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Erst überfahren und dann geköpft?

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Am frühen Donnerstagmorgen, 10. Mai, bot sich den Verkehrsteilnehmern auf der B303 beim Ortsausgang Bad Berneck in Richtung Himmelkron ein grausiger Anblick: Unterhalb der Felsen in der 60er Zone lag ein überfahrener Rehbock – allerdings ohne Kopf. Dieser musste ihm nach dem Unfall abgetrennt worden sein. Die Angelegenheit ist höchst mysteriös.

Ein grausamer Anblick: ein Rehbock ohne Kopf. Der Täter, so er denn ermittelt wird, hat sich der Wilderei strafbar gemacht.

Bislang ist nämlich unklar, wer sich den Kopf des Rehbockes als Jagdtrophäe gesichert und sich damit der Wilderei schuldig gemacht hat – der Unfallverursacher oder ein später an der Unfallstelle vorbeikommender Täter. Dass der Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit passierte – in dieser gefährlichen Kurve ist auf 60 begrenzt – kann nur vermutet werden. Laut Polizeibericht wurde am Donnerstagmorgen um 1.44 Uhr ein Wildunfall an besagter Stelle, 300 Meter vom Bad Bernecker Ortsschild entfernt, gemeldet.

Die Jägerin des Reviers Bad Berneck, Jutta Gerlach, fand das Reh nach Sonnenaufgang dann ohne Kopf vor. Sie meldete den grausamen Fund sogleich der Polizei und dem Jagdpächter, Dr. Hannes Hühnlein. Die Polizei entsandte eine Streife, die die Unfallstelle absicherte und bei der Bergung half.

Wie Jutta Gerlach dem Stadtanzeiger sagte, gehöre schon eine gehörige Portion Mut, kriminelle Veranlagung und gewisse Fachkenntnis dazu, an dieser gefährlichen Stelle einem toten Reh fachmännisch den Kopf abzutrennen. „Auch das notwendige Werkzeug – ohne scharfes Messer geht das gar nicht – muss dabei sein“, so die Bad Bernecker Jägerin, die noch einmal auf die hohe Unfallgefahr an der stark befahrenen Strecke und die hohe Wahrscheinlichkeit hinwies, bei dieser Aktion erwischt zu werden.

Hier handelt es sich im Übrigen um kein Kavaliersdelikt, sondern um den Straftatbestand der Wilderei. Das Reh steht nämlich Dr. Hannes Hühnlein zu. Der Jagdpächter hat bereits über  Jutta Gerlach Anzeige erstattet; die Polizei ermittelt und bittet um sachdienliche Hinweise. Die Jäger vermuten, dass es sich bei dem toten Rehbock um ein bekanntes, jüngeres Tier mit sehr starkem Gehörn handelt. Sie sprechen von einem „Zukunftsbock“, den sie gerne länger gehegt hätten, damit er sich weiter vererbt. Nun aber wird das Gehörn wohl bald irgendwo an der Wand hängen – ein makaberer Gedanke.

 


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