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Bushaltestellen: Neubau und Modifizierung bevorzugt

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Vieles blieb noch offen. Dennoch konnten Bürgermeister und Stadträte aus der dreistündigen Bürgerbeteiligung ein wichtiges Meinungsbild für ihr weiteres Vorgehen mit nach Hause nehmen – ebenso die lebhaft mitdiskutierenden Bürger. Sachstand und Lösungsvorschläge zur Verkehrssicherheit hießen die Themen, zu denen 1. Bürgermeister Jürgen Zinnert eingeladen hatte. Die Zahl von knapp 80 Erwachsenen und Jugendlichen im vollbesetzten Jean-Paul-Saal des Hotels Lindenmühle zeigte, wie stark das Thema Verkehrssicherheit die Bad Bernecker nach dem tragischen Unfalltod

Die Wiese im Vordergrund wäre bei Umsetzung des Vorschlags seitens des Straßenbauamtes Teil der Escherlicher Wendeplatte. Zum Niveau der B303, am linken Bildrand oben, muss dazu im ansteigenden Gelände ein Höhenunterschied von 1,5 Metern nivelliert werden, was eine Stützmauer zum Hangabschluss erfordert. Grund: Der 15 Meter lange Linienbus saß an der Abzweigung Föllmarstraße beim Ortstermin stellenweise auf. Sein Wenderadius beträgt 13,5 Meter.

Die Wiese im Vordergrund wäre bei Umsetzung des Vorschlags seitens des Straßenbauamtes Teil der Escherlicher Wendeplatte. Zum Niveau der B303, am linken Bildrand oben, muss dazu im ansteigenden Gelände ein Höhenunterschied von 1,5 Metern nivelliert werden, was eine Stützmauer zum Hangabschluss erfordert. Grund: Der 15 Meter lange Linienbus saß an der Abzweigung Föllmarstraße beim Ortstermin stellenweise auf. Sein Wenderadius beträgt 13,5 Meter.

des zehnjährigen Janek, Ende Oktober 2012 am Geseeser Berg, unverändert bewegt.

 

Die Situation in Escherlich

Durch die Elterninitiative um Rainer Hereth stand das Thema in Escherlich bereits früher auf der Tagesordnung. Eine erste Grobschätzung für die Rückverlegung der Haltestelle weg von der B303 auf ein angrenzendes Wiesengrundstück am Ortseingang bezifferte die reinen Baukosten auf rund 20.000 Euro. „Da waren wir alle gemeinsam noch ziemlich blauäugig“, so Jürgen Zinnert. Ab Januar 2012 erfolgten Beratungen mit den drei Fachbehörden Straßenbauamt Bayreuth (StBA), Landratsamt, Polizei sowie Planungsingenieuren. Für den StBA-Vorschlag einer Wendeplatte stehen jetzt geschätzte Gesamtkosten von 200.000 bis 250.000 Euro im Raum.

Große Vorteile dieser Lösung: rasch mögliche Umsetzung bei relativ hoher Förderquote der reinen Baukosten. Gravierende Nachteile: keine Längskante, wie an Haltestellen üblich. Die Fahrgäste müssten auf der Fahrbahn der Wendeplatte ein- und aussteigen. Außerdem ist keine Behinderten gerechte Lösung möglich. Ingenieur Jochen Martin vom Planungsbüro SRP, Kronach, wies darauf hin, dass alle anderen bisher denkbaren Varianten auf der Escherlicher Straßenseite daran scheitern, dass der Busfahrer vor Abfahrt in Richtung Busbahnhof aufgrund des unzureichenden Blickwinkels den von Bischofsgrün kommenden Verkehr nicht vollständig sehen kann. Dieses K.O-Kriterium erfüllt nur die Wendeplatten-Lösung.

Die Stadt hätte aber mindestens einen Anteil in Höhe von 50 Prozent des gesamten Aufwands zu tragen, einschließlich Verlegung der Versorgungsleitungen, auf die es keine Zuschüsse gibt, und neuer Ausleuchtung. Angesichts der beschriebenen Nachteile und hohen Kosten für die Stadt ist diese Lösung eher zum Scheitern verurteilt.

