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Thomas Guba wird neuer Dekan

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Nun herrscht Klarheit, wer als Nachfolger von Hans-Martin Lechner ab dem kommenden Jahr neuer Dekan in Bad Berneck wird: Es ist Pfarrer Thomas Guba, derzeit in Bad Alexandersbad auf der Projektstelle „Gemeinde- und Regionalentwicklung in Nordostbayern“ am Evangelischen Bildungszentrum tätig. Der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Bad Berneck und der Dekanatsausschuss wählten ihn am 19. September in gemeinsamer Sitzung.

ONLINE2Der gebürtige Bamberger ist 47 Jahre alt und hat zusammen mit seiner Frau Isolde drei erwachsene Kinder. Seit 2011 arbeitet er als Pfarrer auf der Projektstelle und leitet in dieser Funktion das Netzwerk „Gemeinsam für die Region“, das den Strukturwandel in Nordostbayern von kirchlicher Seite begleitet.
Nach seinem Vikariat in Burgkirchen a. d. Alz, Dekanatsbezirk Traunstein, und einem einjährigen Einsatz in Papua-Neuguinea war er Pfarrer in Simbach am Inn und dann über sieben Jahre in Röslau, Dekanatsbezirk Wunsiedel.
Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner leitete die Wahl. Sie gratulierte zum einen dem Dekanatsbezirk und der Kirchengemeinde Bad Berneck zu dieser Besetzung und zum andern Guba zu seiner neuen Aufgabe. Über den zukünftigen Dekan sagte sie: „Pfarrer Guba ist ein Netzwerker. Er versteht es, Menschen an einen Tisch zu bringen. Er ist Pfarrer der Volkskirche mit Leib und Seele mit dem Ziel, die Kirche ins Volk und so auch das Volk in die Kirche zu bringen. Er hat auf seiner letzten Stelle gute Ideen entwickelt, darunter die Berggottesdienste in Fichtelgebirge und Steinwald, die großen Anklang gefunden haben. Er wird auch in Zukunft stimmige und weiterführende Impulse setzen, sodass der Dekanatsbezirk geistlich und menschlich weiter zusammenwächst.“
Regionalbischöfin Dr. Greiner wird Thomas Guba in einem Festgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche in sein Amt einführen. Doch dies laut einer Mitteilung an die Medien aber sicher nicht vor Februar kommenden Jahres sein.

Nachgefragt bei Thomas Guba

Was erwartet die Bad Bernecker, wo sieht der neue Dekan seine Schwerpunkte? Pfarrer Thomas Guba stand dem Stadtanzeiger Rede und Antwort.

BBS: Herr Pfarrer Guba, das Dekanat Bad Berneck wird demnächst Ihre neue Heimat. Wie kam es, dass das neue Amt Ihr Interesse geweckt hat?
Pfarrer Thomas Guba: Wenn man im gemeindlichen Dienst tätig war, wenn man auf einer Projektstelle, also auch im übergemeindlichen Dienst unterwegs war, wenn man in verschiedenste Bereiche der kirchlichen Arbeit hineingeschaut hat, dann fragt man sich irgendwann wie es weitergehen soll. Ich bin 47 Jahre alt, habe also noch ca. 20 Dienstjahre vor mir. Bei jeder meiner bisherigen Stellen war ich gerne und mit ganzem Herzen dabei. In Bad Berneck kann ich das Gemeindliche mit dem Überparochialen verbinden. Beides steht in einem relativ ausgewogenen Verhältnis zueinander. Beidem gerecht zu werden ist eine große Herausforderung, der ich mich nun stellen will.

