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Last-Minute-Derbysieg gegen Lanzendorf

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Und wertvoll obendrein. Mit einem 1:0-Erfolg über den SV Lanzendorf nach einem heißen Gefecht durfte sich die Bad Bernecker Elf nicht nur darüber freuen, ein prestigeträchtiges Duell für sich entschieden zu haben, sondern auch darüber, weiter ganz oben mitzumischen. Wobei nun selbst am kommenden spielfreien Wochenende kein Sturz ins Mittelmaß droht.

Ein heißes Gefecht: Stefan Schmidt (Mitte) gegen Lanzendorfs Kapitän André Russ, der einen schweren Stand hatte.

Der Weg dorthin war allerdings ein steiniger – und ein langer. Schließlich dauerte es bis zur 88. Minute, ehe die rund 100 Bad Bernecker unter den insgesamt 180 Zuschauern herzhaft jubeln durften. Eine scharf Hereingabe von links des starken Stefan Schmidt drückte TSV-Torjäger Sergej Schumacher aus kurzer Distanz in die Maschen, das zwölfte Saisontor des Bad Bernecker Sturmtanks war wohl eines der wichtigsten. Es belohnte eine beherzte Schlussoffensive des TSV, der vorher nur selten zu glänzen wusste.

„Die Fahrt nach Berneck spare ich mir künftig“, sagte ein konsternierter Lanzendorfer Trainer Udo Thomala, „wieder waren wir die bessere Mannschaft, wieder haben wir verloren“. So ganz Unrecht – und das mussten auch eingefleischte TSV-Anhänger zugeben -, hatte der SVL-Coach mit seiner Einschätzung nicht. Die Gäste verzeichneten in dem Spiel, das jederzeit hart umkämpft war, meist im Mittelfeld geführt wurde und viel zu selten spielerische Glanzpunkte aufwies, eine optische Überlegenheit und hatten durch zwei Mal Luthner per Kopfball und Drehschuss, sowie dem agilen Ladler – er scheiterte in der 68. Minute freistehend an Keeper Christopher Uhlig – drei erstklassige Chancen ungenutzt verstreichen lassen. Zudem waren sie erkennbarer um spielerische Linie bemüht als die Heimelf, die ihrerseits zu oft mit langen Bällen operierte. Drückend aber war die Überlegenheit der Gäste zu keinem Zeitpunkt, dafür hielt der TSV in punkto Einsatz zu sehr dagegen.

Die Kurstädter aber brachten kaum nennenswerte Chancen vor das Gehäuse von Keeper Bayerlein, zumal die Abteillung Kreativität um Maximilian Völkl, Volkan Bahar und Sergej Schumacher dank harter Manndeckung quasi komplett abgemeldet war. Erst in der Schlussphase kamen die unermüdlich rackernden Harreis-Schützlinge besser ins Spiel. Wobei ihnen die Lanzendorfr auch in die Karten spielten. Luthner beispielsweise leistete sich einige überflüssige Fouls und bettelte förmlich um eine Hinausstellung. Die der keineswegs souveräne Schiedsrichter Ammon in der 82. Minute auch gewährte, nachdem Luthner seinen Schatten Timo Neukam umgerannt hatte.

Nun witterten die Bad Bernecker ihre Chance und suchten vornehmlich über die linke Außenbahn und den starken Schmidt ihre Chance. In der 85. Minute hatte Völkl eine Hereingabe von Schumacher am langen Pfosten noch verpasst, drei Minuten später bei einer Doublette dieser Szene machte es Schumacher besser. Aus kurzer Distanz hatte er keine Mühe.

Fazit des Spiels: Eigentlich ein typisches 0:0. Deshalb war der Sieg doch etwas schmeichelhaft. Allerdings ging dem über weite Strecken sehr überzeugenden Gast aus Lanzendorf in den letzten zehn Minuten sichtbar die Luft aus. Zudem schwächte er sich durch eine Ampelkarte selbst. Der TSV hingegen hatte einfach einen Tick mehr zuzusetzen und erzwang sich somit das Glück des Tüchtigen. Während beim SV Lanzendorf Ladler und Libero Pöhlmann herausragten, hatte der TSV seine Besten in Stefan Schmidt, der SVL-Kapitän Russ kaum zur Entfaltung kommen ließ, und Timo Neukam als aufmerksamer Bewacher von Lanzendorfs Goalgetter Luthner.


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