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Neues Konzept mit großem Zuspruch belohnt

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Den Erfolg des letzten Jahres nicht nur bestätigt, sondern sogar übertroffen: Darin waren sich zumindest Organisatoren und Mitwirkende einig, als sie am Montag nach der Neuauflage des Sommerparkfestes Bilanz zogen. Das diesmal dreitägige Fest hatte knapp 4000 Besucher in den Kurpark gelockt, also rund 1000 mehr als im vergangenen Jahr und dennoch ein Minus von rund 4500 Euro hinterlassen. Der Begeisterung im Rathaus tat dies trotzdem keinen Abbruch. Bürgermeister Jürgen Zinnert sprach sogar „vom Tollsten, was ich die letzten 15, 20 Jahre da hinten erlebt habe“. Und Sandra Baumann von der Tourist-Information fügte an, dass „dieser enorme Image-Gewinn“ die rote Zahl locker kompensiere. Zumal jetzt schon größere Sponsoren für das nächste Jahr ihr Engagement angekündigt hätten.

Der Höhepunkt der Italienischen Nacht: Das perfekte Zusammenspiel von Feuer-Künstlerin Anne Devries (rechts) und Sopranistin Catriona Gallo.

Der Höhepunkt der Italienischen Nacht: Das perfekte Zusammenspiel von Feuer-Künstlerin Anne Devries (rechts) und Sopranistin Catriona Gallo.

