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Nach dem Schießen Pfarrer Kneipp von allen Seiten anschauen

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Hochsommerliche Temperaturen, topmotivierte Athleten, eine Bilderbuchkulisse und eine erstklassig organisierte Veranstaltung. Das war der eine, der positive Teil des ersten Bad Bernecker Sommerbiathlons, der am vergangenen Samstag im Kurpark über die Bühne ging. Der andere, weniger positive Teil war die Resonanz. Lediglich 60 Starter, darunter nur vier Erwachsene, waren gekommen und auch nur wenige neutrale Zuschauer. „Das war schon eine herbe Enttäuschung“, machte auch Hauptorganisator Peter Baldauf von der Bad Bernecker Schützengesellschaft aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Von der Schießbahn aus ging es direkt in die Strafrunde.

Von der Schießbahn aus ging es direkt in die Strafrunde.

Zusammen mit der JFG Fichtelgebirge hatten die Schützen diese Veranstaltung aus der Taufe gehoben. Und dabei keine Kosten und Mühen gescheut. Schon am Abend vorher hatten sie begonnen, die Strecken zu trassieren, den Schießstand aufzubauen, Zelte zu errichten, Kuchen zu backen und das sonstige Equipment in den Kurpark zu schleppen. Rund 30 Helfer waren am Wettkampftag selbst im Einsatz, es gab Bratwürste, Steaks sowie rund ein Dutzend Kuchen und Torten. Dem großen Angebot gegenüber standen gerade einmal 60 Starter und rund 50 Zuschauer, meist waren es Familienangehörige.
„Uns sind wegen der Hitze noch ein paar Teilnehmer kurzfristig abgesprungen“, erklärte ein leicht zerknirschter Peter Baldauf und ärgerte sich auch darüber, dass es nicht gelungen war, „das Thema Sommerbiathlon“, diesen fraglos faszinierenden Zweikampf, bestehend aus Laufen und Schießen, in andere Vereine oder in die breite Bevölkerung zu tragen. Denn außer der Schützenjugend und der JFG Bad Berneck – sie stellte den Löwenanteil der Teilnehmer – waren nur noch ein paar Kinder der SG Röhrenhof Bad Berneck, einige wenige Bad Bernecker Feuerwehr-Jugendliche und eine Handvoll Nachwuchsbiathleten aus Neubau und ein Quartett vom WSV Weißenstadt gekommen. „Das ist schon ein bisschen schade. Da heißt es immer, keiner macht etwas. Und dann wird solch eine tolle Sache geboten und keiner kommt“, fasste der Schützenmeister enttäuscht zusammen. Auch aus Stadtratskreisen waren nur Bürgermeister Jürgen Zinnert und Jugendreferentin Frauke Wick gekommen, die neben einem Grußwort auch noch die Siegerehrung der Schülerklasse vornahmen. Beide städtischen Vertreter zollten den zwei veranstaltenden Vereinen „höchsten Respekt“ (Jürgen Zinnert) für diese Premiere und lobten das Ansinnen, „Vereine und Bürger“ näher zusammenzubringen.
Das ist freilich nur bedingt gelungen – angesichts des ausbaufähigen Zuspruchs. Aber: Ein Erfolg war die Veranstaltung vor allem für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Sie waren mit Feuereifer bei der Sache, lieferten sich packende Laufduelle, und ließen ihren Emotionen freien Lauf, wenn es nach fehlerhaften Schießleistungen in die 50 Meter lange Strafrunde ging, die rund um die Kneipp-Büste trassiert war. „Hier konnte man sich „den Pfarrer von allen Seiten anschauen“, wie es Moderator Harry Kröhn ebenso witzig wie treffend formulierte.
Alles in allem boten die acht- bis 16-jährigen Teilnehmer beachtliche Leistungen. Wie beispielsweise die neunjährige Neubauer Nachwuchsbiathletin Charlotte Bauer, die all ihre männlichen Kontrahenten abhängte, basierend auf nur einem Schießfehler. Herausragend auch der 14-jährige JFG-Fußballer Alexander Ehl. Er siegte souverän – dank der mit Abstand besten Laufleistung und nur eines Schießfehlers.
Gerade diese Begeisterung bei den Kindern und Jugendlichen überdeckte die anfänglich leichte Enttäuschung bei den Organisatoren. Die, so bekräftigte Peter Baldauf, sind zum Großteil wild entschlossen, im kommenden Jahr eine Neuauflage zu starten und dann das Einzugsgebiet noch zu erweitern. Bestärkt werden dürften sie in ihrem Tun durch das, was Thomas Bauer sagte. Er ist Biathlon-Sportwart beim SC Neubau, Vorsitzender der Biathlonfreunde Fichtelgebirge und war am Samstag auch im Kurpark, hatte Startnummern und Lichtpunktgewehre mitgebracht und meinte zum Abschluss: „Eine bestens organisierte Veranstaltung und das vor dieser Traumkulisse im Kurpark. Die interessante und auch für Zuschauer spannende Biathlonveranstaltung wurde – auch nach dem nationalen Regelwerk – perfekt umgesetzt. Es waren für mich auch schon überraschend viele Teilnehmer beim ersten Mal. Ich glaube aber, die positiven Stimmen aller Beteiligten bringen im nächsten Jahr nochmal eine Steigerung der Sportler und vor allem auch der Zuschauer. Der Veranstaltungsort war perfekt gewählt und auch die Strecken waren für jede Altersgruppe machbar und dennoch anspruchsvoll. Für mich ein ganz außergewöhnlich schönes Biathlon-Event.“

INFO
Wer nicht bis nächstes Jahr warten möchte, kann auch gerne zum Training nach Neubau kommen. Biathlontraining ist donnerstags von 18.00 bis 19.30 Uhr und sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr. Bis 15 Jahre wird hier zwischen den Schießeinheiten gejoggt, erst in der Jugend geht es im Wettkampf auf Skiroller. Beim reinen Lauftraining wird aber auch schon ab 6 Jahren mit Inlinern und ab ca. 9 Jahren auf Skirollern trainiert, um auch den Übergang in den Schnee zu erleichtern. Kontakt: biahtlonfreunde@gmx.de oder 0171-8663999


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