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Die Bürger und die Kläranlage

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Es gibt eine Fülle von Themen, die den Bad Berneckern aufs Gemüt schlagen, keines aber so sehr wie Zahlungen, die mit dem Neubau einer Kläranlage fällig werden. Dies zeigte die Aussprache zur Bürgerversammlung im Kurhaus in der vergangenen Woche.

Schenkt die Problemimmobilien dem Freistaat: Mit diesem ungewöhnlichen Vorschlag verschaffte sich Claus Rabsahl (rechts) Gehör. Er bat zudem die Verwaltung, die Zahlungsverpflichtungen der Bürger für den Bau der Kläranlage zu strecken.

„Stell Dir vor, mal schnell 6.000 Euro abzudrücken“, begann Claus Rabsahl sein nachdenkliches Statement. Und richtete die dringende Bitte an die Verwaltung, auf eine zeitliche Streckung der Zahlungsverpflichtungen zu achten. Aber auch einen interessanten Vorschlag hatte er mitgebracht. „Stadtmuseum oder altes Krankenhaus können wir auf absehbare Zeit nicht schultern. Das Krankenhaus ist auf dem besten Weg, zur Ruine zu werden. Schenken wir’s unserem Freistaat“, so sein Ratschlag. Denn dann müsse der Freistaat auch was damit machen, spann Rabsahl unter dem Klatschen der Bürger den Bogen weiter.

Aber auch den Verkehr in der Stadt sprach Rabsahl an. Denn nach vorliegenden Verkehrsanalysen müsse in der Zukunft, nach den kommenden Maßnahmen an der B 303, vor allem mit steigender Verkehrsbelastung in der Oberstadt gerechnet werden. Das Straßenbauamt sollte deshalb den Bürgern seine genauen Planungen vorstellen.

Bürgermeister Jürgen Zinnert erläuterte zum Zeitrahmen für künftige finanzielle Belastungen mit Beiträgen, dass Teilzahlungen für die Kläranlage frühestens nach dem Spatenstich erfolgen. „Es wird so sein, dass niemand verarmen wird“, so Zinnerts Zusage. Mancher werde aber wohl um ein Darlehen nicht herum kommen. Von kommunaler Seite bleibe die Möglichkeit, einer Stundung zuzustimmen, wofür dann allerdings sechs Prozent Zinsen fällig werden. Die Idee für das Krankenhaus bezeichnete Zinnert als durchaus reizvoll. Die künftige Verkehrssituation hingegen werde sich jedoch erst nach der endgültigen Trassenwahl für einen neuen Anschluss der B303 an die Autobahn abschätzen lassen. Dennoch gestand er, sich gewundert zu haben, dass noch „kein Aufschrei durch die Oberstadt“ gehe.

Um die Überschwemmungsgefahren ging es danach Klaus Leuthold. Er forderte eine kleine Lösung. „Wer bezahlt uns unsere Schäden?“. Auch hier sei alles eine Frage der Kosten, so Bürgermeister Zinnert. Maßnahmen werden mit 50 Prozent bezuschusst. Leider habe sich der Bezirk, der bis 2009 noch 25 Prozent draufgelegt habe, aus der Finanzierung zurückgezogen.  Ausfertigungen des Hochwasserschutzkonzeptes liegen bislang noch nicht vor. Es wäre aber sowieso zu überlegen, ob es nicht Alternativen mit reduzierten Kosten gebe. Zinnert schlug hierzu einen Ortstermin vor.

Den Sinn mancher Gutachten, vor allem aufgrund der aktuellen Finanzsituation, zweifelte Christine Schumann an. Bürgermeister Zinnert erwiderte allerdings, dass häufig Einzelmaßnahmen ohne Einbindung in ein Gesamtkonzept keine Genehmigung erfahren. Ihr Mann Uwe Schumann pflichtete bei, dass es besser wäre, in kleinen Teilschritten zu arbeiten. Er erinnerte außerdem an eine fehlende Markierung im Bereich der Ölschnitzbrücke. Und bot an, im Bereich seines Wohnhauses selbst tätig zu werden. Zinnert sagte eine Weitergabe an die Verwaltung zu.

Hermann Rieß ärgerte sich dann darüber, dass in Fernsehbeiträgen über das Fichtelgebirge „Bad Berneck – die Perle des Fichtelgebirges“ nicht berücksichtigt werde. Und an den Bürgermeister gewandt: „Sie müssen mit einer schönen CD nach München fahren!“ Man sollte jedenfalls nicht nur dem Hohen Fichtelgebirge den Vorrang lassen. „Wir können versuchen, auf Sender zuzugehen“, sagte der Bürgermeister zu. Zumindest sei es gelungen, eine Geschichte über Jan Burdinski ins Fernsehen zu bringen.

Roland Gewinner fragte dann nach dem Sachstand eines Gehweges entlang der B303 Richtung ALDI, wobei er sich alternativ auch eine Main-Brücke ab dem Radweg vorstellen könne. Außerdem mahnte er, dass bei der Errichtung des neuen Marktschorgaster Gewerbegebietes für den Bereich des Knodenbaches zusätzliche Hochwassergefahr drohe. „Dann fleiht’s uns in der Stadt weg,“ so Gewinner. Die Überlegungen wegen des Gehweges seien eingestellt, erfuhr er. Eine Brücke in der Höhe des Nettomarktes wäre vielleicht sogar machbar. Was das Gewerbegebiet betreffe, sei Rechtsanwalt Dr. Mronz beauftragt, die Interessen der Stadt zu vertreten. Man wende sich jedenfalls massiv gegen das Vorhaben.


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