BBS: Wie genau kennen Sie Ihren neuen Wirkungsbereich und speziell die Stadt Bad Berneck schon?
Guba: Ich kenne Bad Berneck bisher natürlich nur von Kurzbesuchen. Einmal haben wir, begleitet durch 2. Bürgermeister Alexander Popp, einen „demographischen Spaziergang“ durch Bad Berneck gemacht. Dabei ging es vorwiegend um Möglichkeiten der Ortsentwicklung und um die Frage, wie der Ort attraktiv bleiben kann. Dabei haben wir auch das Kulturzentrum Kukuk besichtigt. Ich finde, dass sich da sehr viel Positives entwickelt hat.
Weiterhin ist Bad Berneck natürlich ein Begriff für mich als „Tor zum Fichtelgebirge“. Die Kirchengemeinden im Dekanat habe ich bisher als aufgeschlossen und aktiv erlebt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

BBS: Der ehemalige Bad Bernecker Pfarrer Hartmut Klausfelder war ja ebenfalls in Bad Alexandersbad tätig. Haben Sie sich schon mit ihm über Ihren neuen Wirkungskreis unterhalten?
Guba: Hartmut Klausfelder ist schon seit September 2013 nicht mehr in Bad Alexandersbad, sondern in Neustadt am Kulm als Pfarrer tätig. Da das gesamte Wahlverfahren strikter Geheimhaltung und Stillschweigen unterliegt, konnte ich mich mit ihm nicht unterhalten. Freilich gab es im Vorfeld Gespräche mit Dekan Lechner.

BBS: Auf was dürfen sich die Bad Bernecker erwarten, wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Guba: Es ist schwierig, sich selbst zu beschreiben. Das können andere meistens besser. Ich arbeite gerne zielorientiert, bin relativ gut organisiert und will trotzdem Spaß an der Arbeit haben. Ja, das darf sein, dass ein Pfarrer oder Dekan auch Spaß hat an dem, was er tut.

BBS: Wollen sie schon verraten, wo Sie die Schwerpunkte ihrer Arbeit sehen?
Guba: Ich würde es Ihnen verraten, wenn ich das wüsste. Ich will erst einmal die Gemeinden und das Dekanat kennenlernen. Ich habe bisher so gearbeitet, dass ich nach den Stärken vor Ort gesucht habe und dass wir diese Stärken ausgebaut haben. Ich denke, dass das ein gutes Vorgehen war und ist und sicherlich auch in Bad Berneck der richtige Weg sein wird. Ansonsten bin ich durch und von der Volkskirche geprägt. Das ist mir wichtig, dass jeder in unserer Kirche seinen Platz findet.

BBS: Sie sind als Netzwerker angekündigt, sehen Sie in dem Bereich eigentlich Defizite im Dekanat Bad Berneck?
Guba: Ich meine, dass das Dekanat und die Kirchengemeinde richtig gut aufgestellt sind. Beim „Netzwerken“ geht es auch gar nicht um das Entdecken von Defiziten. Netzwerken heißt auch nicht um jeden Preis Menschen zusammenzubringen. Das wäre ja eine Art von Bevormundung. Netzwerke sind immer freiwillig und vor allem haben Netzwerke für die Beteiligten immer einen Gewinn. Im Netzwerk kann man sich wunderbar ergänzen, sich gegenseitig helfen und man muss nicht alleine denken, weil man gute Ideen anderer auch aufgreifen darf, kann und soll. Insofern sind Netzwerke etwas Dynamisches, die sich immer entwickeln, auch Rückschritte sind dabei gar nicht ausgeschlossen.

BBS: Steht schon fest, wann Sie nach Bad Berneck umziehen werden und können Sie die Bürger schon vor Ihrer offiziellen Einführung erleben?
Guba: Das ist derzeit noch offen. Wir hoffen, dass es im Februar oder März so weit sein wird. Vorher werden Sie mich in Bad Berneck nicht erleben, jedenfalls nicht in offiziellem Auftrag, denn die Zuständigkeiten und Aufgaben sind ja gut verteilt. Aber ich freue mich sehr dann im Februar oder März mit meiner Frau in den Kirchenring zu ziehen.

 


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