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FF Bad Berneck: Henning Mühlbauer übernimmt Vorsitz von Joachim Judas

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Der Vorstand Joachim Judas und sein Team hatten den Wachwechsel akribisch vorbereitet. Alle Ämter konnten ohne Probleme besetzt werden und mit Henning Mühlbauer wurde ein junger, 31-jähriger Floriansjünger an die Spitze gewählt.

Während der 2. Vorsitzende Edwin Badstieber im Amt blieb, zog sich zur Versammlung auch Kassier Horst Nüssel zurück. Hier rückte Franz Henschel auf, während Rosi Röder zur neuen Stellvertreterin bestimmt wurde. Ferner ergab sich noch ein Wechseln der beiden Schriftführer. Denn Stellvertreterin Ellen Sauer rückte auf, während Stefan Kießling nun zweiter Mann ist.

Der frisch gekürte neue Vorsitzende Henning Mühlbauer (Mitte) mit der neuen Führungsmannschaft der Bad Bernecker Feuerwehr. Sein Vorgänger Joachim Judas (5.v.r.) wurde zum Ehrenvorstand und zum Ehrenmitglied ernannt.

Herausragende Ehrung war die Auszeichnung von Joachim Judas zum Ehrenvorstand und Ehrenmitglied. Aber auch Werner Biedermann, der für 40 Jahre aktiven Dienst, ausgezeichnet wurde, darf hervorgehoben werden. Oskar Fischer und der an dem Abend aus Thiersheim angereiste Franz Voit wurden mit der Ehrennadel der Feuerwehr ausgezeichnet. Ewald Aßmann, Günther Ingerl, Wilhelm Münch, Herbert Popp und Klaus Schnabel erhielten das Ehrenzeichen.

Vorsitzender Joachim Judas ging in seinem letzten Bericht zunächst auf die Statistik ein. Die Feuerwehr hat derzeit 170 Mitglieder, davon 18 Jugendliche, was für den Nachwuchsbereich einer Rekordzahl entspricht, so der Vorstand. Judas ging dann nur auf die wichtigsten Veranstaltungen im Jahreslauf ein.

So wurden einmal mehr durch die Jugend Christbäume eingesammelt. „Ein voller Erfolg“ war der Rosenmontagsfasching in der Wikingerhalle. Richtiggehend etwas fehlen würde, wenn es das Maibaumaufstellen mit dem anschließenden Fest in der Fahrzeughalle nicht mehr gäbe, sagte der Vorsitzende. Mit der Bewirtung des Pfefferkuchenhauses sorgten zudem die Frauen für vorweihnachtliche Stimmung.

Das Jahr insgesamt war nach dem Brand in der Fahrzeughalle ein besonderes Jahr, das nur gemeinsam durch einen personal- und zeitintensiven „Kraftakt“, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, Kreisbrandrat, Behörden und der Versicherung zu schaffen war.

Letztlich sei trotz allem Ärgers und der mühevollen Arbeit bei der Schadensbehebung alles relativ problemlos verlaufen. Das eine oder andere „neue Kleinteil“, was durch die Versicherungssumme nicht abgedeckt war, konnte auch mittels eines Zuschusses aus der Vereinskasse und auch erhaltener Spenden selbst beschafft werden.

Als Folge des Brandes muss die Bad Bernecker Feuerwehr alle vorhandenen Fahrzeuge ersetzen, die nun bis Mitte des Jahres geliefert werden. Mit einer Ausnahme: Für den in Bad Berneck eingestellten Rüstwagen ist die Finanzierung immer noch nicht gesichert.

Kommandant Wolfgang Maisel erinnerte im Rahmen seines Rückblicks daran, dass die Wehr nach dem Gerätehausbrand Ende Juni ihre Räumlichkeiten wieder beziehen konnte. Schon am 28. Juni war der Abgabeschluss der notwendigen europaweiten Ausschreibung für die neuen Fahrzeuge. Das wirtschaftlichste Angebot wurde durch die Firma MAN abgegeben und die Beschaffung durch den Stadtrat gleich im Juli beschlossen. Erster Bürgermeister Jürgen Zinnert ergänzte dazu, dass der Brand insgesamt einen Schaden von rund zwei Millionen Euro verursacht hatte. Bereits im vergangenen Jahr konnte das Mehrzweckfahrzeug ersetzt werden und befindet sich bereits im Einsatz. Drei weitere Fahrzeuge, ein LF 20/16, ein HLF 20/16 sowie ein TLF 20/40, wurden nach einer europaweiten Ausschreibung noch im vergangenen Jahr bestellt. Mit einer Auslieferung der bestellten Fahrzeuge sei nach und nach bis Mitte 2012 zu rechnen. Das erste Fahrzeug folgte allerdings bereits am Dienstag dieser Woche.

„Damit fehlt also noch der Rüstwagen“, so Maisel. Hier sei es aufgrund der Haushaltslage allerdings nicht einfach, den Restbetrag auszugleichen. Man sei auf der Suche nach weiteren Finanzierungsmöglichkeiten, wobei die Zeit dränge, da das geliehene Fahrzeug nur zwölf Monate zur Verfügung stehe. Danach würden pro Tag 250 Euro fällig. Und vier Monate seien schon vergangen.

