Abonnieren: Artikel | Kommentare

Vier neue FF-Fahrzeuge auf einen Streich

0 Eintrag

„Vier Fahrzeuge auf einen Streich, das hat es im Landkreis Bayreuth noch nicht gegeben und wahrscheinlich in ganz Bayern nicht“, stellte Landrat Hermann Hübner bei der Einweihung des neuen Fuhrparks der Feuerwehr Bad Berneck fest. Zu diesem einmaligen Termin konnte Feuerwehrvorstand Henning Mühlbauer dann auch zahlreiche Festgäste begrüßen.

Zahlreiche Ehrengäste waren bei der Einweihung des neuen Feuerwehrfuhrparks vor Ort. Feuerwehr-Vorstand Henning Mühlbauer (rechts) und Kommandant Wolfgang Maisel (10.v.l.) konnten zurecht stolz auf das Überwinden der Krise sein.

„Bei Feuer, Sturm und Hagel sind wir in kurzer Zeit am Einsatzortort. Nun hatte es uns selbst getroffen“, erinnerte der Vorsitzende der Bad Bernecker Wehr an die Geschehnisse zu Weihnachten 2010 zurück. Durch das seinerzeitige Brandunglück kam es, dass über geraume Zeit der Feuerschutz in Bad Berneck fast ausschließlich mit Leihfahrzeugen sichergestellt werden musste. Diese Zeiten sind mit dem neuen Fuhrpark nun aber Geschichte.

Erster Bürgermeister Jürgen Zinnert sprach zurückblickend von düsteren Tagen für die Wehr. War doch der gesamte Fuhrpark von fünf Fahrzeugen auf einen Schlag ein Opfer der Flammen geworden, dazu alle Ausrüstung verloren und auch die Fahrzeughalle selbst beschädigt. Alles in allem entstand so ein Schaden von rund zwei Millionen Euro. Gerade für eine Konsolidierungsgemeinde wie Bad Berneck war dieser Verlust letztlich eine ganz besondere Herausforderung. Trotz aller Fördermittel und Unterstützung waren immer noch Eigenmittel im mittleren sechsstelligen Bereich nötig.

Doch in diesem Ausnahmefall machten die Ämter keine Schwierigkeiten. Man wusste um die Wichtigkeit der Bad Bernecker Wehr, für die aufgrund der Enge in der Altstadt und den zahlreichen Einsätzen auf B303 und A9 Ersatz der Fahrzeuge schlicht unabdingbar war. Etwa 200 Einsätze in jedem Jahr leisten die Aktiven schließlich ab. Deshalb habe letztlich auch der Stadtrat gerne grünes Licht für die Anschaffung mehrerer Fahrzeuge im Neuwert von rund einer Million gegeben, sagte das Stadtoberhaupt Als Resümee bleibe festzustellen, dass der Großeinsatz auch bewusst gemacht habe, wie wichtig Brandschutz sei. Was über die Weihnachtsfeiertage passiert sei – unmittelbar vor dem Brand im Gerätehaus gab es ja noch einen Wohnhausbrand -, könne jederzeit wieder passieren.

Es zeigte sich aber auch, dass selbst ein derartiges Ereignis positive Aspekte haben könne. Zinnert drückte jedenfalls seine Bewunderung und Dankbarkeit über den Zusammenhalt in der Feuerwehrfamilie aus, wobei alle Aktiven bis an die Grenze des Möglichen gefordert worden seien. Kommandant Wolfgang Maisel habe mehr Stunden mit der Abwicklung und im Rathaus als in seiner Metzgerei verbracht, so das Stadtoberhaupt.

Zinnert vergaß auch nicht Kreisbrandrat Hermann Schreck zu erwähnen sowie den Landkreis und die Abgeordneten der Region, die sich für den Ersatz der Fahrzeuge stark gemacht hatten.

Der Bürgermeister kam allerdings auch darauf zu sprechen, dass fünf Fahrzeuge zerstört wurden, aber weiterhin bislang nur vier ersetzt werden konnten. Der Rüstwagen des Landkreises wäre der Stadt zwar lieb, sei aber noch zu teuer.

Landrat Hermann Hübner kam in seinem Grußwort auch darauf zu sprechen, dass es der Unglücksfall bis in die Bild-Zeitung geschafft hatte. Es sei hierbei nun keineswegs so gewesen, dass die Wiederbeschaffungen aus reiner Gewohnheit geschahen. Vielmehr sei die Notwendigkeit allgemein anerkannt. Alle Verantwortlichen haben bestätigt, dass die vier Fahrzeuge alle notwendig sind, weil sie unterschiedlichsten Anforderungen genügen müssen.

Trotz der Rahmenbedingungen habe letztlich auch die Finanzierung geklappt, zu der der Freistaat Bayern wegen der überörtlichen Bedeutung 257.000 Euro an Mitteln beigetragen habe. Da auch der Landkreis Bayreuth, 132.000 Euro aufgewendet habe, seien die Eigenmittel der Stadt in einem vertretbaren Maße verblieben.

Beim fünften Fahrzeug müsse man sich noch kräftig ins Zeug legen. Denn die Regierung von Oberfranken habe die Notwendigkeit hinterfragt. Hier stünden die Verantwortlichen aber weiter mit den Abgeordneten in Kontakt und er sei zuversichtlich, dass auch noch grünes Licht gegeben werden könne, so der Landrat weiter.

Für die Feuerwehrführung dankte Kreisbrandinspektor Winfried Prokisch, dass die Beschaffung der Fahrzeuge ermöglicht wurde. Er ergänzte, dass man zunächst noch davon ausgegangen war, einige beschädigte Fahrzeuge reparieren zu können. Doch ein Gutachter hatte schnell festgestellt, dass eine Wiederherstellung nicht möglich gewesen sei. Doch die Wehr Bad Berneck habe mit immenser Eigenleistung versucht, den finanziellen Aufwand für die Stadt zu gering wie möglich zu halten. Und auch aus eigener Kasse habe man Geld zur Verfügung gestellt.

Kommandant Wolfgang Maisel dankte allen für die geleistete Arbeit. „Wir können schon ein bisschen stolz sein“, so Maisel. Nun gelte es noch mit den Geräten auf den neuen Fahrzeugen zu üben.

Die offizielle Einweihung nahmen dann gemeinsam Dekan Hans-Martin Lechner und Diakon Matthias Bischof vor. Der Dekan betonte, dass die Feuerwehr auch eine zutiefst christliche Einrichtung sei. Es sei ein Segen, dass sie da sei.

Nachdem durch Stefan Ludwig (Feuerschutz Ludwig) symbolisch ein Generalschlüssel an Bürgermeister Jürgen Zinnert und weiter an Kommandant Wolfgang Maisel übergeben worden war, war erst einmal gemeinsames Feiern mit den Wehren der Umgebung angesagt. Denn zur Einweihung waren all die eingeladen gewesen, die mit ihrer Unterstützung dazu beigetragen hatten, die Folgen des Brandes für die Bad Bernecker Wehr erträglich zu machen.

    Harald Judas

 


Kommentar dazu schreiben:

Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu schreiben.