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Energiewende im Kleinen

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Im Schulverband bestehende Überlegungen, das Dach der Sebastian-Kneipp-Schule sowie das Turnhallendach für Photovoltaik-Zwecke zu nutzen, lassen sich wohl nicht sofort umsetzen. Statische Berechnungen haben jedenfalls ergeben, dass sich wohl nur das Dach des zweiten Stockwerks der Schule eignet, wie Bürgermeister Jürgen Zinnert den Verbandsräten mitteilte.

Rauchende Köpfe im Schulverband. Im Bild von links: Stephan Unglaub, Roland Tiroch, Jürgen Zinnert, Ulrich Bayer.

Zunächst hatte Bürgermeister Jürgen Zinnert die neue Schulleiterin Katharina John auch im Schulverbands-Gremium offiziell begrüßt. Und er betonte bei dieser Gelegenheit, dass für alle Erwachsenen das neue Schuljahr diesmal aufregender sei als für Kinder, da es gelte, den neuen Mittelschulverbund mit Leben zu füllen.

Der Schulverband hatte dann zunächst die Jahresrechnung 2008 auf der Tagesordnung stehen. Bürgermeister Jürgen Zinnert las den Prüfbericht vor. Die dort aufgeführten Punkte ließen sich unter anderem durch die Tatsache plausibel erklären, dass manche Rechungen auf Schule und Turnhalle aufgeteilt werden mussten. Somit wurde der Prüfbericht letztlich ohne Einwände abgesegnet.

Dann stellte Kämmerer Ulrich Bayer den Haushaltsentwurf für 2011 vor, der im Verwaltungshaushalt mit 758.150 Euro und im Vermögenshaushalt mit 212.350 Euro schließt. Damit ist das Haushaltsgesamtvolumen leicht rückläufig, beträgt nur noch 970.500 Euro gegenüber 979.200 Euro im Vorjahr.

Kredite für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen sind laut der vorgelegten Haushaltssatzung nicht vorgesehen. Damit steht also nur ein fester Betrag von 12.000 Euro für Ausgaben durch die Schulleitung zur Verfügung.

Nicht durch Einnahmen gedeckt wird eine Verwaltungsumlage von 553.7000 Euro, die pro Verbandsschüler auf die einzelnen Gemeinden umgelegt wird. Konkret ist demnach je Verbandsschüler eine Summe von 1.591,09 Euro umzulegen, ergänzt durch 44,68 Investitionsumlagen, wobei auf der Sebastian-Kneipp-Schule zu 286 Schülern aus Bad Berneck noch 23 aus Bischofsgrün und 39 aus Goldkronach kommen. Die zur Berechnung heranzuziehende Schülerzahl von 348 zum Schuljahresstart 2010 hat sich auf inzwischen 336 reduziert. „Die Zahlen sinken kontinuierlich“, was vorausschauend die Wichtigkeit des Mittelschul-Verbundes deutlich macht.

Der aufgestellte Haushalt enthält in sehr großen Teilen keine gravierenden Änderungen gegenüber dem Vorjahr, wie Bürgermeister Jürgen Zinnert erläuterte. Bei der Schülerbeförderung wurden 28.400 Euro angesetzt, damit weniger als zuletzt. Die Zahl könnte in Zukunft mit den Erfordernissen des Mittelschulverbundes wieder ansteigen, wie Ulrich Bayer mutmaßte. Hier müsse man aber das Anlaufen des Verbundes abwarten. Abgebaut werden konnte jedenfalls auch der Schuldenstand: um weitere 200.000 Euro. In gut sechs Jahren sei der Schulverband nach Stand der Dinge damit schuldenfrei.

Weiter hatte sich der Schulverband dann mit dem geschlossenen Kooperationsvertrag zu einem Mittelschulverbund zu befassen. Die nun formell erfolgte Trennung von Grundschul- und Mittelschulbereich bedeute auch, dass ab 2012 getrennte Haushalte aufzustellen sind, wie der Kämmerer verdeutlichte

Zum Thema Investitionen konnte Katharina John ergänzen, dass es gelungen sei, einen großen Posten einzusparen, indem über einen Sponsor Computer organisiert werden konnten.

