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Trinkwasser und Straßen

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Vor allem mit dem Zustand ihrer Straßen und Wege scheinen die Neudorfer derzeit nicht recht zufrieden zu sein, wie die Bürgerversammlung im Gasthaus Kreutzer
überdeutlich aufzeigte.

 

Vertreter von Stadtrat und Verwaltung standen vor Ort für Fragen zu Verfügung.

Zum Einstieg in die Diskussion hatte Bürgermeister Jürgen Zinnert, „nachdem das in Wasserknoden und Escherlich die erste Frage war“ zunächst die aktuelle Einwohnerzahlen von Neudorf (185 Einwohner) und Gesees (49 Einwohner) mitgebracht.

Von Seiten der Bürgerinnen und Bürger brachte dann Werner Ganzleben zunächst den Vorschlag, die künftige Bad Bernecker Kläranlage so zu bauen, dass Landwirte die Inhalte ihrer Drei-Kammer-Gruben dorthin entsorgen können. Ein Anliegen, das sicher die Bewohner aller Außenorte haben dürften, wie Geschäftsleiter Werner Seirfert mutmaßte. Bauhofleiter Edwin Phohl erklärte dazu, dass dies bei der derzeitigen Kläranlage leider nicht möglich sei, prinzipiell aber machbar wäre. Dazu müsste ein Dossierbecken gebaut werden, von dem aus die Gülle dann nach und nach in den normalen Klärbetrieb zugeführt werde. Der Vorschlag soll nun auf jeden Fall geprüft werden.

Den baulichen Zustand der Ortseinfahrt von Neudorf war dann ein weiteres Thema. Dass neue Stoßdämpfer am Auto nur deswegen fällig waren, vermutete gar einer den Anwesenden. „Es geht um zwei Kübel Teer“, betonte der Anwohner. In dem Punkt konnte ihm Edwin Pfohl Erfreuliches verkünden. Denn der städtische Bauhof hatte schon im vergangenen Jahr mit umfangreichen Ausbesserungsarbeiten an den Straßen im Stadtgebiet begonnen. Dabei konnte mit den vorhandenen Haushaltsmitteln aber nicht der gesamte Stadtbereich abgewickelt werden. Insbesondere mehrere Außenorte wurden deshalb auf 2012 verschoben. Darunter auch Neudorf, ebenso wie etwa auch Gesees, Rimlas, Gothendorf und Köslar. Was den unmittelbaren Ortseingang betreffe, sei jedoch das Straßenbauamt am Zug. Ebenso wie auch die Hammerstraße werde die Stadt das Anliegen an das Straßenbauamt weitermelden.

Der Neudorfer hatte auch ein weiteres Anliegen mitgebracht. Er bat zu beachten, dass im Kreuzungsbereich besser nicht geparkt werden sollte. Stadtrat Thomas Ledwolorz entgegnete allerdings, dass es in dem Punkt genügen sollte, an die Vernunft des Einzelnen zu appellieren und regte an, die Angelegenheit innerörtlich zu klären.

Den Neudorfern und Geseesern den aktuellen Stand in Sachen Abwasserproblematik zu verdeutlichen, regte dann der Zweite Bürgermeister Alexander Popp an. Erster Bürgermeister Jürgen Zinnert verdeutlichte, dass von der momentanen Situation Neudorf und Gesees in der Tat am meisten betroffen seien. Das aus dem Tiefbrunnen II der Benker Gruppe stammende Uran im Wasser sei hierbei schon lange beobachtet worden. Nach dem inzwischen geltenden Grenzwert sei eine Aufbereitungsanlage zu bauen, die Kosten von 150.000 Euro verursachen werde. Eine Investition, deren Kosten letztlich  tragbar seien. Bis zu deren Bau werden allerdings noch drei bis vier Jahre ins Land ziehen, fasste das Stadtoberhaupt die Situation zusammen. Neu sei hingegen die Erkenntnis, dass es weit schwieriger sei, in gleichem Zuge auch das Problem des Kalks im Wasser zu beheben. Ursprünglich hieß es, der Kalk wäre in den Griff zu bekommen. Mittlerweile liege jedoch die Erkenntnis vor, dass der Bau einer entsprechenden Anlage gleich rund 1,5 Millionen verschlingen würde. „Dann schaut der Wasserpreis anders als bisher aus“, so der Bürgermeister. Zum Thema Kalk im Wasser ergänzte Stadtrat Hans Kreutzer, dass der Kalkgehalt im Wasser aus dem Neudorfer Brunnen selbst am stärksten sei.

Dann wurde aus den Reihen der Zuhörer daran erinnert, dass schon vor zwei Jahren bei der Bürgerversammlung zur Sprache kam, dass die Rinnsteine in Neudorf nicht mehr in Ordnung seien. Alle „gravierenden Dinge werden gerichtet“, kündigte Bürgermeister Jürgen Zinnert an.

Bauhofleiter Edwin Pfohl stellte allerdings klar heraus, dass die Rinnen auch regelmäßig gesäubert werden sollten. Ihm sei aufgefallen, dass hier gerade in Neudorf Nachholbedarf bestehe. Eine Bemerkung, die dann allerdings sogleich den Widerstand bei einem Bürger auslöste, der hervorhob, dass es sich in der Hauptsache um landwirtschaftliche Hinterlassenschaften handle, die er schlicht nicht wegräumen wolle.

Thomas Kreutzer kam auf die landwirtschaftlichen Wege rund um Neudorf zu sprechen, deren Zustand in den vergangenen Jahren nicht besser geworden sei. Inzwischen sei bekanntermaßen die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung in Neudorf aufgelöst. Die Direktion für ländliche Entwicklung hatte jedoch die Empfehlung ausgegeben, einfach ein neues Verfahren zu beginnen. Dazu müsste die Stadt den Antrag stellen. Wenn sich die Einwohner einig seien, wäre dies sicher machbar. Zunächst gelte es also zu prüfen, wie die Sichtweise der Grundeigentümer zu dem Punkt ist.

Ein neues Verfahren Neudorf / Gesees wäre laut Auskunft des Amtes für ländlichen Entwicklung in Bamberg prinzipiell denkbar, auch wenn Verfahren nur mit dem Ziel, das Wegenetz auszubauen, in jüngster Zeit nicht mehr forciert werden. Eine Zeit lang wurden derartige Verfahren hingegen sogar gezielt propagiert. Falls diese die Ertüchtigung des Wegenetzes für Tonnagen bis 10 Tonnen zum Ziel hatten, nachdem in älteren Verfahren die Wege zunächst nur auf eine Belastung bis 5 Tonnen ausgelegt waren. Ein derartiges Verfahren laufe derzeit beispielsweise in Speichersdorf. Dennoch sei die Antragstellung natürlich möglich. Ein derartiger Antrag werde gesammelt und im Amt geprüft, so der Sprecher. Infrage komme dann prinzipiell ein vollständiges genauso wie ein vereinfachtes Verfahren.

Harald Judas

 


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