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Hans Margraf als Vorsitzender des Tourismus-Vereins überraschend zurück getreten

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Erst im vergangenen Jahr komplett neu aufgestellt, sollte der Kneipp– und Tourismusvereine gemeinsame Heimat für die Vertreter der Gesundheitsvorsorge und Prävention wie auch des Tourismussektors allgemein sein. Doch nun haben die beiden touristischen Hauptvertreter im Vorstand, der erste Vorsitzende Hans Margraf und Schriftführer Marco Hedler, das Handtuch geworfen. Eine für den 24. Februar angesetzte Hauptversammlung sieht deshalb bereits eine außerordentliche Neuwahl vor.

Da war die Welt noch in Ordnung: Inzwischen ist Hans Margraf als Vorsitzender des Kneipp- und Tourismusvereins zurückgetreten. Als mögliche Nachfolgerin wird Johanna Enache-Wigger gehandelt.

Der Stadtanzeiger hat bei Hans Margraf nachgefragt. Der macht gleich mehrere Gründe als Auslöser für seine Entscheidung geltend. In der Summe hatte sich bei ihm offenbar großer Ärger angestaut, und nun hat er sich unerwartet Luft verschafft. Seine Entscheidung hat er den Vorstandskollegen schon am 9. Januar mitgeteilt hatte.

Besonders enttäuscht zeigte sich Margraf, dass es bis jetzt immer noch keine richtige Zusammenarbeit oder gar einen Informationsaustausch mit der Stadt oder der Tourist Information gegeben habe. Eines der jüngsten Indizien hierfür: Margraf hatte eher durch Zufall vom neuen „Marketing- und Branding-Konzept“ der Kurstadt erfahren. Auch weiß er nach eigenem Bekunden nur vom Hörensagen, dass inzwischen das neue Kreativhaus in konzeptionelle Arbeiten eingebunden ist. Schon zuvor hatte er sich darüber geärgert, dass eine Anfrage an die Fraktionen des Stadtrates, wie diese sich die touristische Zukunft vorstellen, keine klaren Aussagen gebracht hatte. Margraf wertet das als Zeichen, dass die Stadt kein wirkliches Interesse an einer gemeinsamen konzeptionellen und durchdachten Fremdenverkehrsarbeit unter Einbeziehung der Betroffenen hat. Auch ergänzt er in dem Zusammenhang, dass bis heute offenbar nicht auf eine positive Außendarstellung Wert gelegt wird.

Aber auch mit der Zusammenarbeit im Kollegenkreis war er zuletzt nicht zufrieden. Bei konzeptioneller Arbeit hielten sich die gewerblichen Vermieter zumeist sehr zurück. Die einzigen, die im Kneipp- und Tourismusverein zur Stange gehalten haben, waren so die privaten Vermieter. Und bei der durch ihn somit vertretenen geringen Bettenzahl, könne der Verein  nicht als Ansprechpartner für
Übernachtungskonzepte dienen.

Sein Ärger verstärkte sich noch weiter, nachdem sich herausstellte, dass dem Kneipp- und Tourismusverein wegen des touristischen Parts in der Vereinssatzung die Gemeinnützigkeit verweigert wurde. Tourismus sei ein gewerblicher und gewinnorientierter Geschäftszweig, bekam er vom Finanzamt als Auskunft. Damit könne keine Gemeinnützigkeit anerkannt werden, womit es also auch keine Spendenquittungen gebe. Dieser Sachverhalt lasse sich nur korrigieren, wenn der Bereich Tourismus aus dem Vereinsnamen und der Satzung eliminiert werde. Damit steht bei der kommenden Jahreshauptversammlung, gesetzt für den 24. Februar im Gesundheitshaus radus, nun also zunächst eine Satzungsänderung an. Und in einem zweiten wichtigen Schritt gilt es eine(n) neue(n) Vorsitzende(n) zu wählen. Denn Margraf bleibt zwar im Verein. Vorangehen will er mangels Unterstützung aber nicht mehr. Denn als Einzelkämpfer könne er nichts erreichen. Als seine mögliche Nachfolgerin wird die bisherige zweite Vorsitzende Johanna Enache-Wigger gehandelt.

Auf das Marktplatzfest hat die Entscheidung übrigens keine Auswirkungen, wie Margraf betont. Da in dem Fall die Wirte selbst und nicht der Verein hinter der Veranstaltung stehen. Harald Judas

 


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