Woran es lag, dass man trotz der Steigerung der Besucherzahlen keine Kostendeckung hinbekam? Am Samstagabend. Oder konkret: An der Italienischen Nacht. Hier fehlten den Organisatoren rund 500 zahlende Besucher im Vergleich zum Vorjahr. 2300 im letzten Sommer standen rund 1800 an diesem Wochenende gegenüber. Wo die 500 geblieben sein sollten, konnte man sich auch in der Tourist-Information nur schwer erklären. Schließlich hatte man mehr Tische und Bänke aufgestellt als 2013. Die Tatsache, dass diese Garnituren komplett besetzt waren, trug ein Übriges zur Verwunderung bei, als man sich am Montag an den Kassensturz machte. „Die Familien, die schon nachmittags da waren und nur bis zum Lampionumzug bleiben wollten, haben wir gar nicht abkassiert“, wagte TI-Mitarbeiter Gerald Jung einen Erklärungsversuch und vermutete, dass auch die Fliegende Kasse nicht alle Besucher erreicht haben könnte.
Depression löste das überschaubare Minus nicht aus, „schließlich stand nicht der wirtschaftliche Erfolg im Mittelpunkt. Wir wollten ein Fest für Familien machen. Und das ist absolut gelungen“, erklärte Gerald Jung und machte deutlich, welch großen Werbewert die Stadt durch dieses „Fest der Superlative“ im Vorfeld, im Nachgang und durch die Besucher selbst erfahren habe. „Müsstest Du solche Image-Kampagnen bezahlen, kämest Du locker auf 10.000 Euro“, rechnete der TI-Mitarbeiter vor.
Abseits des schnöden Mammons gab es ohnehin keine zwei Meinungen – zumindest nicht bei Organisatoren und Mitwirkenden. „Ohne Wenn und Aber, das Fest war ein riesiger Erfolg“, sagte Sandra Baumann. Und Jürgen Zinnert ergänzte: „Das Gesamtbild, die Organisation, die Zusammenarbeit – klasse.“ Schon der Freitagabend mit dem Iriischen Folk-Konzert und einer Whisky-Verkostung war besser als erwartet. „Da hatten wir schon ein bisschen Bammel gehabt“, verriet Mit-Organisator Matthias Hartl von der Lindenmühle und war „leicht begeistert“, dass dann über 300 zahlende Besucher registriert wurden. Er sieht diesen Zuspruch als Bestätigung des neuen Konzeptes, das Sommerparkfest schon am Freitag beginnen zu lassen.
Besuchermagnet Nummer eins war freilich auch in diesem Jahr der Samstag mit dem Gartenkunstmarkt, dem Kindernachmittag und der Italienischen Nacht. 900 Besucher am Mittag und Nachmittag, 1800 am Abend – so schätzt Gerald Jung „ganz vorsichtig“ seien gekommen. „Das Ansinnen, dass die Bad Bernecker das Sommerparkfest als ihr Fest begreifen, ist aufgegangen“, resümierte der TI-Mitarbeiter. Gerade an diesem Samstag sei das deutlich geworden. Feuerwehr, Schützen, Fichtelgebirgsverein, TSV und SPD – sie alle hatten Mitglieder in den Kurpark entsandt, um die weit über 200 Kinder mit Torwandschießen, Lampion-Basteln, Lichtpunkt-Gewehr-Schießen, Schiffchen-Wettrennen, Zielspritzen und vielem mehr zu bespaßen. „Das ist das, was dieses Fest ausmacht. Dass hier so viele Bad Bernecker mitgearbeitet, sich engagiert haben. Darauf kann man stolz sein“, freute sich Stadtrat Joachim Beth, der den Gartenkunstmarkt maßgeblich organisiert hatte.
Und auch drüben auf der anderen Ölschnitzseite – nur zufriedene Gesichter. 39 Gartenkünstler waren gekommen – mehr geht nicht. Sie hatten ihre Stände von der Kurpark-Brücke bis zum Kiosk aufgebaut und auch in der Neuen Kolonnade. Der überwiegende Tenor: zufrieden mit den Umsätzen, begeistert von der Atmosphäre. „Wenn wir dürften, würden wir im nächsten Jahr gerne wiederkommen“, zitierte Joachim Beth eine zufriedene Ausstellerin. Sie profitierte, wie alle anderen Anbieter auch, von dem diesmal zweitägigen Markt. „Am Samstag wurde eher geschaut, am Sonntag dann gekauft.“ Lobend erwähnt wurden hier auch immer wieder Bauhof und Stadtgärtnerei. Deren Mitarbeiter hatten nicht nur den Kurpark „wunderschön vorbereitet“ (Sandra Baumann), sondern auch die Abfahrstrecke der Gartenkünstler über die Waldlust bestens ausgeschildert. „Es gab hier überhaupt keine Probleme“, fasste Joachim Beth zusammen. Problemlos auch die Nacht. Hier wurde das Gelände der Aussteller abgesperrt. Die Bewachung der Stände übernahm kurzerhand die Bad Bernecker Jugendfeuerwehr.
Uneingeschränkter Höhepunkt war freilich die Italienische Nacht. Die avancierte dank der ebenso aufwendigen wie stimmungsvollen Illumination von Lichttechniker Wolfgang Kögel und seinem Team schon weit vor dem Feuerwerk zum Hingucker. Flankiert wurde der Abend von einem noch größeren kulinarischen Angebot als im letzten Jahr. Lasagne, Pasta, Baguettes, Antipasti, Käsevariationen und vieles mehr hatte das Team der Lindenmühle vorbereitet. Und die Pizza dafür weggelassen. Gerade die so beliebte italienische Teigspezialität hatte ja im letzten Jahr lange Wartezeiten verursacht. Diesmal: keine Pizza, keine Wartezeiten. Dass am Samstagabend kein Gast mit knurrendem Magen vor den Essensständen darben musste, lag aber freilich auch an dem aufgestockten Personal. Alleine zwölf Mann des Catering-Teams kümmerten sich ausschließlich um die feste Nahrung.
Bestens gestärkt und begleitet von den erdigen Klängen der Frankinellis, die nicht nur Gerald Jung als Glücksgriff adelte, steuerte man als Gast dann der dreiteiligen Feuer-Show entgegen. Die bot „Gänsehaut-Feeling pur“ (Matthias Hartl), war „einfach traumhaft“ (Sandra Baumann) und „unglaublich beeindruckend“ (Jürgen Zinnert). Zunächst begann Anne Devries, die am Nachmittag schon als übergroßes Fabelwesen im Kurpark unterwegs gewesen war, mit ihrer akrobatischen Feuershow – zu Beginn nur von klassischen Klängen begleitet. Zum Komplettgenuss wurde das „Feuer im Park“ dann, als die in Bad Berneck beheimatete Sopranistin Catriona Gallo mit einstimmte. Als bei „Phantom of the opera“ und „Nessun dorma“ dann auch noch der Mond über dem ehemaligen Café Wallenrode emporstieg, war es auch um die hartgesottensten Bad Bernecker geschehen. Es brandete spontaner Beifall auf.
Den gab es auch für das Feuerwerk des Bayreuthers Jürgen Kolb. Dieses Spektakel war sicherlich etwas bescheidener als bei so manch anderem vergleichbaren Fest, dafür aber nicht minder stimmungsvoll und damit optimal abgestimmt auf diesen Abend, der schließlich mit Musik aus Harry Kröhns Plattenschrank und an der Feuerwehr-Bar weitergeführt wurde und bis in die frühen Morgenstunden andauerte.
Vom Feier-Modus gelang der Brückenschlag dann binnen weniger Stunden zur „Flanier-Atmosphäre“, wie Matthias Hartl die Stimmung am Sonntag umschrieb. Gartenkunstmarkt, musikalischer Frühschoppen, Jugendblasorchester und Gesangverein lockten an die tausend Besucher an. „Auch damit können wir absolut zufrieden sein“, vermeldete Gerald Jung, obgleich Matthias Hartl hier noch die meiste Luft nach oben sah. „Hier müssten wir versuchen, die Leute noch früher in den Park zu bekommen.“ In der Tat wurde es am Sonntag erst so richtig voll, nachdem man zum Mittagstisch eingekehrt war. Wovon natürlich auch die Bad Bernecker Gastronomen profitiert haben dürften.
Was indes jetzt schon fest steht: Das Fest auf drei Tage auszudehnen, war der richtige Weg. Einer Wiederholung im nächsten Jahr steht nichts im Wege.


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