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TSV an der Spitze

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Es war schon fast ein bisschen Historisch, was sich am vergangenen Sonntag vollzog. Denn erstmals nach dem freiwilligen Rückzug in die A-Klasse übernahm der TSV die Tabellenführung. Dank eines 1:1 des bisherigen Spitzenreiters Wartenfels in Hutschdorf und eines 4:2-Erfolges erklommen die Schützlinge von Trainer Klaus Harreis den Platz an der Sonne und stehen jetzt da, wo sie am liebsten auch am Saisonende stehen würden.

Das entscheidende 3:2 in der 88. Minute besorgte Sergej Schumacher (verdeckt) im Nachschuss. Volkan Bahar (Nr. 10) war mit seinem Strafstoß am guten Ködnitzer Keeper Dupke gescheitert.

Der Weg bis zu diesem Moment war allerdings ein schwerer und letztlich hing der Sieg gegen einen engagierten Gast aus Ködnitz am seidenen Faden. Wieder einmal war es eine Symbiose aus mangelnder Chancenverwertung und individuellen Abwehrfehlern, die die rund 70 unter den insgesamt 100 Zuschauern bis zum Schlusspfiff des vollkommen indisponierten Unparteiischen zittern ließ.

Das Spiel begann für die Schwarz-Weißen äußerst verheißungsvoll. Nach einer kurzen Abtastphase übernahmen sie das Zepter und förderten bereits nach gut einer Viertelstunde Zählbares zu Tage. Erst war es Volkan Bahar in Torjägermanier, dann Mittelfeldakteur Stefan Hartmann: Dank eins Doppelschlages zum 2:0 schienen die Weichen früh auf Sieg gestellt. Der endgültige K.o. aber folgte nicht, wobei Spielertrainer Klaus Harreis auch Pech hatte, dass sein Freistoßschlenzer aus 20 Metern an die Latte ging. So verflachte die Partie rund 30 Minuten und nahm erst Mitte der zweiten Halbzeit wieder Fahrt auf.

Der TSV war nun dominant, suchte die Entscheidung und verzeichnete Chance um Chance, insbesondere durch Tobias Neukam und Volkan Bahar. Die Entscheidung aber blieb aus. So kam, was kommen musste. Wie aus heiterem Himmel kamen die Gäste zum Ausgleich durch Rohleder, der eine Unachtsamkeit in der TSV-Abwehr gnadenlos bestrafte. Die Bad Bernecker aber blieben unbeirrt, spielten weiter nach vorne und erzielten auch das 3:1 – durch Tobias Neukam, der auf der Außenlinie seinen Gegner stehen gelassen und aus spitzem Winkel vollendet hatte. Schiedsrichter Sazak aber hatte den Ball vorher im Aus gewähnt. Gesehen hatte er es nicht, sondern den Reklamationen der Gäste vertraut.

Anstatt der Entscheidung kam es fast im Gegenzug dann zum Ausgleich. Wie- der war die Bad Bernecker Abwehr nicht im Bilde, so dass Ködnitz‘ Spielertrainer Michael Kern den Ball aus kurzer Distanz über die Linie spitzeln konnte: das 2:2 in der 85. Minute. Anstatt aber zum Helden wurde Michael Kern zur tragischen Figur, als er wiederum nur drei Minuten später Maximilian Völkl im Strafraum legte und nun selbst Schiedsrichter Sazak keine andere Wahl mehr blieb, als auf den Punkt zu zeigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der theatralisch leitende Unparteiische die an sich faire Partie schon aus den Händen gegeben. Es herrschte große Hektik auf und neben dem Platz.

Sei’s drum. Mit dem Strafstoß scheiterte Bahar zwar am überragenden Torhüter Dupke, gegen den Nachschuss von Schumacher aber hatte er keine Chance mehr. In der letzten Minute der Nachspielzeit machte Bahar seinen Fehler wieder gut. Auf Zuspiel von Tobias Neukam besorgte er den 4:2-Endstand.

Fazit des Spiels: Auch wenn der TSV den Sack erst in der 88. Minute zumachte, der Sieg war mehr als verdient. Neben der optischen Überlegenheit verzeichnete die Harreis-Elf ein klares Chancenplus und lieferte phasenweise sogar begeisternden Offensivfußball. Allerdings hätte der Hurra-Stil um ein Haar seinen Tribut gefordert. Während beim TSV aus einer geschlossenen Elf Kapitän Roland Münch, Timo Neukam und Klaus Harreis herausragten, gefiel beim Gast insbesondere Torhüter Dupke und Spielführer Preisner.


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