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“Der Kampf geht weiter”
Auch wenn so mancher Politiker das Projekt Fichtelgebirgsautobahn verbal schon beerdigt hatte, allen voran Bayerns Innenminister Joachim Hermann, so Recht glauben mag man in unserer Region daran nicht. Insbesondere die viel zitierte Variante Z, eine Neutrassierung der B303 ab Bischofsgrün zur Autobahn A9, ist noch nicht vom Tisch, wie auch jüngst bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie zu vernehmen war. Sollte diese rund zehn Kilometer lange Trasse irgendwann tatsächlich realisiert werden, so hätte dies massive Folgen für Mensch und Natur in unserer Region. Dementsprechend groß war der Zuspruch bei der Kundgebung in Wülfersreuth am vergangenen Sonntag, die die Bürgerinitiative gegen eine Fichtelgebirgsautobahn Gefrees und Umgebung – kurz BiG –initiiert hatte. Rund 350 Besucher und alle Redner machten deutlich: Der Widerstand gegen eine wie auch immer geartete Fichtelgebirgsautobahn ist ungebrochen.

Der Widerstand ist ungebrochen: 350 Besucher in Wülfersreuth, darunter auch zahlreiche Bad Bernecker, demonstrierten gegen einen Aus– oder Neubau der B303.
Bei der Begrüßung der Besucher am Wülfersreuther Feuerwehrhaus brachte der Gefreeser Bürgermeister Harald Schlegel – er ist auch einer der vier BiG-Vorsitzenden – seine Freude über die Teilnahme der Bischofsgrüner BI B303 zum Ausdruck, da ein gemeinsames Vorgehen mit Sicherheit mehr Erfolg verspreche. Bischofsgrüns Bürgermeister Stephan Unglaub betonte, dass die nunmehr gezeigten Vorstellungen der neuen Trassen schwerwiegende Eingriffe in die Landschaft um Bischofsgrün vorsähen, die auf keinen Fall zu akzeptieren seien. Der Gemeinderat Bischofsgrün hatte kürzlich eine entsprechende Resolution verabschiedet, die Unglaub auch verlas.
„Fremdenverkehr statt Transitverkehr“ lautete die vom Hauptvorsitzenden des Fichtelgebirgsvereins Peter Hottaß ausgegebene Parole. Helmut Korn, Kreisvorsitzender des BN Bayreuth, stellte nochmals die ablehnende Haltung seiner Organisation heraus und sicherte der BiG seine volle Unterstützung im Kampf gegen „dieses unsinnige Straßenbauprojekt“ zu. In kurzen Worten schilderte Gunter Zeißler von der BI B303 Bischofsgrün die Ziele seiner Mitstreiter, die sich mit denen der BiG voll deckten. Als Stellvertreter von Landrat Hermann Hübner verlas der Goldkronacher Ex-Bürgermeister Günther Hoppert dessen Schreiben, in dem er, Hübner, sich gegen jegliche Neutrassierung aussprach. Was von allen Anwesenden mit sicht- und hörbarer Freude zur Kenntnis genommen wurde.
Der Unterstützung des Bundes Naturschutz Bayern könne sich das Fichtelgebirge im Kampf gegen eine Fichtelgebirgsautobahn auch sicher sein, sagte Professor Hubert Weiger, der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz. Im Fichtelgebirge herrsche Einigkeit in einem zentralen Punkt: Es brauche keine neue Trasse. „Raus mit den Planungen aus dem Bundesverkehrswegeplan“, richtete er deshalb als Forderung an die Politik. Auch damit Bauämter nicht weiter Planungen für die Schublade erstellten. „Es darf nicht sein, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt“. Mit diesen Worten erinnerte Weiger daran, dass im Januar 2009 Minister Herrmann das Aus für eine neue Trasse verkündet hatte, während inzwischen neue Varianten der sogenannten Z-Trasse aufgetaucht seien. An die Politik richtete er die Forderung „Entfernung dieser Straße aus dem Bundesverkehrswegeplan“, um „für dieses unsinnige Projekt“ nicht noch mehr Gelder mit Planung und Gutachten zu verschleudern.
Mehr dazu in der Ausgabe 26/10 des Stadtanzeigers.




















