Abonnieren: Artikel | Kommentare

Happyend in der Nervenschlacht

0 Eintrag

Am Ende war es ein Tanz auf der Rasierklinge und nichts für schwache Nerven. Nach hochdramatischen 93 Minuten beim Derby auf dem Sportgelände des ASV Nemmersdorf hieß es am Ende 3:2 (3:0) für den TSV Bad Berneck. Die Kurstädter bauten damit ihren Vorsprung an der Tabellenspitze aus.

Wer in Nemmersdorf gewinnt, darf es schon einmal krachen lassen:

Wer in Nemmersdorf gewinnt, darf es schon einmal krachen lassen:

Gleichzeitig hielten sie einen ihrer hartnäckigsten Verfolger in Schach. Die Dumbach-Elf, als amtierender Vizemeister und Topfavorit in die Saisonphase gestartet, hatte sich nach zwei Auftaktpleiten mit sechs Siegen in Folge auf Platz drei der aktuellen Kreisklassen-Tabelle hochgearbeitet.
Nun stoppte der TSV diesen Höhenflug. Auch wenn sich die Mannen von Spielertrainer David Opel aufgrund eines rund 25-minütigen Durchhängers fast um den Lohn ihrer Arbeit gebracht hätten, so war der Bad Bernecker Erfolg verdient und ein eindrucksvoller Beweis des Leistungsvermögens der Mannschaft, zumal mit dem ASV ein Team geschlagen wurde, das sich derzeit ebenfalls in Topform befindet. Nicht umsonst wäre Bad Bernecks Spielertrainer David Opel vor der Begegnung auch mit einem Unentschieden „sehr, sehr zufrieden“ gewesen. Spätestens mit dem Halbzeitpfiff hatte sich seine Erwartungshaltung freilich geändert.
Da nämlich führte seine Elf bereits mit 3:0, hatte in einem anfangs ausgeglichenen Spiel mit Chancen auf beiden Seiten das Zepter übernommen und die Nemmersdorfer Defensive von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt. „Für uns ist es da überragend gelaufen“, erinnerte sich Tobias Neukam nach der Partie an die Zeit zwischen der 25. und 45. Minute zurück. Freilich hatte der Bad Bernecker Kapitän selbst großen Anteil, dass seine Elf binnen 20 Minuten mit 3:0 in Führung ging. Er war ständiger Unruheherd, von der ASV-Defensive kaum zu halten und Torschütze des 1:0 mit einem Schlenzer aus 20 Metern. Zuvor war ihm ein klarer Foulelfmeter verweigert worden. Die beiden anderen Treffer gingen auf das Konto des ebenfalls ungemein laufstarken Maximilian Völkl. Bei seinem ersten Tor profitierte er von einem verunglückten Abstoß des ASV-Keepers Gregor Grießhammer, beim zweiten Treffer vollendete er per Kunstschuss aus spitzestem Winkel. Keine Frage, angesichts einer weiteren dicken Chance von Tobias Neukam waren die Blau-Gelben noch gut bedient.
So überlegen die Bad Bernecker waren, so einschläfernd wirkte sich der scheinbar sichere Vorsprung auf ihr Spiel nach der Pause aus. „Wir sind nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen und auch der letzte Wille war zunächst nicht mehr zu spüren“ sagte Tobias Neukam, der mit ansehen musste, wie seiner Mannschaft die Felle davonzuschwimmen drohten. Mit einem Doppelpack in der 47. und 57. Minute brachte ASV-Goalgetter Stefan Strömsdörfer seine Elf wieder heran. Der 28-Jährige profitierte dabei auch von dem zunehmenden Chaos und der spürbaren Verunsicherung in der TSV-Defensive.
Erst nach diesem zweiten Strömsdörfer-Tor kehrten die Bad Bernecker zu alten Tugenden zurück, fanden gerade in der zunehmenden Hektik ihre Linie wieder. Wobei hier gerade eine Personalie entscheidenden Einfluss hatte: Mit der Einwechslung von David Opel, der für den anfänglich brillanten, dann immer nervöser werdenden Youngster Lukas Wiemann einen Platz in der Innenverteidigung einnahm, wurden die zwischenzeitlich beängstigend wirkenden Lücken wieder geschlossen. Wobei es trotzdem noch die eine oder andere brenzlige Situation zu meistern galt und sich der stets sichere Keeper Nico Ehmann noch mehrmals Mal auszeichnen konnte.
Auf der anderen Seite forcierten die Kurstädter nun auch das Offensivspiel wieder stärker. Insbesondere Danny Göhring war in den letzten 20 Minuten steter Unruheherd und von der ASV-Defensive kaum zu bändigen. Eine Krönung seiner guten Leistung blieb ihm aber versagt: Mit einem fulminanten Schuss an die Querlatte setzte er in der 88. Minute den Schlusspunkt unter ein rassiges Derby.

Fazit des Spiels: Selbst wenn beide Trainer nach Spielschluss unisono von einem schmeichelhaften Sieg des TSV sprachen, gemessen an Spielanteilen und Chancenverhältnis war der Sieg der Bad Bernecker verdient. Abgesehen von ihrer Tiefschlafphase in den ersten 20 Minuten nach der Halbzeit boten sie eine überragende Vorstellung gegen einen ASV, der sich ebenfalls als Topteam präsentierte. Nicht nur für TSV-Anhänger, sondern auch für alle neutralen Zuschauer war diese Begegnung ein echter Leckerbissen. Während sich in einem guten Kurstädter Team Timo Neukam, Maximilian Völkl, Danny Göhring, Tobias Neukam und der in Hälfte eins kaum zu bremsende Philipp Hörath hervortaten, ragten bei Nemmersdorf Holger Maisel, Stefan Strömsdörfer und Lukas Arndt heraus.


Kommentar dazu schreiben:

Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu schreiben.