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„Das Fahrwerk meines Autos macht immer mehr Geräusche“

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Dass es im Stadtgebiet einige Straßen in schlechtem Zustand gibt, ist wahrlich kein Geheimnis. Ein Straßenstück in Röhrenhof aber sucht Seinesgleichen: Das sei nicht zu unterbieten, sagt Anwohner Günter Koßmann, und wettet, dass es im ganzen Gemeindebereich nichts vergleichbares gibt mit diesem Sammelsurium aus Schlaglöchern, Spurrillen und Rissen.

In einem desolaten Zustand präsentiert sich der Straßenabschnitt zwischen Röhrenhof und Juliustal.

In einem desolaten Zustand präsentiert sich der Straßenabschnitt zwischen Röhrenhof und Juliustal.

„Bei diesen Straßenzuständen könnte man wortwörtlich Zustände bekommen, das grenzt schon an eine Frechheit, den Bürgern so etwas zuzumuten“, findet er dem Stadtanzeiger gegenüber jedenfalls überaus klare Worte. Was ihn auf die Palme bringt, ist das Straßenstück ab Ortsausgang Röhrenhof in Richtung Juliustalstraße. „Etwa 50 Meter, danach beginnt die eigentliche Juliustalstraße, ein klangvoller Name“, erklärt er. „Dies ist die ehemalige Straße nach Bischofgrün, Wunsiedel, Marktredwitz, Eger, wovon die meisten Leute gar nichts wissen“, erinnert er an die erst durch den Bau der jetzigen Bundesstraßentrasse der B303 verloren gegangene überörtliche Bedeutung. „Ich befahre dieses Stück jeden Tag ein paar Mal, ob ich nun von Osten her komme oder vom Westen – beides ist die gleiche Misere“, schildert der Röhrenhofer derzeitige Situation.
„Das Fahrwerk meines Autos macht immer mehr Geräusche, die ich vorher nicht kannte. Demnächst werde ich eine Werkstatt aufsuchen, um feststellen zu lassen, ob diese mit den Straßenverhältnissen zu tun haben“, kündigt er an.
Koßmann ärgert besonders, dass als einzige Maßnahme ein Straßenschild mit der Aufschrift „Straßenschäden“ aufgestellt wurde. „Wie wenn damit dann alles behoben wäre. Ich kenne keinen weiteren Abschnitt dieser Kurstadt, der ein derartiges Armutszeugnis an den Tag legt“, lässt er weiter seinem Unmut freien Lauf.
Eine Nachfrage bei der Stadt erbringt zunächst nur die Auskunft, dass eine Komplettsanierung nicht vorgesehen ist. Wobei Geschäftsleiter Werner Seifert darauf hinweist, dass eine derartige Maßnahme sonst beitragspflichtig gemäß der Straßenausbaubeitragssatzung wäre. Bei der Fragestellung, ob und wann Ausbesserungsarbeiten vorgesehen seien, verweist er auf Bauhofleiter Edwin Pfohl. Der kennt das Straßenstück, hat es schon in Augenschein genommen und sagt zunächst: „Alle Anwohner haben ein Recht auf vernünftige Straßenverhältnisse.“ Allerdings kann auch er nicht genau sagen, wann der Bereich hergerichtet wird. „Die nächsten zwei bis drei Wochen nicht“, soweit ist seine konkrete Planung schon gediehen. Insgesamt werde ab sofort, beginnend mit dem Kutschenrangen, aber am städtischen Straßennetz gearbeitet. Wie umfangreich diese Arbeiten allerdings sein werden, steht noch in den Sternen, da ja noch kein genehmigter Haushalt vorliegt und deshalb auch noch nicht bekannt ist, wie viele Finanzmittel zur Verfügung stehen. „Solche Stücke haben wir etliche“, kennt Pfohl die Problematik. Wenn aus Haushaltssicht nichts gegen Maßnahmen spräche, dann gelte freilich: „Wir versuchen, so viel wie möglich an Teerarbeiten zu machen.“ Heißt: Solange es das Wetter zulässt, wird zugelangt. Versprechen will aber auch der Bauhofleiter nichts. Wenigstens auf die Liste der auszubessernden Straßenstücke hat es die Röhrenhofer Problemzone geschafft. Wohl ein schwacher Trost für Günter Koßmann…


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