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Sechs Ostereier für den TSV

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Was hatte man für Manschetten vor dem Osterwochenende gehabt: Erst zum BSC Kulmbach, der die letzte Chance hatte, noch einmal im Kampf um die Aufstiegsplätze einzugreifen, dann zum SV Cottenau, der sich mit aller Macht gegen den Abstieg in die B-Klasse stemmt. Am Ende waren die Befürchtungen wohl gar nicht schlecht, halfen sie doch dem TSV Bad Berneck, mit hoher Konzentration ans Werk zu gehen. Herausgekommen sind zwei deutliche Erfolge: Einem beeindruckenden 7:2 in Kulmbach ließ die Harreis-Elf ein 5:2 in Cottenau folgen.

Nicht zu stoppen: Unter den Augen des Wartenfelser Coaches Harald Bauer (links) entledigt sich Bad Bernecks Spielmacher Maximilian Völkl hier gleich zweier Cottenauer Abwehrspieler.

War es vielleicht schon die Vorentscheidung im Aufstiegsrennen? Wohl noch nicht! Aber ein wichtiger Schritt war es allemal. Bei noch vier ausstehenden Spielen und einem Vorsprung von sieben bzw. neun Punkten auf die Hauptverfolger Wartenfels und Lanzendorf (beide haben noch ein Spiel mehr zu absolvieren) erweckten die Harreis-Schützlinge den Eindruck, als eilten sie der Kreisklasse mit Siebenmeilenstiefeln entgegen. Sieben siegreiche Spiele in Folge haben sie mittlerweile vorzuweisen, stets überzeugten sie mit hoher Konzentration und ebensolcher Geschlossenheit. Zudem haben sie mit Maximilian Völkl den wohl derzeit besten Akteur der Liga in ihren Reihen. Alleine fünf der zwölf TSV-Treffer am Wochenende gingen auf das Konto des Bad Bernecker Regisseurs, der in dieser Saison damit schon 27 Mal ins Schwarze traf. Auffällig auch, dass sich die Bad Bernecker eines immer größer werdenden Anhangs erfreuen dürfen. Waren nach Kulmbach rund 50 Schlachtenbummler mitgereist, waren es in Cottenau schon deren 70.

 

BSC Kulmbach – TSV Bad Berneck 2:7 (1:3)

„Super, mit welch großer Disziplin wir hier agiert haben“, freute sich Spielertrainer Klaus Harreis am Ende über einen unerwartet hohen Sieg beim BSC, dem man im Heimspiel noch mit 2:1 den Vortritt hatte lassen müssen. Disziplin? Was er meinte, war wohl die Gelassenheit, die seine Akteure an den Tag legten als Reaktion auf die teils rüden Attacken der Gastgeber, die sich nicht weniger als fünf Tätlichkeiten leisten, aber immer ungestraft davon kamen.

Der TSV jedenfalls hatte immer eine sportliche Antwort parat. Nach einer Schrecksekunde in der 3. Minute, als BSC-Goalgetter Genctir aus fünf Metern vollkommen frei vor Keeper Christopher Uhlig zum Schuss kam, den Ball aber in die Wolken beförderte, übernahm der TSV das Kommando. Was auf dem knüppelharten, holprigen Geläuf ein nicht einfaches Unterfangen darstellte. Dennoch: Mit zielstrebigen Konterattacken über Völkl, Schmidt und Tobias Neukam wurde die BSC-Defensive ein ums andere Mal aus den Angeln gehoben. Die Folge war ein blitzsauberer 3:0-Vorsprung durch Treffer von Onur Kurt per Kopf und zwei Mal Tobias Neukam nach Alleingang und Foulelfmeter.

Getrübt wurde die Freude aber noch vor dem Pausentee durch den selbsternannten ruhenden Pohl der Partie: Schiedsrichter Bienlein. Sonst blieb seine Pfeife meistens stumm, bei einem Allerweltszweikampf im TSV-Strafraum zeigte er auf den Elfmeterpunkt. Diese Chance ließ sich Blehm nicht entgehen und sorgte dafür, dass man sich in der Halbzeitpause doch noch einmal gegenseitig wachrüttelte. Denn so ganz ohne war die Offensivabteilung der Blaicher auch nicht gewesen.

Nach dem Pausentee aber wurde diese dann komplett abgemeldet, es spielte nur noch der TSV, der geführt von Maximilian Völkl, einen Angriff nach dem anderen auf das BSC-Gehäuse rollen ließ. Weitere blitzsaubere Treffer von Ti. Neukam, Hartmann und Völkl (2) waren die Folge. Die Heimelf machte nur noch durch Fouls, Tätlichkeiten und Verbalattacken auf sich aufmerksam. Letztlich hätte man den Sieg bei konsequenterer Chancenauswertung noch weiter in die Höhe schrauben können, da die BSC-Abwehr kaum mehr existent war.

 

SV Cottenau – Bad Berneck 2:5 (2:2)

„Ein hartes Stück Arbeit gegen einen Gegner, der sich mit allen Mitteln wehren wird“, hatte TSV-Coach Klaus Harreis vor der Partie prophezeit. Er sollte Recht behalten. Da der Rasen auf Cottenaus Höhen eher einer Wiese mit ackerähnlichen Zügen glich, war vom Anpfiff weg Kampf Trumpf. Und der Gastgeber war von Beginn an ebenbürtig. Ein frühes Freistoßtor von Wich, das Tobias Resch fast postwendend aus dem Gewühl heraus ausgleichen konnte, brachte auch nur wenig Linie ins TSV-Spiel. Und selbst nach Schumachers Führungstreffer, ein trockener Schuss aus 20 Metern nach herrlichem Doppelpass mit Maximilian Völkl, vermittelte nicht das Gefühl, der Gast steuere in sicheres Fahrwasser. Im Gegenteil. Auf dem holprigen Geläuf waren Zufall Tür und Tor geöffnet. Und so kam es, wie es kommen musste: Im Anschluss an eine Ecke köpfte Klaus Harreis Cottenaus Routinier Trier den Ball genau vor die Füße. Dieser nahm Maß und versenkte das Leder volley im TSV-Gehäuse – das 2:2 direkt mit dem Halbzeitpfiff.

Dieser Schock schien den Gästen in den Gliedern zu stecken. Nach Wiederanpfiff brauchten sie gut 15 Minuten, um sich zu erholen. Man gestattete dem Gast auch zu viele Freiheiten im Mittelfeld, was zu einigen gefährlichen Aktionen rund um den Bad Bernecker Strafraum führte. Zählbares aber sprang nicht heraus. Wesentlich zielstrebiger der TSV, bei dem nun Maximilian Völkl den Unterschied machte. Der Regisseur unterstrich seine Topform mit drei Toren. Zweimal mit dem Kopf und einmal nach einem unwiderstehlichen Alleingang war er erfolgreich. Er markierte damit einen lupenreinen Hattrick gegen einen tapfer weiter rackernden SV Cottenau. Spätestens nach seinem dritten Treffer war der Käse aber gegessen.

 


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