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Bau der Linksabbiegespur nach Escherlich könnte sich verzögern

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Im Frühjahr schien alles gut zu werden und der schon einige Jahre andauernde Kampf der Escherlicher Eltern um eine Verbesserung der Verkehrssicherheit schien Erfolg gebracht zu haben. Denn die zuständigen Behörden, wie Landratsamt, Straßenbauamt, Polizei und OVF sagten zu, dass die Escherlicher Schulbushaltestelle umgebaut und damit sicherer werden soll. „Mit dem Bau einer Linksabbiegespur bei Escherlich soll demnächst begonnen werden“, meldete das Landratsamt dann noch im Juni. Als Voraussetzung wurde nur genannt, dass die Verhandlungen mit den Grundeigentümern erfolgreich abgewickelt werden können. Doch inzwischen ist der Baubeginn infrage gestellt. Der konkrete Grund: Genau die erwähnten Grundstücksverhandlungen sind derzeit ins Stocken geraten.

Die Abzweigung Escherlich aus Richtung Bischofsgrün. Hier soll es künftig eine Linksabbiegespur geben.

Die Abzweigung Escherlich aus Richtung Bischofsgrün. Hier soll es künftig eine Linksabbiegespur geben.

Auslöser für den geplanten Umbau der B303 bei den Behörden war letztlich der tödlichen Unfall an der Bushaltestelle Blumenau an der B2 im Jahr 2012 gewesen. Danach waren auch Verbesserungen der Verkehrssicherheit für die Haltestelle Escherlich zugesagt worden. Dabei sollte die derzeitige Verkehrssituation entschärft werden, so dass die Schüler bei starkem Verkehr die unbeleuchtete Bundesstraße nicht mehr queren müssen, um zur Bushaltestelle zu gelangen. Das Straßenbauamt sicherte auch zu, den geplanten Umbau des Bereichs „im Interesse der Escherlicher Bürger“ vorzuziehen und schon für dieses Jahr einzuplanen.
Doch hätte eine zeitnahe Umsetzung der angekündigten Maßnahme reibungslose Grundstücksverhandlungen vorausgesetzt. Allerdings zeigen sich nicht alle Grundstückseigentümer mit dem durch das Straßenbauamt gebotenem Grundstückspreis und mit dem Ausmaß des Grundstücksbedarfs einverstanden. Unter anderem war einem Eigentümer nach Rückfrage beim Bauernverband ein mehr als doppelt so hoher Grundstückspreis wie der, den das Straßenbauamt zu zahlen bereit ist, empfohlen worden. „Die haben ihre Vorgaben“, sagt der gleiche Eigentümer, der namentlich nicht erscheinen möchte. Allerdings sei er für den gebotenen Preis eben nicht bereit, seinen Grund abzugeben.
Das Staatliche Bauamt bestätigte auf Anfrage des Stadtanzeigers die geschilderte Situation. „Das Staatliche Bauamt Bayreuth hat sich im vergangenen Jahr auf dringenden Wunsch der Escherlicher Elternvertreter bereit erklärt, die geplante Linksabbiegespur in der B303 an der Einmündung der Föllmarstraße vorzeitig zu realisieren, um in diesem Zuge an den Bushaltestellen eine Querungshilfe zur Verbesserung der Schulwegsicherheit anlegen zu können. Die dazu notwendigen planerischen Vorleistungen sind abgeschlossen, die Maßnahme könnte wie geplant in diesem Jahr begonnen und umgesetzt werden. Jedoch ist es bislang trotz intensiver Verhandlungen mit den betroffenen Grundstückseigentümern nicht gelungen die erforderlichen Grundstücksflächen zu erwerben. Eine Ausschreibung der Bauleistungen kann damit zurzeit nicht erfolgen. Mehrere Grundstückseigentümer sind nicht bereit, für den Erwerb den ortsüblichen Grundstückspreis zu akzeptieren. Vielmehr liegen die Preisvorstellungen beim Vielfachen der ortsüblichen Höhe. Ein Erwerb zu diesen Bedingungen ist nicht darstellbar“, erklärt das Straßenbauamt.
Das Straßenbauamt geht in seiner Stellungnahme auch auf die Konsequenzen ein: „Sollte der freihändige Erwerb nicht möglich sein, wäre alternativ die Durchführung eines formellen Verfahrens zur Erlangung des Baurechtes notwendig.“ Zumindest, falls dies die Stadt Bad Berneck wünsche. Das würde jedoch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, sodass eine Umsetzung der Maßnahme noch in diesem Jahr dann sicher ausscheiden würde.
„Wir haben die Stadt Bad Berneck gebeten, den Grunderwerb tatkräftig zu unterstützen“, so das Straßenbauamt weiter.
Das bestätigt auch Bürgermeister Jürgen Zinnert, der nun also die Aufgabe hat, mit den Grundeigentümern Gespräche zu führen. In der Hoffnung, dass bis Mitte des Monats Einigung erzielt werden kann.

Harald Judas


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