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Kampf den Exkrementen

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Bad Berneck versinkt im Hundedreck und alle schauen zu? Keineswegs! Es gibt Mittel und Wege, ignorante Hundehalter zur Räson zu bringen, sagt Gerald Jung aus der Bad Bernecker Tourist-Information. Er ist sich sicher, dass die Verschmutzungen ganz schnell aufhörten, wenn es den Verursachern an den Geldbeutel ginge. Er hat ein Konzept ausgearbeitet, das er dem Stadtrat mit einer Beschlussempfehlung vorgelegt hat. Im Wesentlichen enthält es drei Eckpfeiler: Moderate Erhöhung der Hundesteuer, Einsatz der Kommunalüberwachung und Verbesserung der Infrastruktur.

 

Mit Letzterem meint er das Aufstellen von so genannten Hundetoiletten, einem Tütenspender nebst Abfalleimer, an den neuralgischen Punkten im Stadtgebiet, vor allem natürlich auf dem Weg zum Kurpark oder im Kurpark direkt.

Hand in Hand müsste diese Maßnahme mit einer moderaten Erhöhung der Hundesteuer gehen. Derzeit kostet ein Hund ohnehin nur 40 Euro pro Jahr, für zwei Vierbeiner muss man 90 Euro bezahlen, was auch noch überschaubar ist. Mit einer Erhöhung der Abgabe ließen sich die angesprochenen Infrastrukturmaßnahmen gegenfinanzieren, auf Wunsch könnte man den Hundehaltern dann einen Tütenspender für die Leine zur Verfügung stellen. „Eine Maßnahme mit großer Wirkung und geringen Kosten“. Freilich müssten auch im Rathaus Tüten in ausreichender Menge zur kostenlosen Abgabe vorhanden sein.

ONLINE22Das A und O aber ist für den Touristiker der Einsatz der Kommunalüberwachung. Auch sie könnte mit einer erhöhten Hundesteuer zumindest teilweise gegenfinanziert werden. Einhergehen müsse mit der bloßen Präsenz der Kommunalüberwachung freilich auch eine unnachsichtige Ahndung der Hundehalter, die ihre Hinterlassenschaften nicht beseitigen. 50 Euro Strafe stellt sich Gerald Jung als Strafmaß für solch ein Vergehen vor. „Vielleicht ist das sogar noch zu wenig. In Bad Wörishofen beispielsweise kostet es Hundert“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin mir sicher, dass das dann ganz schnell aufhört. Denn das tut dann weh“. Außerdem müsste die Kommunalüberwachung dann auch rigoros die Steuermarken der Vierbeiner kontrollieren. Einem eventuellen Gegenargument, diese Überwachung könnte zu teuer sein, nimmt er jedenfalls schon einmal den Wind aus den Segeln. „Da sollten wir uns einmal überlegen, wieviel Geld wir auf der anderen Seite in die Hand nehmen, um Gäste zu uns zu lotsen. Die dann aber sagen, hier ist ja alles vollgekackt, da gehen wir nicht mehr hin.“

Obendrein empfiehlt Gerald Jung noch etwas Kostenloses: Stellung beziehen. „Ich weiß, das ist bei Manchen nicht sehr beliebt. Hilft aber ungemein.“ Nicht vollziehen könne er die Haltung von Einwohnern, die aus falsch verstandener Nachbarschaft, Missstände nicht anprangerten. „Das ist Zurückhaltung an genau der falschen Stelle.“


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