Großes Thema jedoch die Photovoltaik. Bürgermeister Jürgen Zinnert wies darauf hin, dass am 19. Juli ein Angebot auf den Tisch kam, eine Photovoltaik-Anlage auf Schul- und Turnhallendach zu errichten, was nicht uninteressant sei. Zumal auch im Sinne der Energiewende nach geeigneten Flächen gesucht werden müsse. Aber auch als zusätzliche Einnahmemöglichkeit biete sich eine derartige Anlage an. Zwischenzeitlich habe man deshalb auch über die Verwaltung zwei weitere Angebote eingeholt.

Allerdings wurde, um die Realisierbarkeit zu testen, auch die Statik überprüft. Mit einem Ergebnis, das zeige, dass sich letztlich nur die oberste Ebene des Schuldaches für eine Photovoltaik-Nutzung anbiete. Auf den anderen Dachflächen rät der Statiker davon ab. Damit seien jedoch immerhin 46 Prozent der Dachfläche der Schule geeignet.

Auf dem Turnhallendach raten hingegen wegen der vorhandenen Sonnenscheindauer sogar die Anbieter ab.

Ein Problem für eine Umsetzung der Maßnahme sei aber auch, dass die Investition bislang nicht ausgewiesen ist. Damit müsste die Maßnahme auch die Zustimmung des Landratsamtes finden. Auf einen Anruf wurde bislang allerdings verzichtet, auch wegen der Kurzfristigkeit. Denn die Zeit für eine sofortige Umsetzung ist letztlich schon zu knapp, da um die Einspeisevergütung in der bisherigen Höhe zu sichern, die Anlage bis Jahresende ans Netz gehen müsste.

„Ich bin nicht der Meinung, dass wir die Anlage vom Knie brechen müssen“, so Bürgermeister Zinnert.

Zumal eine weitere Möglichkeit wäre, dass nicht der Schulverband selbst als Investor auftritt. Bischofsgrüns Bürgermeister Stephan Unglaub betonte zwar, von einer Vermietung der Flächen nicht viel zu halten. „Wir sollten das Ganze noch einmal rechnen lassen“, schlug er trotzdem vor, verlässliche Zahlen für die reduzierte Dachfläche einzuholen. Zumal er von weiter steigenden Vergütungen ausgehe, wie Unglaub weiter betonte.

Katharina John regte jedenfalls an, die Kosten der Anlage auf jeden Fall für den neuen Haushalt 2012 einzuplanen und dann der Rechtsaufsicht vorzulegen, was auch Joachim Beth unterstützte, der sich festlegte „solange wir Dächer haben, sollten wir sie nutzen.“

Und ein von allen gleich als interessant eingestufter Vorschlag kam dann von Hermann Deinlein, der auf die Goldkronacher Bürgersolargesellschaft hinwies (siehe eigener Artikel).

Dass eine von Bürgern getragene Initiative uneingeschränkt zu begrüßen wäre, der Meinung schloss sich auch Stephan Unglaub an.

So kam man im Schulverband zunächst überein, das Projekt weiter zu verfolgen. Die Verwaltung soll die Wirtschaftlichkeit noch einmal aufgrund der tatsächlich nutzbaren Dachfläche ermitteln und diese neuen Zahlen dem Schulverband erneut vorlegen.

Ein weiteres Thema war dann  noch die Anschaffung einer eigenen Telefonanlage, um damit die derzeit fälligen 1.700 Euro Jahresmiete zu sparen. Hier wurden bereits Angebote eingeholt, das günstigste über eine Gesamtsumme von 3.189,20 Euro. Diese Anschaffung war im Haushalt auch bereits vorgesehen und konnte deshalb beschlossen werden.

Abschließend übergab dann noch Katharina John einen Brief, mit dem sie von ihrem Schulverbandsposten zurücktritt. Sie war bislang vom Stadtrat entsendetes Mitglied im Schulverband, ist aber inzwischen als neue Rektorin im Amt. Die SPD-Fraktion im Stadtrat werde den Nachrücker benennen, hieß es.

Aus dem Gremium bat der Goldkronacher Hermann Deinlein um Informationen über die finanzielle Auswirkung des neuen Mittelschulverbundes. Kämmerer Ulrich Bayer erläuterte, dass nur bei der Schülerbeförderung Auswirkungen zu erwarten seien. In welcher Höhe sei jedoch noch nicht abzusehen. Und Bischofsgrüns Bürgermeister Stephan Unglaub bat zu überprüfen, ob es durch den Mittelschulverbund zu häufigeren Schulwechseln kommen könnte. Was laut Katharina John nicht zu befürchten sei, da festgelegt ist, dass die Schüler im Regelfall an ihren angestammten Schulen bleiben sollen.      Harald Judas

 


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