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Evangelische Jugend erzeugt Hauch von Hollywood

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Am Abend des vergangenen Samstags fehlte nur noch der rote Teppich in den Sälen des Alten Kindergartens, als sich 70 geladene Gäste aufmachten, um der Premiere eines ganz besonderen Werkes beizuwohnen: dem Film „White Main City – Ein oberfränkischer Western“.

Fabian Hartmann überreicht Tobias Böhner (links) neben allen Darstellern, die im Film mitgewirkt haben, als Dankeschön für seine Arbeit ein Geschenk der anderen Art.  Foto: Hartmann

Fabian Hartmann überreicht Tobias Böhner (links) neben allen Darstellern, die im Film mitgewirkt haben, als Dankeschön für seine Arbeit ein Geschenk der anderen Art. Foto: Hartmann

Ein halbes Jahr Arbeit lag hinter den Verantwortlichen Tobias Böhner und Fabian Hartmann, als sie am vergangenen Samstag endlich ihr Werk präsentieren konnten. Die Säle des Alten Kindergartens waren kurzerhand für die Premierenfeier in ein Kino verwandelt worden: Eine große Leinwand und Stuhlreihen, Stehtische und ein langer Bartresen prägten das Bild der Räumlichkeiten, die überall mit Requisiten und Kostümen aus dem Film dekoriert waren. Stilecht und wie es sich für einen Western gehört, durfte natürlich auch ein Chili con Carne für die  70 Gäste nicht fehlen.

Diese waren persönlich eingeladen worden und waren schon seit langem auf das ambitionierte Projekt der beiden „Filmemacher“ gespannt, das unter Mithilfe der Evangelischen Jugend entstanden ist. „Wir hätten die Einladung gern öffentlich gemacht, aber das hätte Probleme mit der Musik im Film gegeben,“ sagte Hobby-Regisseur und Produzent Tobias Böhner. Da alle Stücke aus den großen alten Hollywood- und Italo-Western stammten, hätte man für die öffentliche Aufführung Geld bezahlen müssen. „Da haben wir das lieber im kleinen Rahmen gemacht – wenn man davon bei 70 Leuten noch sprechen kann.“

Freunde und Familien, alle Darsteller, Mitglieder der Evangelischen Jugend Bad Berneck und Bayreuth und sogar Dekan Hans-Martin Lechner fanden sich im Alten Kindergarten ein, als zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr „White Main City“ uraufgeführt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten nur die beiden Verantwortlichen, wie der Film aussah und machten ein großes Geheimnis daraus – sehr zum Ärger der Darsteller.

Minutenlanger Beifall

Dieser war jedoch sofort verflogen, als die ersten Bilder des 90 Minuten dauernden Westerns über die Leinwand gelaufen waren. Die karge Landschaft des Bad Bernecker Steinbruchs, für den extra eine Drehgenehmigung eingeholt worden war, und die Western-Stadt des anwesenden Uwe Fick, deren Name auch dem Film den Titel lieh, waren nicht die einzigen Drehorte, die den Zuschauern ein „oberfränkisches“ Amerika nahe brachten. Es lag eine Stimmung im Saal, die bei einer großen Hollywood-Premiere nicht anders hätte sein können: herzliches Lachen bei lustigen Szenen, gespanntes Schweigen in dramatischen Momenten und ein mitfühlendes Aufraunen, als der sterbende Held einen letzten Blick auf seine markante Taschenuhr wirft. Als am Ende das Licht wieder anging, stand das Publikum und spendete minutenlang tosenden Beifall.

Sichtlich gerührt verbeugte sich Tobias Böhner, dem fast die Worte fehlten. Als Joachim Beth nach vorne trat und im Namen des KUKUK das Engagement der jungen Filmemacher und das gute Zusammenleben mit der Evangelischen Jugend in den Räumlichkeiten des alten Kindergartens lobte, hatte er eine besondere Überraschung im Gepäck. Er überreichte Tobias Böhner einen goldenen „Oscar“ und eine liebevoll gestaltete Urkunde der „Funnywood-Akademie“ für die beste schauspielerische Leistung. Der Produzent wollte diese Ehrung jedoch nicht für sich selbst, worauf er spontan alle Darsteller des Films vor das Publikum holte – und wieder tobte der Beifall. Auch Uwe Fick, dem das Filmdrehen und Schauspielen in seiner Westernstadt sichtlich Spaß machte, lobte den Einfallsreichtum und das Geschick des Filmteams und brachte zum Ausdruck wie sehr ihm der Film gefiel. Das letzte Wort hatten jedoch die Darsteller: Auch diese hatten für ihren Regisseur und dessen Arbeit der vergangenen sechs Monate ein Dankeschön parat. Passend zum Western bekam er den Kopf eines großen Plüsch-Büffels mit dem Schild „Danke Doc Böhner“.

Von der Begeisterung, die der Film ausgelöst hatte immer noch überwältigt, verteilte Tobias Böhner die limitierten, vorab bestellten Filmplakate und DVDs, die neben dem Film auch noch eine Vielzahl von Bonusmaterial enthalten. Noch bis spät in die Nacht saßen viele Gäste und nutzten den geselligen Teil des Abends dazu, mit den Verantwortlichen und Darstellern zu feiern und sich ihre Plakate signieren zu lassen. Immer wieder wurde auch der Ruf nach einer Fortsetzung des Films laut, jedoch wollte sich Tobias Böhner hierzu nicht äußern – er wolle sich erst einmal vom „Filmgeschäft“ zurückziehen.

Und als dann schließlich die Bar und das „Kino“ abgebaut und die Säle des Alten Kindergartens wieder aufgeräumt und gesäubert waren, hatte nicht nur das Filmteam das Gefühl, dass an diesem Abend ein Hauch von Hollywood durch die Kurstadt geweht war.

Tobias Böhner


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