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Hans Dollhopf feierte 90. Geburtstag

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Er hat die Region und ganz besonders die Kurstadt Bad Berneck mit spitzer Feder festgehalten. In der Rathaus-Galerie wird anlässlich seines 90. Geburtstages nun der Bad Bernecker Künstler Hans Dollhopf mit einer Ausstellung geehrt. Kunstkritiker Dr. Matthias Liebel ging in seiner Einführung auch ausführlich auf Hans Dollhopf ein.

Als Sohn einfacher Bauersleute in Mistelbach geboren, begann er schon als Kind erst Zither, dann Geige zu spielen. Später kamen diverse Blasinstrumente und das Violoncello hinzu. In Plauen ließ sich Hans Dollhopf zum Berufsmusiker ausbilden, seine Abschlussprüfung absolvierte er 1943 inmitten der Kriegswirren vor der Reichsmusikkammer in Leipzig, ehe er zum Kriegsdienst eingezogen wurde, wo er eine schwere Verletzung davongetragen hat.
Nach dem Krieg wurde Dollhopf Mitglied des Bayreuther Symphonieorchesters, des Nürnberger Rundfunkorchesters und diverser klassischer Streicherensembles. In den 50er Jahren ließ er sich hier in Bad Berneck nieder, dem Heimatort seiner Frau, wo er bald auch als freier Musiker im Kurhaus tätig wurde und dort zahlreiche Eigenkompositionen vorstellen konnte. Er wurde Cellist des Kammerorchesters der Bundeswehr und Trompeter in der Musikkapelle. Damit nicht genug: Er spielte im Regensburger Stadttheater und im Kurorchester von Bad Abbach. 1972 durfte er anlässlich der Olympischen Spiele in München im dafür bereitgestellten Musikkorps die Nationalhymnen bei den Siegerehrungen spielen.
Auch als Komponist machte er sich einen Namen. Besonders erwähnte Liebel den Marsch mit dem Titel „Berneck“, der zugleich eine Liebeserklärung an Dollhopfs oberfränkische Heimat ist. Bis 1995 lebte Dollhopf

War beruflich Cellist, liebt aber das Zither-Spielen: Der Bad Bernecker Karikaturist und Zeichner Hans Dollhopf.

War beruflich Cellist, liebt aber das Zither-Spielen: Der Bad Bernecker Karikaturist und Zeichner Hans Dollhopf.

überwiegend in Regensburg, wo er mittlerweile Mitglied des Philharmonischen Orchesters geworden ist. Nach seiner Pensionierung zog er 1995 nach Bad Berneck zurück. Sein Ruhestand war in Wirklichkeit ein Unruhestand, denn jetzt war er verschiedentlich freiberuflich tätig und reiste als Cellist von einer Konzertveranstaltung zur nächsten.
Während seiner Regensburger Zeit begann Hans Dollhopf überdies auch zu malen und zu zeichnen. Nach dem Tod seiner Frau widmete er sich verstärkt seinen bildgestalterischen Talenten, wobei er bis heute Hunderte von Tuschzeichnungen und Karikaturen, überwiegend mit Motiven aus Bad Berneck und Umgebung, zu Papier brachte.
Seine Zeichnungen sind von hintersinnigem Humor und einer motivischen Schlitzohrigkeit geprägt, die allerdings nie wirklich boshaft wird, sondern stets liebevoll gemeint ist. Sie behandeln solche Themen wie das Älterwerden, den Umweltschutz, aber auch Missgeschicke des täglichen Lebens von Musikern und anderen Geschöpfen.
Viele der Zeichnungen von Hans Dollhopf wurden in Zeitungen und Kalendern veröffentlicht, und so hat er es neben seiner Tätigkeit als Musiker schließlich auch auf dem Gebiet der Zeichnung und der Karikatur zu einiger Berühmtheit gebracht.
„Um sein Lebenswerk zu ehren, ist eine kleine Auswahl seiner Zeichnungen und Karikaturen hier im Rathaus ausgestellt. Diese Arbeiten bilden zusammen mit den abstrakten Gemälden der Kulmbacher Malerin Marion Kotyba den Anfang der Bad Bernecker Kunststraße – einem Projekt, dem sicher auch in diesem Jahr wieder ein guter Erfolg beschieden sein wird und viele interessierte und kunstbegeisterte Besucherinnen und Besucher anlocken wird“, so Liebel zur Ausstellungseröffnung.                  Harald Judas

INFO
Die Rathaus-Galerie kann während der Rathaus-Öffnungszeiten besichtigt werden. Montag bis Freitag von 7.30 bis 12.30 (freitags 12 Uhr) und zusätzlich Montag bis Mittwoch von 13.30 bis 16.30, sowie donnerstags bis 17.30 Uhr. 


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