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„Miteinander feiern, essen und kennen lernen“

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„Es sind sehr, sehr viel mehr Leute hier, als wir erwartet haben“, freute sich Neu-SPD-Stadtrat Taner Ekici am Rande des deutsch-türkischen Familienfestes. In Zahlen ausgedrückt waren es diesmal beeindruckende 1.200 Besucher, die bei der dritten Auflage des Fests den Weg auf das Sportgelände des TSV fanden und damit ein eindrucksvolles Zeichen für gelebte Integration setzten.

Dass die Veranstaltung inzwischen auch überregionale Bedeutung gewonnen hat, zeigte sich allein schon daran, dass der neue, seit Herbst vergangenen Jahres unverändert mit Amtssitz in Nürnberg ausgestattete Generalkonsul Asip Kaya, dem Fest einen Besuch abstattete und auch das üppige Büffet eröffnen durfte. Denn das türkische-deutsche Büffet war auch diesmal wieder einer der Höhepunkte und nur wer Geduld mitbrachte, kam in Anbetracht einer langen Schlange von Interessenten zum Zug. 19 türkische Familien aus Bad Berneck hatten Gerichte, wie frische Bohnen, Hackfleischschiffchen oder gefüllte Weinblätter beigesteuert. Beteiligt hatten sich zudem die zwei türkisch-islamischen Bayreuther Gemeinden. Ausgebaut worden war dieses Jahr aber auch das Angebot an Grillspezialitäten. Sis Kebap oder Köfte standen daher ebenso auf der Speisekarte wie der obligatorische Döner.
Dazu gab es wieder optische Genüsse in Form einer Bauchtanzeinlage, wie im Vorjahr durch Svenja Döbl und Janna Weiß dargeboten. Eingebracht hatten sich aber auch die beiden Bad Bernecker Kindergärten, die ebenfalls einen Tanz einstudiert hatten.
„Ich freue mich, dass der Zuspruch jedes Jahr größer wird“, hatte sich schon Bürgermeister Jürgen Zinnert zur Eröffnung von dem lebhaftem Treiben auf dem TSV-Gelände hoch lobend geäußert. Zinnert konnte in Bad Berneck aus Nürnberg nicht nur Generalkonsul Asip Kaya, sondern auch den türkischstämmigen Landtagsabgeordneten Arif Tasdelen begrüßen. Der verriet „in Bayreuth groß geworden“ zu sein. Er war mit seinem Bruder, dem Bayreuther Stadtrat Halil Tasdelen, gekommen. Aber auch die Bürgermeisterkollegen Harald Schlegel aus Gefrees und Stephan Unglaub aus Bischofsgrün sowie den zweiten Goldkronacher Bürgermeister Klaus Dieter Löwel konnte Zinnert begrüßen.
„Das deutsch-türkische Familienfest ist ein fester Bestandteil und Höhepunkt im Festkalender“, legte sich der SPD-Ortsvorsitzende Udo Sauerstein in seiner Begrüßung fest. „Ich möchte mich bei allen Helfern bedanken“, so Sauerstein weiter. Und dabei sprach er von insgesamt über 40 Personen, die sich in den Nachmittag einbrachten, die einzelnen Stände oder Spielstationen besetzten oder im Service tätig waren. Sauerstein erläuterte den Gästen auch, dass wie gehabt das Büffet gratis angeboten wurde, nur Spendenboxen darauf warteten, gefüllt zu werden. Wobei die Erlöse an die Vereine und Kindertagesstätten in Bad Berneck gehen sollten. „Miteinander feiern, essen und untereinander kennen lernen“, sei die Intention des Festes.
Konsul Asip Kaya bestätigte, dass es für ihn eine große Freude sei, eingeladen worden zu sein. Er wolle die Tradition seiner Vorgängerin weiter führen und wenn irgend möglich alljährlich nach Bad Berneck kommen.
„Herzlichen Glückwunsch, solche Feste müsste es noch viel mehr geben“, lobte auch Dekan Hans-Martin Lechner. „So ein Fest trägt wie kaum etwas anderes zum Frieden in der Welt bei“, ergänzte er.

Janna Weiß (li.) und Svenja Döbl gefielen mit ihrer Bauchtanzeinlage.

Janna Weiß (li.) und Svenja Döbl gefielen mit ihrer Bauchtanzeinlage.

„Das Fest wird sehr, sehr gut angenommen“, freute sich nach einem stimmungsvollen Nachmittag Taner Ekici vom Organisationsteam.
Mitorganisator und Stadtrat Wolfgang Kruhme pflichtet ihm in seinem Fazit bei „Es war eine absolute Topveranstaltung. Im letzten Jahr waren es circa 800 Besucher, diesmal sind rund 1200 gekommen. Und das vor dem Hintergrund, dass wir kaum Werbung in überregionalen Medien gemacht haben. Ohne Wenn und Aber – das Fest war ein Riesenerfolg. Auch dank der vielen ehrenamtlichen Helfer, die wir hatten. Alle haben mit angepackt – sowohl beim Auf als auch beim Abbau. Auch der türkische Generalkonsul war begeistert. Er hat mir gesagt, dass er noch nie ein Fest miterlebt hat, auf dem so viele Deutsche und Türken gemeinsam feiern. Für uns wäre es schön, wenn sich der Kreis der Helfer für künftige Familienfeste noch erweitern würde, um der steigenden Besucherzahl Rechnung künftig tragen zu können“, blickte Kruhme auch schon einmal in die Zukunft .
„Es hat uns gefreut, dass das Fest so gut bei der Bevölkerung ankommt“, zeigt sich auch SPD-Ortsvorsitzende Udo Sauerstein vom Zuspruch überwältigt. „Der Grundgedanke des Festes ist, miteinander zu feiern. Man knüpft neue Kontakte, lernt neue Leute Kennen“, fasste er das Anliegen hinter dem Fest zusammen. „Gelobt wurde die entspannte Atmosphäre. Die Leute waren aber auch angetan von der Speisenauswahl“, hat er aus Gesprächen danach mitgenommen.
„Ich sehe, dass Sie das in Bad Berneck leben, worüber wir seit Jahrzehnten diskutieren“, freute sich dann MdL Arif Tasdelen. „Ich bin in Bayreuth groß geworden und war oftmals in Bad Berneck“, verriet er. „Integration kann nur funktionieren, wenn wir miteinander reden – aber auch wenn wir solche Feste feiern“, so Tasdelen weiter. Und er fügte an, dass die Worte an die Bad Bernecker seine erste offizielle Rede als Landtagsabgeordneter im Landkreis Bayreuth war.
Danach übergab Bürgermeister Jürgen Zinnert die Bad Bernecker Friedenstaube, die schon seit der Premiere des Festes mit diesem verbunden ist, als Leihgabe an den neuen Generalkonsul Asip Kaya. Die Taube ist eine von 30, die der Künstler Richard Hillinger geschaffen hat, und die als „wandernde Kunstwerke“ für die Menschenrechte werben sollen.
Das stimmungsvolle Fest wurde übrigens musikalisch untermalt von der türkischen Musik-Gruppe Gurpka-Rizma aus Nürnberg.
Nach dem großen Erfolg können damit also ab sofort die Planungen für eine Neuauflage laufen. Die wird auf jeden Fall kommen. wie Udo Sauerstein bestätigte. „Die Leute fragen schon nach dem nächsten Jahr“, ergänzte er. Das Fest hat sich tatsächlich seinen festen Platz im Terminkalender der Kurstadt gesichert. Harald Judas


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