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Das Fichtelgebirgslied und eine Brotzeit zum Abschied

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Nun ist er weg, umgezogen an seine neue Arbeitsstelle nach Bamberg. Ende letzter Woche wurde das Kapitel Hans-Martin Lechner in Bad Berneck endgültig geschlossen. Entpflichtet und offiziell verabschiedet worden war der Dekan ja bereits im Juni. Nun ging der Umzug über die Bühne. Am vergangenen Freitag packten der Dekan und seine Familie die letzten Kisten, bestückten den letzten Umzugswagen und machten sich auf in ihre neue Heimat. Dass es kein stiller, kein unbeachteter letzter Tag nach elfjähriger Tätigkeit in der Kurstadt wurde, dafür sorgte der Kirchenvorstand. Eine sechsköpfige Abordnung überraschte Hans-Martin und Karin Lechner samt der beiden Töchter Theresa und Mirjam und überbrachte einen letzten herzlichen Gruß.

ONNI1„Es ist ja nur eine kleine Geste“, sagte Inge Seidel, „aber wir wollten halt einfach noch einmal vorbeikommen und zeigen, dass wir die Familie Lechner sehr schätzen und mögen.“ Dazu überreichte sie eine kleine Brotzeit für den Abend, „denn eingekauft für ihre neue Wohnung haben sie ja bestimmt noch nicht.“ Georg Wolf ließ danach auf seinem Schifferklavier noch einmal das Fichtelgebirgslied erklingen, das die kleine Gruppe aus voller Brust stimmlich begleitete. Und Rosi Sperl scherzte, dass man bis zum nächsten Aufeinandertreffen „den Veit von Staffelstein“ einstudieren werde, um dann auch für Bamberg musikalisch gewappnet zu sein.
Trotz aller Witzeleien und kleinen Scherze, so war es ein Abschied mit Wehmut – nicht nur für Inge Seidel und ihre Kirchenvorstandskollegen, sondern auch für den Dekan. Er verriet, dass er schon hin und wieder einmal feuchte Augen bekomme und sich schon zusammenreißen müsse, wenn er sich in diesen letzten Tagen von lieb gewonnen Menschen in Bad Berneck verabschiede. Elf Jahre wischt man eben nicht einfach so fort. „Wir waren sehr, sehr gerne hier“, sagte Karin Lechner, die in Bamberg schon eine neue Stelle als Grundschullehrerin gefunden hat.
Und auch dem Rest der Familie fällt der Abschied nicht leicht. Mirjam, die jüngste, 13 Jahre alte Tochter, hat fast ihre ganze Kindheit hier verbracht. Sie wird zusammen mit der 16-jährigen Theresa künftig die Schulbank im E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium drücken. Und die älteste, Julia (19), absolviert gerade ihr freiwilliges soziales Jahr in der Kindertagesstätte Pfiffikus in Gefrees. Sie wird nach Bamberg nachkommen, um dort im Wintersemester ein Studium zu beginnen.
Bei all der Herzlichkeit an diesem letzten Tag in Bad Berneck, bei all den gegenseitigen Versicherungen, sich bald wiederzusehen, so war dann doch irgendwann der Moment gekommen, endgültig lebewohl zu sagen. Jeder der Kirchenvorstände tat es auf seine Weise. Christian Hohlweg fand ganz besondere Worte, er sprach sicher vielen Bürgern aus dem Herzen. Als er dem Dekan die Hand reichte, sagt er: „Sie haben unsere Stadt bereichert. Ich wünsche Ihnen, dass ihnen das in Bamberg genauso gelingt.“ wum

INFO
Die Einführung Hans-Martin Lechners in Bamberg durch Regionalbischöfin Dorothea Greiner wird am Sonntag, 21. September, um 16 Uhr im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Stephanskirche stattfinden. Dazu wird auch eine größere Abordnung aus dem hiesigen Dekanat erwartet.


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