keine Grenzen. Es wurde getanzt, gesungen und gefeiert. Freilich bekam Spielertrainer Klaus Harreis die obligatorische Sektdusche verabreicht. Für ihn war es eine besondere Genugtuung. „Ausgerechnet hier in Lanzendorf… das ist grandios“, freute sich der TSV-Coach über diesen Triumph an alter Wirkungsstätte, die er vor zweieinhalb Jahren unfreiwillig hatte verlassen müssen. „Ich hoffe bloß, dass ich jetzt nicht entlassen werde“, scherzte der 40-Jährige und spielte damit auf seine Zeit beim TDC Lindau an. Auch die „Trimmer“ hatte Klaus Harreis in eine höhere Klasse geführt, um danach „abgesägt“ zu werden. In Bad Berneck wird ihm solch ein Schicksal nicht blühen, hier weiß man, was man an dem erfahrenen Spielertrainer hat, der nichts mehr schätzt als eine intakte Kameradschaft, eine Hierarchie in der Mannschaft und Disziplin auf dem Feld.

Auch gegen den Nachbarrivalen aus Lanzendorf hatte er seine Mannen erstklassig eingestellt. Denn die Vorstellung des TSV war eines Aufsteigers würdig: abgeklärt, engagiert, spielstark, effizient und diszipliniert. Der SV Lanzendorf, der beim zehnten Sieg des TSV in Folge nur selten über die Statistenrolle hinauskam, hingegen ließ diese Attribute weitgehend vermissen. Insbesondere in punkto Disziplin wurden die Schützlinge von Trainer Udo Thomala ihrem vorauseilenden Ruf wieder einmal gerecht. Letztlich war es Lanzendorfs Toptorjäger Franz Luthner, der seinen Mannen selbst den Zahn zog: Als er eine Schiedsrichterentscheidung in der 40. Minute mit dem Ausziehen und zu Boden werfen seines Trikots quittierte, blieb dem Unparteiischen keine andere Wahl, als ihn vom Platz zu stellen. Es war der Knackpunkt für den SVL, der danach kein Bein mehr auf den Boden bekam und sich seinem Schicksal ohne erkennbares Aufbäumen fügte.

„Ehrlich gesagt, ich dachte, dass hier die Luft brennt und wir uns warm anziehen müssen. Aber außer ein paar Einwürfen, Ecken und langen Bällen ist den Lanzendorfern ja gar nichts eingefallen“, war auch TSV-Kapitän Roland Münch überrascht von einem „weit-gehend leblosen“ Auftritt des Kontrahenten, der mit einem Sieg mit dem zweitplatzierten ATS Wartenfels hätte gleichziehen können.

Spieler und Fans in Feierlaune.

Anfänglich waren die Mannen um Kapitän Andre Russ – er stemmte sich neben Libero Pöhlmann als einziger erkennbar gegen die Niederlage – noch auf Augenhöhe, sie stellten sogar die überlegene Mannschaft. Allerdings: Keeper Christopher Uhlig war bei den Gefahr ausstrahlenden Standardsituationen stets Herr der Lage, er erwies sich als sicherer Rückhalt. Mit zunehmender Spieldauer bekam der TSV das Spiel immer besser in den Griff und startete nun seinerseits gefährliche Attacken. Wie in den Spielen zuvor auch liefen fast alles über Maximilian Völkl. Allerdings war SVL-Keeper zunächst auf dem Posten, hatte dann aber in der 31. Minute keine Chance. Einen zielgenauen Querpass von Maximilian Völkl brauchte der mitgelaufene Tobias Neukam nur noch über die Linie zu drücken.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt bestimmte der Gast das Geschehen, die Hausherren schienen geschockt und gingen mit dem Feldverweis gegen Luthner endgültig K.o.. Nach dem Pausentee kontrollierten die Bad Bernecker das Geschehen fast nach Belieben, ein Aufbäumen der Lanzendorfer war indes nicht erkennbar. Es dauerte aber bis zur 78. Minute, ehe Maximilian Völkl das erlösende 2:0 gelang. Mit dem Rücken zum gegnerischen Tor stehend, versetzte er zwei Gegenspieler und vollendet aus der Drehung mit dem linken Fuß. Dass Lanzendorf in der 88. Minute doch noch zum Anschlusstreffer kam, war eher einer Unachtsamkeit der TSV-Defensive geschuldet als dass er einer durchdachten Angriffsaktion entsprungen wäre. Florian Becke war Nutznießer und sorgte damit für eine leichte Ergebniskorrektur. Dem Jubel im TSV-Lager tat dies aber keinen Abbruch.

Fazit: Hochverdient entführte der TSV die Punkte aus Lanzendorf, er siegte mit eben diesen Tugenden, die er schon die ganze Saison über an den Tag gelegt hatte. Die Bad Bernecker überzeugten mit großer Geschlossenheit, wobei Stefan Schmidt sowie die beiden Manndecker Timo Neukam und Daniel Resch noch besonders hervorzuheben waren. Sie ließen der gegnerischen Offensive kaum einen Stich.

 


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