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TSV mit fulminantem Derbysieg in Lanzendorf

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Mit abermals zwei Siegen in Folge – es sind nun schon fünf am Stück – hat sich der TSV auf Platz vier der A-Klassen-Tabelle geschoben. Einem glanzlosen 2:0-Erfolg über Kellerkind TDC Lindau II ließ die Nüssel-Elf am vergangenen Sonntag einen fulminanten Derbysieg folgen. 5:3 gewannen die Schwarz-Weißen beim selbsternannten Aufstiegsaspiranten SV Lanzendorf und untermauerten damit einmal mehr dessen Nimbus der Unaufsteigbarkeit.

Lange nicht mehr gesehen: Am Sonntag nach dem fulminanten 5:3-Derbysieg beim SV Lanzendorf war der Siegeskreisel aber mehr als angebracht.

Die Bad Bernecker hingegen aber sind – theoretisch zumindest – wieder im Geschäft, auch wenn jedem Spieler und Verantwortlichen klar sein dürfte, dass die Wochen der Wahrheit jetzt erst anstehen. In den kommenden Spielen geht es gegen die drei Führenden der A-Klassen-Tabelle. Den Auftakt macht das Nachbarderby beim Tabellenführer SpVgg Goldkronach an diesem Sonntag.

TSV Bad Berneck –TDC Lindau II 2:0 (1:0)

Die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt. Wie schon in den vorangegangenen Spielen rannte der TSV gegen tief stehende Gegner an. Er tat dies aber viel zu sehr durch die Mitte, hatte eine hohe Fehlpassquote und ließ einmal mehr seine Vollstreckerqualitäten vermissen. Dementsprechend dürftig war auch die Torausbeute. Anstatt 6:0 stand es zur Halbzeit nur 1:0 – dank eines satten 16-Meter-Schusses von Sergej Schumacher. Hatte der TSV wenigstens in der Anfangsphase gute Fußballkost geboten, so verflachte die Partie nach dem Seitenwechsel zusehends. Die Nüssel-Elf blieb gegen die harmlosen Gäste zwar überlegen, agierte aber viel zu pomadig und überbot sich in Annahme- und Abspielfehlern. So dauerte es bis zur 78. Minute, bis Verteidiger Serkan Güner seine Mannen mit einem trockenen Flachschuss erlöste. Bezeichnend, dass Schumacher einen an Tobias Resch verursachten Strafstoß in die Fänge des Lindauer Keepers bugsierte.

Lanzendorf – Bad Berneck 3:5 (2:2)

Dieses Spiel hatte sich seinen Beinamen „Nachbarderby“ wirklich verdient. Denn es war alles drin: großer Einsatz, packende Zweikämpfe, viele Tore, sehenswerte Spielzüge und ein kräftiger Schuss Dramatik. Einfach großes Kino.

Das, was der TSV in den Spielen nach der Winterpause schuldig geblieben war, zahlte er jetzt zurück. Und so sah man nach Spielschluss endlich einmal wieder einen freudestrahlenden Trainer Toni Nüssel, der sich nebst Spielern und Anhängern einreihte in den Siegstanz an der Mittellinie. Der 50-Jährige war sichtlich stolz auf die Vorstellung seiner Mannen, sprach von einem „absolut verdienten Erfolg Kämpferisch erstklassig.“

Dabei hatte das Spiel alles andere als viel versprechend begonnen. Der TSV wirkte nervös, der Gastgeber hochmotiviert. Und gab es bereits in der 8. Minute eine kalte Dusche. Einen langen Einwurf von Russ faustete Keeper Christopher Uhlig in die eigenen Maschen. Als der an diesem Tage vollkommen indisponierte Bad Bernecker Rückhalt nur fünf Minuten später auch noch einen Elfmeter verursachte, schien sich die Waagschale früh in Richtung Lanzendorf zu senken. Allerdings zielte Lanzendorf Torjäger Franz Luthner neben das Tor und der TSV durfte weiter hoffen. Vielleicht erlebten die rund 150 Zuschauer hier sogar die Schlüsselszene des Spiels. „Nach einem 0:2 wären wir nicht mehr zurück gekommen“, sagte auch TSV-Kapitän Roland Münch, der aufgrund einer Muskelverletzung zum Zuschauen verurteilt war.

