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Verblichenes Gelb weicht fröhlichem Bunt

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Schön ist anders: Die weiße Fassade ist ergraut, der Putz bröckelt. Das ehemalige, inzwischen als Probenraum für die Musikschule genutzte Raiffeisenbank-Gebäude sieht wahrlich nicht übermäßig einladend aus. Es wirkt inmitten seiner mit Fachwerk verzierten Nachbarn wie ein Fremdkörper. Allerdings könnte sich an der Optik schon in Kürze Entscheidendes ändern. Musiklehrer Manfred Grabolle hat sich zum Ziel gesetzt, der Fassade ein neues Aussehen zu verpassen – mit einem großen Graffiti. Anstatt tristes verblichenem Gelb ein fröhliches Bunt.

Noch kommt die Fassade äußerst trist daher, was sich durch das Anbringen eines Musik-Graffitis in Kürze aber ändern soll.

Noch kommt die Fassade äußerst trist daher, was sich durch das Anbringen eines Musik-Graffitis in Kürze aber ändern soll.

„Heiner Zeitler (der Vorsitzende der Musikschule, Anm. der Redaktion) hatte die Idee, die Musikschule optisch zu verändern. Sein Impuls ging an die Lehrer, und ich wurde aktiv, indem ich die Idee verfolgte, die Wand gegenüber der Musikschule mit einem Musik-Gaffiti nach dem Vorbild des Musikhauses Thomann in Treppendorf zu gestalten“, erläutert Manfred Grabolle sein Vorhaben.
Schon bei einem ersten Biertischgespräch bei Erika Weigand im Kleinen Rathaus fanden sich dann spontan von der Idee begeisterte Bürger, so dass Grabolle beschloss, einen Weg für sein Vorhaben zu finden. Ihm war klar, dass für die entstehenden Kosten Sponsoren gefunden werden mussten. Familie Schreier vom Haus Gänswinkel erklärte sich spontan bereit, die Kosten für den maßstabsgetreuen Entwurf zu übernehmen. Dieser entstammt der Feder von Michael Weinlein, einem Szene bekannten Sprayer aus Bayreuth. Er hat bereits eine Skizze angefertigt, auf deren Grundlage er nun einen maßstabsgetreuen Entwurf erstellen wird.
Da es sich um eine erhebliche Fassadenänderung handelt – und noch dazu mitten im historischen Stadtkern – benötigte das Vorhaben Genehmigungen seitens des Eigentümers, der Stadt Bad Berneck, sowie des Denkmalschutzes. „Diese Genehmigungen sind von Bürgermeister Zinnert bereits alle eingeholt; und das Projekt hat bereits grünes Licht“, sagt Initiator Grabolle. Der maßstabsgetreue Plan des Graffitis soll dann zunächst einige Abende mit einem Beamer an die Wand geworfen werden, damit man sich einen Eindruck von der Wirkung machen kann, bevor es an die endgültige Umsetzung geht. Für die Stadt, die Musikschule und das Jugendblasorchester soll diese gesamte Aktion kostenfrei bleiben, so der weitere Plan. Deswegen gibt es bei der Stadt ab sofort ein Spendenkonto, auf dem Einzahlungen gegen Spendenquittungen getätigt werden können.
„Die Gesamtkosten liegen zwar noch im Dunkeln. Allerdings hat Michael Weinlein mit seinen Kollegen eine sehr positive Grundhaltung gegenüber der mit dem Projekt verbundenen Gemeinnützigkeit, so dass das Gros der Kosten wohl für Farben und Gerüst entstehen wird“, denkt Grabolle und fügt hinzu: „Wenn möglichst rasch ein gewisser Sockelbetrag auf dem Konto eingeht, würde das die Umsetzung massiv beschleunigen.“
Der Vorsitzende der Musikschule, Heiner Zeitler, wusste vom Stadtanzeiger auf das Graffiti angesprochen noch gar nichts über das Vorhaben. Er bestätigt, dass Verschönerungsarbeiten geplant sind. „Eine Idee, die man weiterverfolgen sollte“, so sein erstes Urteil zum Plan von Manfred Grabolle.
Dass Zeitler zum Zeitpunkt der Anfrage in der Tat noch nichts wissen konnte, bestätigt hernach Manfred Grabolle. Mittlerweile ist die Info nachgeholt. Ein Veto seinerseits werde es nicht geben, erklärt Heiner Zeitler. Damit steht einer Umsetzung der Fassaden-Verschönerung – abgesehen von der Finanzierung – nun nichts mehr im Wege. ju

INFO
Finanzielle Unterstützung des Projektes wird über die Stadt Bad Berneck abgewickelt. Wer das Vorhaben unterstützen möchte, kann seine Spende unter dem Stichwort: „Spende – Graffiti“ an die Stadt Bad Berneck als Kontoinhaberin unter IBAN DE 50773501100570250050 überweisen.


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