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Eine Stadt – ein Team!

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Der Begriff Sensation wäre zu hoch gegriffen, aber ein Überraschungscoup – zumindest in Fußballerkreisen – ist das schon, was der SV Röhrenhof und der TSV Bad Berneck ab der kommenden Saison geplant haben. Die beiden Stadtrivalen arbeiten künftig zusammen. Im Bereich der Fußball-Kleinfeldmannschaften (also der E- bis G-Junioren) gehen alle rund 75 Nachwuchskicker der beiden Vereine im Alter zwischen vier und elf Jahren ab der im Spätsommer beginnenden Saison als Spielgemeinschaft SG Röhrenhof-Bad Berneck auf Punkte- und Torejagd. „Eine Stadt – ein Team“, dieser Slogan steht hinter dem Projekt.

 

kurzem standen sich die G-Jugendlichen des TSV und des SVR in einem Turnier noch gegenüber, künftig tragen sie das gleiche Trikot.

kurzem standen sich die G-Jugendlichen des TSV und des SVR in einem Turnier noch gegenüber, künftig tragen sie das gleiche Trikot.

Eine Überraschung ist die Kooperation schon alleine deshalb, weil die beiden Nachbarvereine in der Vergangenheit doch eher nebeneinander her denn miteinander arbeiteten. Auch wenn die große Rivalität früherer Jahre schon lange beigelegt ist und man in der JFG Fichtelgebirge konstruktiv zusammenarbeitet, so brauchte es doch einige intensive Gespräche  – beim TSV etwas mehr als beim SVR -, um die Ausschussmitglieder und auch einige Eltern von der künftigen Zusammenarbeit zu überzeugen.

Ende des vergangenen Jahres hatten SVR-Vorsitzender Ulrich Trepl und sein Jugendleiter Jörg Allahut beim TSV angefragt und die Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit ausgelotet. „Es war keine Initiative aus der Not heraus, sondern ein Schritt der Vernunft“, betont Ulrich Trepl und erklärt, dass man auch ohne die Fußball-Kinder des TSV sowohl in der E- (Jahrgänge 2003 und 2004) als auch in der F-(2005 und 2006) und G-Jugend (2007 und jünger) in der neuen Saison mindestens eine Mannschaft hätte stellen können. „Aber auf die Dauer hätten auch wir uns in diesem Konkurrenzkampf sinnlos aufgerieben, zumal es immer weniger Nachwuchs gibt.“ Diesen Kampf um den Fußballnachwuchs schon im Kindergarten wolle man nicht länger führen, so der SVR-Vorsitzende. Auch mit Blick auf die fußballerische Entwicklung der Kinder sei der Zusammenschluss äußerst sinnvoll, ergänzt TSV-Jugendleiter Stefan Morath. „Da es in jeder Altersklasse zwei- bzw. drei Mannschaften gibt, und dazu noch jeweils vier Betreuer, ist es möglich, die Kinder leistungsgerecht zu trainieren und spielen zu lassen. Die etwas stärkeren in der ersten, die noch etwas schwächeren in der zweiten oder dritten Mannschaft.“ Diese Aussicht, so berichtet der TSV-Jugendleiter weiter, habe den etwas skeptischeren Eltern dann doch die letzten Bedenken genommen. Denn beim TSV hätte man sich sehr schwer getan, in jeder Altersklasse ein Team ins Rennen zu schicken.

ONLINE22Insgesamt stellt der TSV rund ein Drittel der Kinder, bei den Betreuern ist die Zahl ausgeglichen. „Das Schöne“, so sagt zweiter TSV-Fußballabteilungsleiter Roland Münch, sei gewesen, „dass wir gerade bei unseren Trainern und Betreuern offenen Türen eingerannt haben. Sie waren gleich Feuer und Flamme für die Kooperation und haben sie auch wesentlich mit vorangetrieben.“ Ende Juni war es dann soweit: Die Formalitäten waren geklärt, die letzten Bedenken ausgeräumt. Aus ehemaligen Rivalen wurden Partner. Vorausgegangen waren „Gespräche in stets freundschaftlicher und konstruktiver Atmosphäre“, wie Roland Münch berichtet.

Trainiert und gespielt wird fortan auf beiden Sportanlagen. „Wir wollen unbedingt, dass sich die Kinder in beiden Vereinen zuhause fühlen“, nennt SVR-Jugendleiter Jörg Allahut eines der großen Ziele der Kooperation. So findet beispielsweise der Trainingsbetrieb der E- und der G-Jugend zunächst vornehmlich in Bad Berneck statt, spielen aber werden die E-Jugendlichen auch in Röhrenhof. Bei den F-Jugendlichen ist es genau umgekehrt.

Auch wenn der SV Röhrenhof mehr Kinder in diese Kooperation einbringt, so ist es doch eine gleichberechtigte Partnerschaft. Diese dauerhaft am Leben zu erhalten, sei die eigentliche Herausforderung, sagt SVR-Vorsitzender Ulrich Trepl. „Im ersten Jahr und mit der Euphorie im Rücken sollte eigentlich nichts schief gehen. Ob das ganze Gebilde stabil ist, zeigt sich, wenn die ersten Probleme auftauchen und dann in den Folgejahren, wenn die Spielleiter, Trainer und Betreuer der ersten Stunde nicht mehr an Bord sind“. Denn eines ist klar: Diese Spielgemeinschaft soll keine Momentaufnahme sein, sondern am besten über Jahre hinaus Bestand haben.

„Eine riesige Aufgabe“, nennt auch Roland Münch die Kooperation. Fragen nach einer über den Nachwuchsbereich hinausgehenden Zusammenarbeit mit dem SVR  – beispielsweise im Herren-Bereich – hält der TSV-Fußball-Abteilungsleiter für „viel zu früh. Wir haben gerade den ersten Schritt aufeinander zugemacht und sollten nun erst einmal schauen, dass wir diese Spielgemeinschaft zum Laufen kriegen.“wum

 

INFO

Offiziell gestartet wird die neue Spielgemeinschaft mit einem großen Fest am Freitag, 12. Juli, auf dem Sportgelände des SV Röhrenhof. Nach einem gemeinsamen Auftakttraining, bei dem die Kinder auch ihre neuen Trainer kennenlernen, gibt es eine Grillparty zusammen mit den Eltern. Herzlich willkommen sind dazu auch Kinder (Jahrgang 2002 und jünger), die bislang noch in keinem der beiden Vereine Fußball gespielt haben.

 


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