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Ehemaliger Bürgermeister leitete das Standesamt

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Kuriosum im Bad Bernecker Rathaus. Seit dem 1. Oktober verrichten zwei Bürgermeister ihren Dienst: der amtierende Erste Bürgermeister Bad Bernecks, Jürgen Zinnert, im ersten und das ehemalige Warmensteinacher Gemeindeoberhaupt Andreas Voit im Erdgeschoss. Letzterer ist neuer Leiter des Standesamtes, also der Nachfolger von Yvonne Günnel, die vor Monatsfrist nach Rodewisch gewechselt war.

Neben Andreas Voit hat am Ersten dieses Monats auch der künftige Geschäftsleiter seine Arbeit aufgenommen: Christian Hohlweg wird, wie berichtet, zu Jahresbeginn das Erbe des dann in Ruhestand gehenden Werner Seifert antreten.
Spektakulär ist freilich die Personalie Andreas Voit. Der 47-Jährige, der auch für die CSU im Kreistag sitzt, wurde bei den letzten Kommunalwahlen nach einer Legislaturperiode nicht mehr wiedergewählt und hätte nach seinem Resturlaub wieder an seine vorherige Arbeitsstelle ins Warmensteinacher Rathaus zurückkehren müssen. Gelegen kam ihm da die Stellenausschreibung in der Bad Bernecker Verwaltung. 14 Bewerber, so verrät Bürgermeister Jürgen Zinnert, habe es auf die Stelle gegeben, wobei nur fünf in die engere Auswahl gekommen seien. „Verwaltungsfachleute sind nicht üppig gestreut, die Stelle haben wir aber nun trotzdem offiziell besetzt“, sagt Jürgen Zinnert. Für Andreas Voit habe gesprochen, dass er neben seiner geforderten Ausbildung auch in allen Rentenfragen optimal Auskunft geben könne. Der neue städtische Standesbeamte begann seine Verwaltungslaufbahn nämlich bei der Landesversicherungsanstalt.

Seit 1. Oktober gibt es mit Christian Hohlweg und Andreas Voit zwei neue Gesichter in der Stadtverwaltung, die für ziemlich viel frischen Wind sorgen könnten.

Seit 1. Oktober gibt es mit Christian Hohlweg und Andreas Voit zwei neue Gesichter in der Stadtverwaltung, die für ziemlich viel frischen Wind sorgen könnten.

Dass unter ihm nun ein ehemaliger Amtskollege arbeitet, lässt das Stadtoberhaupt übrigens kalt. „Er ist hier Standesbeamter und will ja auch nichts anderes sein. Eine feindliche Übernahme meines Postens befürchte ich nicht“, schmunzelt Zinnert. Vielmehr hofft er, dass sein neuer Standesbeamter die Zahl der Trauungen nach oben schraubt. Schließlich hatte Andreas Voit in Warmensteinach die inzwischen mit überregionalem Bekanntheitsgrad ausgestatteten Motorradhochzeiten etabliert. Und Biker sind ja bekanntermaßen eine der Zielgruppen, die auch in Bad Berneck speziell ins Auge gefasst werden.
Auf den Internetseiten der Gemeinde Warmensteinach lassen sich die Anfänge der Motorradhochzeiten nachlesen. Die begannen mit einem Brautpaar, das 2004 unbedingt auf einer Harley heiraten wollte, zunächst aber kein Standesamt fand, das sie unterstützen wollte. Der Wunsch ging dann jedoch prompt in Erfüllung, als das Brautpaar auf der 600-Jahr-Feier der Gemeinde Warmensteinach auf den selbst Motorrad fahrenden damaligen Standesbeamten Andreas Voit traf, der seine Unterstützung zusagte. Beide heirateten schließlich in Warmensteinach. Das Hochzeitspaar und die Gesellschaft fuhren damals mit dem Bike vor, begleitet von Rockmusik. Die spektakuläre Premiere wurde dann in Warmensteinach zum Anlass genommen, fortan Motorradhochzeiten fest anzubieten. Man bekam so nach und nach das Attribut Motorrad-Hochzeitsdorf verliehen. Weit über 50 Hochzeiten wurden auf diese Art inzwischen abgehalten. Nun ist der Vater der Idee im Rathaus Bad Berneck beschäftigt, wo er die Idee gerne auch aufleben lassen würde.
Noch zur Vita von Andreas Voit: Von 1983 bis 2001 war er bei der LVA Ober- und Mittelfranken in Bayreuth beschäftigt, unterbrochen nur von 15 Monaten Wehrdienst. Danach arbeitete er bis September 2014 bei der Gemeinde Warmensteinach. Zunächst als Standesbeamter, danach, von Mai 2008 bis Ende April 2014, bekanntermaßen als Bürgermeister. „Dies ist meine dritte Arbeitsstelle, und die sollte auch die letzte sein“, erklärt Andreas Voit.
Interessante Anekdote am Rande. In seiner Amtszeit als Bürgermeister hatte Voit zwischen 2009 und 2010 schon einmal Christian Hohlweg als Kämmerer unter sich. Nun sind die beiden in Bad Berneck also gewissermaßen mit einem Rollentausch wieder in einer Dienststelle vereint. Zumindest ab dem 1. Februar, nachdem Geschäftsleiter Werner Seifert dann offiziell in den Ruhestand gehen wird.
Christian Hohlweg hatte zuletzt als Kämmerer in Trebgast nur ein kurzes Gastspiel gegeben, weil er die Chance in seiner Heimatstadt Bad Berneck, Geschäftsleiter zu werden, nicht verstreichen lassen wollte. Dessen Laufbahn hatte der Stadtanzeiger schon geschildert. Er war als Lehrling ab 1997 schon einmal in der Stadtverwaltung Bad Berneck tätig gewesen. Nach seiner Zeit in Warmensteinach wechselte er nach Mistelbach, um dann ab Januar dieses Jahr in Trebgast Kämmerer zu sein. Nun kümmert er sich also in Bälde um die Verwaltung in Bad Berneck.


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