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Der Goldschlag in Binnig

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Der Bad Bernecker Ortsteil Binnig, also der Bereich zwischen Hammerstraße, Aral-Tankstelle und dem Gelände der ehemaligen Lackwarenfabrik Schwabetan, ist nach Überlieferungen weit älter als die Stadt Bad Berneck selbst. Der jüngeren Geschichte des Ortsteils wird, was längst nicht jedem bekannt ist, im Goldbergbaumuseum Goldkronach gedacht. Und zwar der geschichtlichen Episode, als an der Stelle die so genannte „Goldschlag“ ihren Sitz hatte.

Denn in Binnig entstand einst Blattmetall. In der Firma wurde unechtes Blattgold hergestellt, das aus Kupfer und Zinn entstand und so eine goldähnliche Legierung ergab.
„1904 entstand in Binnig, (…), einem Ortsteil von Bad Berneck, an der Stelle einer abgebrannten Glasschleiferei und eines Polierwerks eine Blattmetallschlägerei, die später von den Metallwerken übernommen wurde. In der im

Dieses Foto der alten Goldschlag hängt im Goldbergbaumuseum Goldkronach, das immer feiertags und sonntags von 13 bis 17 geöffnet hat.

Dieses Foto der alten Goldschlag hängt im Goldbergbaumuseum Goldkronach, das immer feiertags und sonntags von 13 bis 17 geöffnet hat.

Volksmund Goldschlag genannten Firma stellte man Metallblätter aus einer goldähnlichen Legierung her, bestehend aus Kupfer und Zinn“, steht in Goldkornach zu lesen.
Der Goldschlag in Binnig war dabei ein Standort eines Betriebes, der auch noch in Marktschorgast ansässig war und zu den Blattmetallwerken mit Sitz in München gehörte.
Wobei das Jahr 1904 genau genommen einen Ausbau der Firma nennt. Denn nach Unterlagen, die der Goldmühler Heinz Zahn in Besitz hat, entstand die Glasschleiferei 1868. Nach einem Brand im Jahr 1893 wurde zwei Jahre später schon die Metallschlägerei eingerichtet.
Im Jahre 1920 waren in Binnig 65 Personen beschäftigt. „Fünf mal soviel Frauen als Männer“, heißt es. Demnach waren die männlichen Beschäftigten für das eigentliche Goldschlagen an den mit Wasserkraft betriebenen Hämmern zuständig. Die weiblichen Mitarbeiterinnen. übernahmen die Feinarbeit, wie das Füllen und Leeren der so genannten Formen, das Zurechtschneiden der hauchdünnen Metallblättchen und das Einlegen in Briefchen, zwischen Seidenpapier. Im Metallhammerwerk sollen 80 Hammerpaare in Betrieb gewesen sein. Ein Arbeiter bediente zwei Hämmer, „die etwa 200 Schläge in der Minute ausführten.“
Die fertigen hauchdünnen Metallblättchen wurden zum Vergolden von Buchschnitten, Figuren, rahmen und Flitterkram wie den Nürnberger Rauschgoldengeln verwendet. Auch in der Verpackungsindustrie gab es Verwendung. Hauptabnehmer des Reingoldersatzes, des sogenannten Goldglanzes waren jedoch die Zigarettenfabriken, da seinerzeit die Herstellung von Goldmundstücken in Mode war.
Um 1930 kam dann der Zusammenbruch des Unternehmens, die Weltwirtschaftskrise schlug gnadenlos zu. In den 30er Jahren bestand an der Stelle zunächst von 1935 bis 1937, also über zwei Jahre hinweg, der Standort der Firma Heinrich Popp.
Und nach dem Krieg zog die Lackfabrik Schwab an den Standort. Die Goldschlag war dabei zuerst in den Gebäudeteilen, die direkt am Weißen Main liegen, untergebracht. Die Beschäftigten kamen aus den Ortsteilen rund um den Betrieb.
Wie gesagt, der Ortsteil Binnig ist offenbar weit älter als die Kernstadt Bad Berneck. Allgemein wird davon ausgegangen, dass Ortsteile, die nach der Gründung des Bistums Bamberg im Jahre 1007 noch Abgaben an das Bistum Würzburg entrichten mussten, schon vor dem 11. Jahrhundert existierten. Im Jahr 1303 werden Würzburger Altzehnte für Alt-Berneck/Bärnreuth und Bibeningen/Binnig genannt. Die Goldschlag hatte offenbar also ihren Sitz an einer Stelle, die ganz an die Anfänge der Besiedlung unseres Bereichs zurückreicht.


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