Abonnieren: Artikel | Kommentare

TSV nach Derbysieg zurück auf dem Tabellenthron

0 Eintrag

Es war der erste Sieg für den TSV Bad Berneck über den SV Röhrenhof seit die beiden Stadtrivalen in der Kreisklasse gemeinsam auf Punktejagd gehen. Somit vollzog sich am vergangenen Sonntag – zumindest für die gastgebenden Mannen von TSV-Spielertrainer David Opel – beinahe schon Historisches: Nach drei Niederlagen und einem Remis in den letzten zwei Spielzeiten behielten sie diesmal die Oberhand, siegten mit 2:0. Es war ein glanzloser Arbeitssieg, der für die Schwarz-Weißen aber den schönen Nebeneffekt hatte, dass sie auf den Tabellenthron zurückkehrten. Der SVR hingegen zementierte seinen letzten Platz.

So krass der Gegensatz in der Tabelle zwischen den beiden Teams nach diesem Spieltag war, so unterschiedlich waren auch die Statements der beiden Trainer. Während nämlich SVR-Coach Gunnar Albert seinen Schützlingen „eine gute Leistung“, mit Blick auf die zweite Halbzeit sogar „eine überraschend gute Leistung“ attestierte und „hochzufrieden war“, sah es bei David Opel komplett anders aus. Bei ihm wollte keine große Freude aufkommen. Punkte, ja schön,

Ein ehr seltenes Bild: Der SVR (hier Christian Nachtmann) im TSV-Strafraum.

Ein ehr seltenes Bild: Der SVR (hier Christian Nachtmann) im TSV-Strafraum.

Vorstellung eher mau, so das Fazit des Bad Bernecker Coaches. „Mit der Leistung war ich nicht zufrieden“, gab er zu Protokoll und fügte hinzu, dass er seine Mannschaft noch nie so unsicher gesehen habe. Dies wiederum dürfte den Vergleichen in der jüngsten Vergangenheit geschuldet gewesen sein. Denn schon mehrmals war der TSV als Favorit in die Partie gegangen und als geprügelter Hund wieder herausgekommen. Dementsprechend empfahl Abwehrchef Timo Neukam, der mittlerweile schon das dritte „zu null“ dieser noch jungen Saison maßgeblich mitzuverantworten hatte, doch allen unzufriedenen Bad Berneckern, den Fokus auf das Wesentliche zu richten. „Natürlich war das Spiel kein Saison-Highlight, aber ich hätte mal alle hören wollen, wenn wir ein Mega-Spiel gemacht hätten und am Ende unentschieden gespielt oder gar verloren hätten.“ Und außerdem: Verdient war das 2:0 allemal. Das bestätigte am Ende auch Gunnar Albert.
„Die besseren Einzelspieler“ (David Opel) auf Bernecker Seite und „zwei echte Böcke unsererseits“ (Gunnar Albert) machten den Unterschied. Binnen neun Minuten hatte der TSV alles klar gemacht. Philipp Hörath luchste in der 27. Minute dem unentschlossenen Jens Bastobbe das Leder an der Strafraumkante ab und hatte keine Mühe an SVR-Keeper Marco Riedelbauch vorbei, das 1:0 zu besorgen. Auch der zweite und schon vorentscheidende Treffer nur neun Minuten später fiel mit freundlicher Unterstützung des Gastes: Tobias Neukam setzte von links zum Alleingang hatte, hätte längst abgeben müssen und hatte das Leder schon verloren. Er setzte aber nach, hinderte den zögernden Kapitän Heiko Walter am Klärungsversuch, profitierte dabei auch von dessen Luftloch und schloss aus 15 Metern zum 2:0 ab. Der platzierte Abschluss ließ SVR-Keeper Riedelbauch erneut keine Chance.
Röhrenhof war bemüht, doch – das alte und bekannte Problem – es fehlte an Durchschlagskraft. Besser sah es für den SVR erst nach Wiederanpfiff aus, wobei die Albert-Elf auch von der unerklärlichen Passivität des TSV profitierte. Ein Erfolgserlebnis aber blieb den Rot-Weißen bei ihrer Drangphase versagt. Unter anderem scheiterte Toni Wagner mit seinem Lupfer aus halblinker Position am Gebälk, TSV-Keeper Nico Ehmann war bereits geschlagen.
Die Heimelf beschränkte sich auf vereinzelte Konter, die sie allerdings zu schlampig oder inkonsequent zu Ende spielte. Den schönsten Angriffszug des zweiten Durchgangs fuhr der SVR: Über rechts setzte sich der eingewechselte Michael Reinl durch und flankte punktgenau auf Oz Akgünes. Der allerdings schaffte es nicht, den Ball zu platzieren, so dass TSV-Keeper Ehmann keine große Mühe hatte.
Kurz vor Schluss dann noch ein Aufreger. Trotz eines Fouls von Marco Riedelbauch als letzter Mann am eingewechselten Walter Nickel zeigte Schiedsrichter Hundsdörfer dem SVR-Rückhalt nur den Gelben Karton anstatt Rot.

Fazit des Spiels: Kein Fußballleckerbissen, ehr biedere Hausmannskost. Kein packendes Derby, eher ein Allerweltskick. Ungeachtet der diesmal keineswegs optimalen Vorstellung war der TSV-Sieg verdient, da sich die Bad Bernecker weniger Fehler leisteten und in der Offensive durchschlagskräftiger agierten. Auf der anderen Seite fand SVR-Coach Gunnar Albert auch diesmal kein Rezept gegen die Offensivschwäche. Vier Tore in sieben Spielen sind schlicht zu wenig, um den Klassenerhalt zu schaffen, zumal sich die Defensive immer wieder einmal einen Blackout leistet.

 


Kommentar dazu schreiben:

Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu schreiben.