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Landesgartenschau: Bad Bernecker Teilnahme noch nicht in trockenen Tüchern

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Die Landesgartenschau (LGA) findet 2016 in Bayreuth statt. Die Stadt Bad Berneck weiß seit kurzem – der Stadtanzeiger berichtete -, dass die eigene Bewerbung durch den Dendrologischen Garten und Kurpark zur Außenstelle der LGA zu werden, von Erfolg gekrönt war. Allerdings ist derzeit noch längst nicht geklärt, ob man das Angebot wirklich annehmen kann. Zwei Punkte könnten das Vorhaben noch verhindern. Denn für eine Beteiligung müssten letztlich die geplanten Maßnahmen im Kurpark bis 2016 schon abgeschlossen sein oder zumindest ruhen und es sollten während der Zeit möglichst auch keine Maßnahmen an der Stützmauer an der Ölschnitz laufen.

Der Dendrologische Garten lockt durchaus auch jetzt schon Besucher an, hätte aber sicher weit mehr Interesse verdient.

Der Dendrologische Garten lockt durchaus auch jetzt schon Besucher an, hätte aber sicher weit mehr Interesse verdient.

Dabei scheint, wie Erfahrungen aus Ebrach zeigen, eine Außenstelle durchaus lukrativ zu sein und sich auch noch weit nach der Landesgartenschau positiv auszuwirken.
Begonnen hatte die Bad Bernecker Bewerbung mit einem Termin in der Stadt Bayreuth. Dabei wurden die Vertreter der Kommunen von der Stadt eingeladen, wobei die Beteiligungsmöglichkeiten ausführlich vorgestellt wurden.
„Interessant“ wurde vor Ort beschieden und danach durch die Stadt Bad Berneck ein relativ formloser Antrag gestellt. Diese beinhaltete eine Bewerbung, die mit dem Kurpark und dem Dendrologischen Garten zwei Orte im Stadtgebiet ins Spiel brachte. Und zwar bereits Anfang 2013, wie sich Bürgermeister Jürgen Zinnert zurückerinnert. Wobei man sich aufgrund der Tatsache, dass der Dendrologische Garten doch sogar bundesweit eine Besonderheit darstellt, durchaus Chancen ausrechnete. In dem Antrag aufgeführt waren aber auch die schon laufenden Maßnahmen zur Verschönerung des Kurparks, wie das Ausbessern der Kurparkbrücke und die im vergangenen Jahr entstandenen neuen Elemente, beispielsweise die Kräuterbeete. Der gestellte Antrag hat offenbar Eindruck hinterlassen. Auch wenn über die Schiene Regionalmanagement zweiter Bürgermeister Alexander Popp unterstützend eingreifen musste. Wie in der Stadtanzeiger-Ausgabe der Vorwoche jedenfalls schon kurz gemeldet, wurde Bad Berneck noch Ende Juli tatsächlich ausgewählt.
Wobei im Antrag auch ein Blick in die Zukunft geworfen wurde, der sich inzwischen so nicht mehr realisieren lässt. Denn die weiteren Sanierungsarbeiten im Kurpark bis hin zu einem Wasserspielplatz, der für 2015 angekündigt wurde, sind keineswegs schon fix im städtischen Haushalt eingeplant.
Zudem sind einige neue Aspekte hinzugekommen, die im Antrag so noch keine Berücksichtigung fanden. So liegt nur ein Gesamtkonzept für den Kurpark vor, das bis 2016 nicht umsetzbar wäre.
Das zweite Problem sind die anstehenden Sanierungsarbeiten an der Ölschnitz-Ufer-mauer, die sinnvoller Weise während der Landesgartenschau nicht mehr stattfinden dürfen und deren zeitlicher Rahmen noch ungeklärt ist. Deshalb ist der Stadtrat zu einer grundsätzlichen Entscheidung gefordert.
Auch ist nicht ganz sicher, in welchem Umfang sich das Landratsamt überhaupt zu einer Genehmigung weiterer Maßnahmen durchringen kann. „Das Landratsamt war im vergangenen Jahr sehr aufgeschlossen“, so der Bürgermeister. Doch durch die hohen Gewerbesteuereinnahmen vor zwei Jahren, die sich nun mit zeitlichem Verzug in geringeren Zuweisungen auswirken, schaue es nun im städtischen Haushalt schlechter aus. Es werde wohl so kommen, dass sich noch nicht einmal der Verwaltungshaushalt ganz durch Einnahmen finanzieren lasse. Andererseits laufe das für die Kurparkmaßnahmen vorgesehene Förderprogramm RÖFE nur noch bis 2017. Es gebe also noch einiges zu besprechen.
Zumal nunmehr auch das Wanderwegenetz in Angriff genommen werden soll und hier der Thiesenring im Vordergrund steht. Fördermaßnahmen dazu seien schon beantragt.
Dies alles bedeutet, dass die tatsächliche Landesgartenschauteilnahme von Bad Bernecker Seite noch nicht in trockenen Tüchern ist. Es gibt noch einigen Klärungsbedarf – und die Zeit drängt.
„Die Landesgartenschau ist eine große Chance für Bad Berneck“, ist sich Bürgermeister Jürgen Zinnert ungeachtet aller offenen Fragen sicher. Wenngleich er nicht richtig abschätzen kann, wie stark sich eine Teilnahme auswirken würde. Der Stadtanzeiger hat in Ebrach nachgefragt, eine der Außenstellen der Landesgartenschau 2012 in Bamberg.
Dort war der Abteigarten und der Ehrenhof des ehemaligen Zisterzienserklosters, der allgemein als „Orangeriegarten“ bezeichnet wird, sowie der Kräutergarten östlich der Klosterkirche mit einbezogen.
In der Verwaltung der Marktgemeinde Ebrach wird ein rundum positives Fazit gezogen. „Wir waren mit drei Gärten dabei“, erläutert Walter Hanslok, Geschäftsstellenleiter in Ebrach. „Unser Angebot ist sehr gut angekommen. Wir hatten zusätzliche Gartenführungen, die sehr gut angenommen wurden“, erklärt Hanslok. Was sicherlich auch im Dendrologischen Garten in Bad Berneck eine Option wäre. „Es waren sehr viele Tagestouristen da. Wir haben ein großes Hotel, das war schon im Februar und dann die ganze Saison ausgebucht“, nennt er zudem ein Beispiel dafür, dass auch das örtliche Gewerbe von der LGA profitiert hat. Dabei waren auch in Ebrach, ganz wie beim Bad Bernecker Kurpark, zunächst die Parks aufgehübscht worden. Ebrach hatte sich zudem auf der LGA in einem Pavillon eine Woche lang selbst präsentieren können, und man war in den verschiedenen Werbemitteln vertreten.
„Wir können nur ein gutes Resümee ziehen“, so der Vertreter aus Ebrach. „Der Besucherstrom hat seitdem deutlich zugenommen“, meint er, auch zwei Jahre später noch positive Nachwirkungen der Landesgartenschau zu spüren.
Harald Judas


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