Drei gegen drei und die Bad Bernecker blieben Sieger. In dieser Szene setzte sich Bad Bernecks zweifacher Torschütze Sergej Schumacher gegen Lanzendorfs Florian Pöhlmann durch.

Durch den Elfmeter aber schienen die Bad Bernecker endlich wachgerüttelt zu sein. Schon im Gegenzug drang Volkan Bahar in den Strafraum ein, wurde dort gelegt und verwandelte sicher zum Ausgleich. Nun hatte die Partie endgültig an Fahrt aufgenommen. Lanzendorf drängte, der TSV verteidigte beherzt und verbuchte Zählbares. In der 33. Minute setzt sich Youngster Maximilian Völkl über links in Szene, drang in den Strafraum ein und bediente in der Mitte den überragenden Sergej Schumacher – der TSV führte 2:1. Doch wieder fast im Gegenzug die kalte Dusche. Becke nutzte eine der vielen Unzulänglichkeiten in der TSV-Defensive zum Ausgleich.

War die Partie schon vor der Pause mehr als unterhaltsam gewesen, nahm sie nach dem Wechsel nochmals an Fahrt auf. Die Kurstädter waren jetzt ebenbürtig, sie standen zwar tief, waren mit ihren mustergültig vorgetragenen Kontern aber stets brandgefährlich. Insbesondere Völkl, Schumacher und Tobias Neukam taten sich hier hervor. Einer dieser Konter führte in der 56. Minute zum Erfolg. Schumacher startete über links zum Alleingang, drang unwiderstehlich in den Strafraum ein und bediente den mitgelaufenen Bahar zur erneuten Bad Bernecker Führung.

Nun sah es gut aus für die Gäste, die immer mehr Ordnung in ihr Spiel brachten und zudem von einer Ampelkarte gegen Lanzendorfs Libero Back profitierten – nach einem Foul an Schumacher. Doch mitten hinein in diese beste Bad Bernecker Phase platzte ein erneuter Blackout von Keeper Uhlig, der den eingewechselten Baierlein im Strafraum zur Strecke brachte. Die Folge: Gelb-Rot für den TSV-Keeper und Strafstoß für die Thomala Elf, den diesmal Sauerteig sicher verwandelte. Zudem musste TSV-Libero Wagner mit schwerer Knieverletzung ausgewechselt werden. Nun schien sich das Blatt wieder zu Gunsten des SV Lanzendorf zu wenden. Der TSV stemmte sich dagegen und bewies Moral, Kapitän Daniel Resch hielt seine Reihen zusammen. Hinzu kam, dass der kurzfristig zwischen die Pfosten beorderte Stefan Hartmann eine Klasseleistung ablieferte, indem er gerade bei hohen Bällen beherzt zupackte und kompromisslos wegfaustete.

So setzte der TSV einen erneuten Konter: Ein unwiderstehlicher Alleingang von Schumacher führte zur erneuten Führung, die in der Schlussminute Max Völkl nach schönem Zusammenspiel mit den eingewechselten Onur Kurt und Stefan Nüssel mittels eines trockenen Schusses aus 12 Metern noch ausbaute.

Fazit der Spiele: Nach einem müden Kick gegen Lindau lieferte der TSV eine Klasseleistung gegen Lanzendorf ab, behielt dort letztlich verdient mit 5:3 die Oberhand. Im Vergleich zu den Spielen vorher glänzten die Bad Bernecker diesmal auch mit großer Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse. Denn – abgesehen von drei fulminanten Freistößen von Tobias Neukam – hatten sich nicht viel mehr als ein halbes Dutzend Chancen gehabt. Die Bad Bernecker agierten mit großer Leidenschaft und setzten auch spielerisch den einen oder anderen Glanzpunkt. Dennoch kann man nicht von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprechen. Es gab Licht und Schatten. Neben TW Uhlig bot auch Routinier Stefan Wolfrum diesmal eine mäßige Vorstellung, und auch Verteidiger Pascal Krämer sah gegen SVL-Torjäger Luthner ein ums andere Mal alt aus. Doch dafür sprangen andere in die Bresche. Spieler wie Völkl, Neukam und Schumacher, dazu noch die unermüdlichen Resch-Brüder, machten an diesem Tag den Unterschied aus.


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