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Stein und seine Geschichte

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eine Heftreihe zu historischen Themen initiiert. Der Geschichte der Burg Stein wird sich im nächsten Beitrag Georg Wolf annehmen. Und nun vorab stellte er den Inhalt des Heftes im Rahmen eines Vortrages und in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein für Oberfranken vor.

 

Stein darf als „mittelalterliches Machtzentrum“ eingestuft werden. Georg Wolf (rechts) hat für ein Heft des Historischen Forums Gefrees die wichtigsten Fakten zusammengetragen und nun in der Burgkapelle vorgestellt.

„Stein, ein mittelalterliches Machtzentrum“ war der Vortrag überschrieben. Norbert Hübsch, der Vorsitzende des Historischen Vereins für Oberfranken, übernahm die Begrüßung und fasste zusammen, dass sich Georg Wolf über viele Jahre die Mühe gemacht habe, Fakten zusammenzutragen.

Georg Wolf erinnerte sich, dass man vor zweieinhalb Jahren mit der Bitte auf ihn zugekommen sei: „Du könntest doch mal was schreiben“. Inzwischen ist das Heft, als Teil 6 der Gefreeser Geschichten, annähernd fertig und hätte eigentlich am Abend des Vortrags schon vorgestellt werden sollen. Doch dann waren noch neue Unterlagen aufgetaucht, die Georg Wolf unbedingt mit aufnehmen wollte. So ist die Erscheinung des Heftes auf Oktober verschoben. Doch beim Vortrag über die Burg Stein blieb es. Und so versuchte Georg Wolf wirklich Licht in die Anfänge der Besiedlung zu bringen.

Denn Spuren aus der Region gibt es schon aus der Steinzeit. Georg Wolf erinnerte an den Fund eines Steinbeils beim Flugplatzbau in Bindlach 1941 oder an bei Lanzendorf gefundene Hügelgräber aus der Hallstadtzeit.

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Stein ist zwischen 1028 und 1040 zu datieren. Das genaue Jahr lässt sich nicht festlegen, weil die entsprechende noch vorliegend Urkunde nicht datiert ist. Anhand der darin erwähnten Personen und per Vergleich mit anderen datierten Quellen lässt sich die Zeit allerdings in etwa eingrenzen. In Flurnamen hingegen lässt sich mitunter auch ein Vermächtnis keltischer (bspw. Deps) oder slawischer (Bsp. Lübnitz) Einwohner finden.

Wolf versuchte die Frage zu beantworten, warum an dieser Stelle eine Burg entstand. Und er kam zum Schluss, dass die Burg einerseits zur Sicherung an einem Straßenkreuz stand, und zwar der Kreuzung der Via Imperii, von Bad Berneck nach Lützenreuth, sowie einer Straße von Marktschorgast kommend über Hermersreuth ins zentrale Fichtelgebirge. Die Turmhügel Wasserknoden, Altenberneck und Hermersreuth seien deshalb als vorgeschobene Posten anzusehen. Die zweite Bedeutung lässt sich an der Lage der Burg in einem Grenzgebiet festmachen, also der Befestigung der Bistumsgrenze Bambergs gegen Regensburg oder weltlich der Grafen von Schweinfurt. Zur Ortschaft Stein äußerte Wolf die Vermutung, dass die Walpoten schon vor dem 10. Jahrhundert vor Ort gewesen sein könnten. In der weiteren Geschichte sind mit Stein dann die Hirschberger und die Sparnecker zu nennen. Die Burg wurde erstmals 1342 erwähnt und der Pallas geht auch auf diese Zeit zurück. Stein hatte zu dieser Zeit Bedeutung als Grenzburg gegen die Burggrafen, die zu der Zeit Berneck erworben hatten.

Georg Wolf ging ausführlich auf die weitere Geschichte der Burg ein und natürlich darauf, dass durch die Einrichtung einer Burgkapelle im Jahre 1677 in das seinerzeit letzte Haus der Burganlage der endgültige Verfall gestoppt wurden. Letztlich blieb nur dieses Haus stehen und Stein verlor auch immer mehr an Bedeutung. Jedoch wurde zumindest die Einrichtung der Kirche 1686 im Jahre 1880 nochmals bestätigt. Weshalb übrigens seitdem noch regelmäßig Gottesdienste stattfinden.

Wie erwähnt hat Georg Wolf, der Vorsitzende der Burgfreunde, seine Erkenntnisse zusammengestellt. Der tatsächliche Erscheinungstermin wird über die Internetseite des Forums hf-gefrees.de bekannt gegeben, wo auch eine Bestellmöglichkeit besteht. Öffentliche Verkaufsstellen sind unter anderem die Stadtverwaltung in Gefrees und die Raiffeisenbank in Gefrees. Harald Judas

 


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