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Derbysieg in der Nachspielzeit

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So groß der Schmerz nach der bitteren 1:2-Derby-niederlage zuletzt in Marktschorgast war, so groß war am vergangenen Sonntag auch die Freude über den knappen 1:0-Erfolg gegen den Nachbarrivalen aus Goldkronach. Mit einem Last-Minute-Tor in der dritten Minute der Nachspielzeit sicherte Maximilian Völkl seiner Mannschaft die drei so sehr ersehnten Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

„Solche Siege sind die allerschönsten“, freute sich TSV-Mittelfeldakteur Tobias Resch. Und TSV-Trainer Klaus Harreis, der aufgrund einer Adduktorenzerrung zum Zuschauen verurteilt war, stellte in aller Kürze fest: „Glücklich war’s, aber letztlich auch verdient“.

Der TSV erwischte einen furiosen Auftakt in diese kampfbetonte, mitunter hitzige, aber nie unter der Gürtellinie geführte Partie. Nach perfekter Hereingabe von Tobias Neukam nahm Maximilian Völkl das Leder aus elf Metern direkt und zwang Goldkronachs exzellenten Rückhalt Patrick Pöhlmann zu einer Glanzparade. Die Heimelf blieb druckvoll und man merkte ihr an, dass sie fest gewillt war, die Scharte der Vorwoche wieder auszuwetzen.

So entwickelte sich ein heißes Gefecht, das vor allem aufgrund des tiefen Geläufs spielerisch eher Magerkost bot, dafür aber kämpferisch voll und ganz zu gefallen wusste. Es entspann sich ein echtes, rassiges Derby. Der TSV gab den Ton an, war aber nie mehr so zwingend wie in der zweiten Minute. Auch wenn sich Völkl, Sean Leistner, Tobias Neukam und André Russ noch so mühten, immer wieder konnte Goldkronach klären. Die SpVgg kam erst gegen Ende der ersten Halbzeit gefährlicher auf und hatte in der 38. Minute ihre beste Gelegenheit. Als Fabian Blechschmidt urplötzlich am rechten Pfosten des TSV-Gehäuses auftauchte, konnte sein Bewacher Timo Neukam gerade noch zur Ecke klären. Ansonsten hatte die Bad Bernecker Hintermannschaft um Libero Daniel Resch das Geschehen im Griff. Lediglich bei Standardsituationen strahlten die Gäste, die ihrerseits auf ihren verletzten Spielertrainer Torsten Heumann verzichten mussten, hin und wieder Gefahr aus. Hier war aber TSV-Keeper Christopher Uhlig auf dem Posten.

Nach dem Pausentee verflachte die Partie zunächst, es wurde ruppiger und Schiedsrichter Dieter Fleischmann bekam alle Hände voll zu tun. Blieb dabei aber stets souverän und fand größtenteils das richtige Strafmaß. Auch wenn der heißblütige Anhang beiderseits so langsam in Wallung geriet. Letztlich berechtigt war freilich die Ampelkarte gegen Goldkronachs Hannes Rabenstein nach wiederholtem Foulspiel in der 70. Minute.

Das Problem: Der TSV wusste so rein gar nichts mit der Überzahl anzufangen. Im Gegenteil: Die Gäste, bestens geführt durch ihren Kapitän Henning Schulte im Busch, zeigten nun erst Recht Moral, auch wenn sie es nie mehr zwingend vor das TSV-Gehäuse schafften. Die Kurstädter lösten sich erst spät aus ihrer Starre. Dann aber kamen sie noch einmal gewaltig. Als sich viele schon mit dem 0:0 abzufinden schienen und insbesondere der SpVgg-Anhang vehement den Abpfiff forderte, schlug der TSV zu. Als das Leder Tobias Resch 20 Meter vor dem Gehäuse der Gäste vor die Füße fiel, nahm dieser Maß, traf aber nur ein Goldkronacher Abwehrbein. Von dort aus stieg der Ball in die Höhe, prallte dann auf die Querlatte und sprang von dort aus zurück ins Feld. Maximilian Völkl brauchte nur noch einzunicken. Während Bad Berneck feierte, kochte die Goldkronacher Volksseele. Der Vorwurf der Gäste: Schiedsrichter Fickenscher hätte unberechtigt zu lange nachspielen lassen. Letztlich waren die insgesamt vier Minuten Nachspielzeit aufgrund vieler Unterbrechungen in Hälfte zwei aber mehr als berechtigt.

 Fazit des Spiels: Ein heißes Derby fand in Bad Berneck einen glücklichen Sieger, wobei der Dreier nicht unverdient war. Die Harreis-Elf war über weite Strecken Ton angebend gewesen und hatte von den wenigen Chancen die besseren. Während bei den vollauf überzeugenden Gästen Schulte im Busch, Keeper Pöhlmann und Defensivakteur Max Rabenstein besonders gefielen, hatte der TSV seine herausragenden Akteure in Völkl, Verteidiger Michael Back sowie in Tobias und Daniel Resch.

 


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