Schon für die Fahrzeuge ohne Rüstwagen lag nach Abzug aller Versicherungsleistungen und Förderungen der städtische Eigenanteil bei rund 370.000 Euro.  Die Wiederbeschaffung dieses Rüstwagens solle jedoch einem ersten Angebot zufolge insgesamt rund 480.000 Euro betragen. Mit der Begründung der mittlerweile „normalisierten“ Verkehrssituation werde hierbei nun die Ersatzbeschaffung durch die Stadt erwartet, obwohl das Fahrzeug einst durch den Landkreis wegen der besonderen Verkehrssituation angeschafft worden war. Der Eigenanteil für dieses Fahrzeug läge nach derzeitigen Erkenntnissen bei knapp 200.000 Euro. Dies werde von einer Kommune verlangt, die finanziell nicht einmal in der Lage sei, ihre eingefallenen Stützmauern wieder vernünftig herzustellen. Zinnert betonte, dass das Fahrzeug für die Gewährleistung des eigenen Brandschutzes  in der Stadt nicht wirklich zwingend erforderlich sei.

Hier sei man in den vergangenen Wochen gegenüber Landkreis, Regierung und Freistaat viel zu brav aufgetreten. „Wir haben den Eindruck erweckt, den Rüstwagen auf Teufel komm‘ raus und notfalls unter hohem finanziellen Eigenanteil wiederbeschaffen zu wollen, wenn‘s bloß a wengla einen vernünftigen Zuschuss gibt.“ Es gehe darum, dass momentan eine Finanzierungslücke von 200.000 Euro klaffe und wenn diese Finanzierungslücke nicht zu mindestens 90 Prozent geschlossen werden kann, „werden wird uns diesen Rüstwagen nicht leisten können“, so das Stadtoberhaupt. Diese Einschätzung sei auch schon so an die zuständigen Abgeordneten weitergegeben worden. Die bisherigen Antworten ließen durchaus den Einsatz der Politiker erkennen, was wirklich als Ergebnis rauskomme, bleibe noch abzuwarten.

Kreisbrandrat Hermann Schreck betonte allerdings in seinem Grußwort, dass der Rüstwagen durchaus auch für Einsätze gebraucht werde, wie sie in der Stadt vorkommen. Er hatte den Rat mitgebracht, eine gemeinsame Ausschreibung mit einer anderen Wehr zu versuchen. Was auch durchaus versucht werde, wie Kommandant Wolfgang Maisel auf Nachfrage berichtete. Denn die Feuerwehr ist in Kontakt mit den Kameraden aus Tettau (Landkreis Kronach). „Die sind allerdings mit der Beschaffung schon weiter“, so Maisel.

In einem weiteren Bericht erinnerte Rainer Maisel an drei Einsätze der insgesamt 21 Atemschutzgeräteträger. Für die neuen Fahrzeuge wurden dazu auch zehn neue Atemschutzgeräte angeschafft. Rainer Maisel gab auch bekannt, dass die Wehr eine Wärmebildkamera erhalten wird. Was den Bereich Gefahrgut betrifft, waren durch die 13 Aktiven zwei Einsätze zu bewältigen. Den Trägern von Chemikalienschutzanzügen schloss sich inzwischen übrigens der Löschzug Bischofsgrün an, wie Maisel weiter berichtete.

Die Jugendgruppe hatte laut Christian Wünsch trotz der erschwerten Bedingungen nach dem Brandschaden am Jugendleistungsmarsch teilgenommen. „Wir suchten uns Armaturen, Schläuche und Leinenbeutel aus, die noch in Ordnung waren. Trotzdem hatten die Jugendliche beim Knoten schwarze Hände.“ Man bot aber auch einen Erste-Hilfe-Kurs an. Wünsch listete zudem aber auch einiges an Freizeitaktivitäten auf. So fuhr der Feuerwehrnachwuchs in den Freizeitpark Belantis nach Leipzig oder zeltete am Maiselschen Fischweiher in der Blumenau. Und Wünsch gab auch noch bekannt, dass sich die Jugendlichen für Max Schubert und Barbara Löwel als ihre Sprecher entschieden haben.

Den Kassenbericht erstattete Horst Nüssel, der mit Präsent und Urkunde verabschiedet wurde, ebenso wie der Kassenrevisor Helmut Teufel.

 

An Ehrungen wurde die Zivil-Ehrennadel in Silber mit Urkunde der Bad Bernecker Feuerwehr für langjährige Mitgliedschaft im Verein an Oskar Fischer und Franz Voit überreicht. Das Zivil-Ehrenzeichen ging an Ewald Aßmann, Günther Ingerl, Wilhelm Münch, Herbert Popp und Klaus Schnabel.

Das Bayerische Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktive Dienstzeit erhielt Werner Biedermann, der zunächst zwölf Jahre zur Feuerwehr Rimlas gehörte und nun seit über 30 Jahren bei der Feuerwehr Bad Berneck aktiv ist.

Harald Judas

 


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