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Aufbruchstimmung bei den Touristikern

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Wie schnell sich doch die Stimmung wandeln kann. Hätte man den Fremdenverkehr in Bad Berneck kürzlich noch mit „dar-niederliegend“ und die hiesigen Vermieter mit „frustriert“ am treffendsten umschrieben, so ist mit dem neuen Jahr eine Art Aufbruchsstimmung eingekehrt. Das zumindest sagen die, die mithelfen wollen, den bedeutendsten und zukunftsträchtigsten Wirtschaftsfaktor unserer Stadt wieder auf die Beine zu bringen.

Kai Seißer an seinem Arbeitsplatz an der Rezeption der Lindenmühle. Er ist der Sprecher des neu gegründeten Arbeitskreises Tourismus.

Neben zweitem Bürgermeister Alexander Popp ist dies beispielsweise auch Kai Seißer. Der 40-jährige Mit-Ge-schäftsführer der Lindenmühle ist Sprecher des neu gegründeten Arbeitskreises Tourismus, den man durchaus als Nachfolger des vor vier Jahren aufgelösten Fremdenverkehrsvereins verstehen darf. Anders als sein Vorgänger aber ist der Arbeitskreis kein Verein, sondern wird zunächst als Sparte des hiesigen Gewerbevereins geführt. Kai Seißer spricht von einer „Win-Win-Situation“. Die Mitglieder des Arbeitskreises profitierten von den bereits vorhandenen Strukturen eines mittlerweile renommierten Vereins und seines Dachverbandes, der Gewerbeverein selbst wird damit weiter gestärkt – nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ. Schließlich erfreut sich der Verein um Vorsitzende Franziska Martin-Werner trotz seines enormen Engagements nicht gerade regen Zuspruchs.

Sie ist das neue, sympathische Gesicht der Tourist-Information in Bad Berneck und sozusagen die Speerspitze von Peter Hübsch, dem externen Tourismus-Berater unserer Stadt. Claudia Trautmann, 34 Jahre alt, diplomierte Betriebswirtin mit Fachrichtung Tourismus und seit 2003 wohnhaft in Bad Berneck, soll die von Peter Hübsch und dem Arbeitskreis Tourismus erstellten Konzepte umsetzen. Zuletzt arbeitete sie in der Tourist-Information in Waischenfeld. Seit dem neuen Jahr ist die gebürtige Eckersdorferin nun in Bad Berneck tätig, 20 Stunden in der Woche. Bislang ist sie recht angetan von ihrem neuen Arbeitsplatz, ist beeindruckt von der „deutlich wahrnehmbaren Aufbruchsstimmung“, die unter hiesigen Gastronomen und Vermietern herrsche. Ihrer Arbeit liegt eine „Roadmap“ zu Grunde, also eine Art Maßnahmenkatalog, an deren Ende eine deutliche Steigerung der Gästezahlen stehen soll. Diese Liste will sie nach und nach abarbeiten, sofern es das Tagesgeschäft in der TI zulässt. Dort finden sich Maßnahmen wie die Umgestaltung der Tourist-Information, der Relaunch des Internet-Auftritts oder die Organisation der großen, städtischen Veranstaltungen.

Zudem seien im neuen Arbeitskreis Tourismus nicht nur Vermieter und Gastronomen engagiert, sondern „alle, die in Bad Berneck mit und vom Tourismus leben“, betont Kai Seißer. Und dazu gehören nun einmal auch viele Gewerbetreibende. Das habe man bei den bislang stattgefundenen Treffen gemerkt. Die waren nicht nur gut besucht, sondern auch mit Vertretern unterschiedlichster Branchen besetzt. Was natürlich ein weiteres Argument für die Integration im Gewerbeverein ist. „Wir wollen auch, dass die Geschäftsleute in Tourismusfragen mitreden.“ Insbesondere die Gesundheitsanbieter bilden eine starke Lobby. Nicht von ungefähr ist Kneipp-Bademeisterin Johanna Enache-Wigger zur stellvertretenden Sprecherin bestimmt worden.

Gravierendste Neuerung aber ist das veränderte Verhältnis zur Stadt bzw. zur Kur und Tourismus GmbH. Während früher jeder sein eigenes Süppchen kochte und man nicht selten eher gegeneinander als miteinander arbeitete, zieht man laut Alexander Popp – er war einer der Urheber des Arbeitskreises – bislang fest an einem Strang. Und das auch noch in eine Richtung. Laut Kai Seißer hat das angespannte Verhältnis zwischen vielen Vermietern und dem ehemaligen, zum Ende des letzten Jahres ausgeschiedenen GmbH-Ge-schäftsführer Oskar Lochner ein Vorankommen in Tourismusfragen gebremst. Mit anderem Personal und neuer Ausrichtung, die wesentlich mehr Eigeninitiative von den Vermietern und Gewerbetreibenden verlangt, im Gegensatz dazu aber auch mehr Mitspracherecht einräumt, wurde der Weg nun geebnet. Das „An einem Strang ziehen“ ist gleichsam ein erstes Indiz wie auch der Motor für einen erfolgreichen Neubeginn.

MEHR DAZU IN DER AUSGABE 03/10 DES STADTANZEIGERS


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