Deutlich höhere Funktionalität verspricht ein Alternativvorschlag. Die Idee brachte ursprünglich das StBA ins Gespräch, im Zusammenhang mit einer angedachten direkten Verbindung zum Ortsteil Röhrenhof: Die Anlage einer Querungshilfe über die B303, gesichert mit einer Bedarfsampelanlage. Die Bushaltestellen blieben weiterhin längsseits in beiden Fahrtrichtungen. Hierzu, auch für eine neu zu schaffende Linksabbiegespur aus Richtung Bischofsgrün in die Föllmarstraße, muss die Bundesstraße verbreitert werden auf einer noch zu prüfenden Länge von 250 bis 350 Metern. Wegen vieler zu klärender Fragen des Verkehrs-, Planungs- und Haushaltsrechts geht das Amt momentan offenbar von einem Zeithorizont von bis zu vier Jahren aus.

Bürgermeister, Räte und Bürger fanden in der Diskussion Gefallen an dieser Lösung. Alle wollen deshalb auf eine deutlich schnellere Klärung der dabei offenen Fragen drängen. Denn die jetzt geltenden Einschränkungen auf der B303 bei Escherlich mit Tempo 60 kmh und Überholverbot sind nur vorübergehend eingerichtet. Im Gespräch war daher auch eine vorübergehende Shuttle-Lösung zum Busbahnhof und zurück.

Vertretbare Kosten vorausgesetzt, wäre den Escherlichern eine Verlegung immer noch am liebsten, da am sichersten. Dann folgte in der Gunst die Querung mit Bedarfsampel und Linksabbiegespur aus Richtung Bischofsgrün. Eine zusätzliche Querungshilfe und Trassenverbreiterung wären ein Sahnehäubchen, das zusätzlich Überholvorgänge in diesem Straßenabschnitt erschweren würde. Wichtig war allen, dass sich die Verkehrssicherheit rasch erhöht.

 

Die Situation am Geseeser Berg

Für diese Bushaltestelle war der Diskussionsbedarf gleich intensiv, mit dem Schwerpunkt in den Detailfragen. Die Escherlicher waren bis zum Schluss ebenfalls sehr interessiert. Die drei vom StBA vorgelegten Varianten weisen keine allzu großen Unterschiede auf. Ein Erfordernis für die von den Fachbehörden sogar angebotene Vollverampelung der Kreuzung B2 / Eichendorffstraße / Zufahrt Gesees sahen die Blumenauer nicht – auch wegen der hohen Kosten.

Erste Präferenz war StBA-Variante 3: Beide Haltestellen bleiben wie bisher. Die als ausreichend angesehene Bedarfsampel soll an beiden Haltestellen zwar nicht direkt an die Kreuzung aber doch so nah wie möglich heranrücken, um den Reiz von „Abkürzungen“ für alle Fahrgäste zu minimieren – eigentlich ein Widerspruch, den es auszuräumen gilt. Denn an dieser Stelle winkt bereits wieder die Vollverampelung.

Genau wie in Escherlich ist bei dieser zweiten Bushaltestelle noch eine Vielzahl an Details vor Erreichen der Projektreife zu klären. Die Zeit bis zur nächsten Ratssitzung am 14. März wurde dazu genutzt. Nach Auffassung von Verkehrsreferent Klaus Sowada kann es deshalb noch zu einer anderen sachgerechten Lösung kommen. Die Bürger gaben mit ihren Vorstellungen der Politik auf jeden Fall eine Orientierung mit auf den Weg zu den anstehenden Grundsatzbeschlüssen. Einigkeit wäre in Verbindung mit den gesammelten und bereits übergebenen 3.213 Unterschriften von großem Vorteil bei weiteren Verhandlungsgesprächen mit den Fachbehörden, insbesondere für die Lösung der Escherlicher Probleme. Albrecht Diller

 

INFO

Das macht die Wendeplatte in Escherlich so teuer: Grunderwerb der Stadt, großflächige Geländeabtragungen für Wenderadius zuzüglich ausreichenden Sicherheitsabstand für Fußgänger und Winterdienst, Verlegung einer Anliegerzufahrt und Garage, Errichtung der Stützmauer mit Absturzsicherung, Verlegung von Versorgungsleitungen. Hinzu kommen die reinen Bau-, die Baunebenkosten sowie der Aufwand für die Ausleuchtung.

 


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