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Tabellenführung futsch

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Im sechsten Spiel vor eigenem Anhang hat der TSV Bad Berneck seine weiße Heim-Weste verloren – und die jüngst eroberte Tabellenspitze gleich mit. Verantwortlich dafür war ein 3:3 im Kreisklassen-Spitzenspiel gegen den SV Weidenberg, das dem SV Kirchahorn die Rückkehr an die Tabellenspitze ermöglichte.

 

Hart aber fair: Hier hat sich TSV-Spielertrainer Klaus Harreis einer heftigen Attacke von Weidenbergs Stürmer Christian Wunderlich zu erwehren. Der machte in der Schlussphase noch einmal von sich reden.

Vor allem für die Heimelf und ihren Anhang war das 3:3 eine Enttäuschung: Da war zum einen der Zeitpunkt des   3:3-Ausgleichs, dann die weitaus größeren Spiel- und Chancenanteile, die aus dem Remis eine gefühlte Niederlage werden ließen. Erst in der 89. Minute glichen die Weidenberger durch Rabenstein per Strafstoß aus, nachdem es die Bad Bernecker verpasst hatten, den Sack vorzeitig zuzumachen. Der Strafstoß war eine harte, aber vertretbare Entscheidung, die der sicher leitende Unparteiische fällte. Weidenbergs Wunderlich hatte bei TSV-Verteidiger Stefan Hartmann eingefädelt, der sein Bein stehen lassen hatte. „Den kann man geben“, bestätigte auch TSV-Spielertrainer Klaus Harreis, dem die Enttäuschung noch lange ins Gesicht geschrieben stand.

„Wenn Du zuhause drei Tore schießt, dann sollte das eigentlich reichen“, sagte er zerknirscht, bescheinigte seinen Mannen aber „ein eigentlich sehr gutes Spiel. Es hat mich nur frustriert, dass wir uns dafür nicht belohnt haben.“

Drei Mal lagen die Kurstädter in Front, drei Mal kassierten sie den Ausgleich. Kein einziges Mal aus dem Spiel heraus, sondern jeweils nach Standardsituationen. „Das ist schon auffällig, daran müssen wir auch arbeiten“, sagte Klaus Harreis.

Die Bad Bernecker begannen gegen körperlich sehr präsente Gäste furios: Einen Querpass von Maximilian Völkl verwertete Youngster Philipp Hörath (8.) aus elf Metern trocken ins linke Eck des Weidenberger Gehäuses. Doch die Freude währte nicht lange. Nach einer flach getretenen Ecke schlief die TSV-Abwehr, Zapf war zur Stelle und vollendete aus kurzer Distanz. Die Bad Bernecker aber blieben am Drücker. Über Völkl und den enorm engagierten   Andre Russ brachten sie die kompakte Weidenberger Defensive doch mehrmals in Verlegenheit. Russ war es auch, der das druckvolle Spiel seiner Elf mit dem 2:1 belohnte und damit auch die beste Bad Bernecker Phase einläutete.

Hinten aufmerksam und vorne mit viel Zug zum Tor kreierten sie die eine oder andere erstklassige Chance. Wobei Tim Reichel zweifelsohne die größte von allen hatte. Als er in der 58. Minute fünf Meter vor dem SVW-Gehäuse an den Ball kam, traf sein Schuss aber nur einen Weidenberger Abwehrspieler.

Das sollte sich in der 70. Minute rächen. Ein weiter Ball, der eine gefühlte Ewigkeit in der Luft war, landete vor den Füßen des Weidenbergers Krause, der dann aus kurzer Distanz keine Mühe hatte, zum 2:2 zu vollenden.

Der TSV reagierte wütend und drängte nun massiv auf die erneute Führung. Die auch gelang: Es war der auffällige Maximilian Völkl, der nach einem Strafraumgetümmel am schnellsten schaltete. Nun schien alles bereitet für den sechsten Sieg im sechsten Heimspiel. Bis in der vorletzten Minute der Unparteiische auf den Punkt zeigte.

 

Fazit des Spiels: Es war ein unnötiger Punktverlust, den der TSV gegen einen lauf– und spielstarken Gast quittierte. Während die Offensive ihr Soll mit drei Treffern bestens erfüllte, sah die Defensive bei den drei Gegentoren nicht gut aus. Insgesamt erlebten die Zuschauer ein gutes, intensives und mit offenem Visier geführtes Spiel, das zwar hart, aber nie unfair war. Und dennoch hatte diese Partie einen negativen Höhepunkt, der die Gemüter an der Bande erhitzte und noch lange für Gesprächsstoff sorgte. Weidenbergs Stürmer Christian Wunderlich leistete sich in der Schlussphase eine grobe Unsportlichkeit. Nach dem 3:3-Ausgleichstreffer brannten beim 29-Jährigen anscheinend alle Sicherungen durch: Er beschimpfte zunächst die Bad Bernecker Zuschauer lauthals, um dann  unbeobachtet von Schiedsrichter Franz in Richtung des TSV-Anhangs sein Hinterteil zu entblößen. Beste beim TSV waren Timo Neukam, Russ, Back und Völkl.

 


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