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Vor 25 Jahren: Fremdenverkehrsverein aus der Taufe gehoben

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Mit etwas Neid hatte man seit einiger Zeit in Bad Berneck auf die Nachbargemeinden geblickt: Der Zusammenschluss von Kommunen zur Werbegemeinschaft „Hohes Fichtelgebirge“ macht von zahlreichen Aktionen von sich reden. Nun zog auch Bad Berneck nach. Im Kurhaus trafen sich rund 100 Bürger, um einen Fremdenverkehrsverein zu gründen. Offensichtlich gab es dazu einen großen Bedarf, denn schon nach zweistündiger Aussprache stand der neue Verein, dem spontan 48 Mitglieder beitraten. Und es wurde auch gleich ein Vorstand gewählt: Hans-Otto Müller als Vorsitzender, Dr. Günter Rosskopf als Stellvertreter und Klaus Peetz als Kassier. Reinhold Wigger, der zweite Vorsitzende des Kur- und Kneippvereins, bekam weder bei der Wahl zum ersten noch zum zweiten Vorsitzenden eine Mehrheit – dafür aber hinterher bei den Kneippianern Ärger.

In der Stadt wurde vor einem viertel Jahrhundert ein Fremdenverkehrsverein gegründet. Hans-Otto Müller (Mitte) wurde Vorsitzender, Dr. Günter Rosskopf (rechts) Stellvertreter und Klaus Peetz Kassier.

Dr. Rosskopf, einer der Initiatoren für die neue Vereinigung, begründete die Vereinsgründung. Seit Jahren seien die Zahlen im Fremdenverkehr rückläufig „weil keiner eine Initiative ergreift“. Der Kur- und Kneippverein betreue zwar noch einen kleinen Bereich im Fremdenverkehr, „von dem nur noch ein paar Hansln leben.“ Der neue Verein solle Initiativen bündeln und bestimmte Aktionen in der Stadt durchführen. Unter Beifall der Versammlung regte Hans-Otto Müller eine Wiederbelebung der Fliederblüte an, für die einst Bad Berneck berühmt war. Dass der Schlossberg angeblich aus Naturschutzgründen nicht mit Fliederbäumen bepflanzt werden dürfe, stieß Dr. Rosskopf sauer auf: „Da wiehert doch der Bürokratismus“. Als erste Maßnahme kündigte Vorsitzender Müller am 30. April im Kurhaus einen Tanz in den Mai an. Ein Verdienst des Fremdenverkehrsvereins ist die Einführung des Weihnachtsmarktes am Marktplatz. In der Diskussion forderte Gastwirt Horst Friedrich, dass ein Mann aus der Gastronomie in einen noch zu bestimmenden Beirat aufgenommen werden müsse. Dies wurde von der Versammlung begrüßt. Auf Rückfragen von Vorsitzendem Müller zeigte aber dafür keiner der anwesenden Gastronomen ein Interesse – auch Horst Friedrich nicht.

Der Fremdenverkehrsverein bestand keine 25 Jahre; in den letzten drei Jahren seines Bestehens war Hermann Baumann Vorsitzender. Der Verein wurde am 18. April 2006 aufgelöst; eine angedachte Fusion mit dem Kur- und Kneippverein war gescheitert. Rund 2000 Euro hatte der Verein noch in der Kasse – sie wurden dem Kleinen Theater Bayreuth, das die Bad Bernecker Freilichtbühne bespielte, gespendet. Grund der Auflösung war das permanent sinkende Interesse der Mitglieder. Dazu hieß es heute aus dem Kreis des letzten Vorstandes: „Gerade diejenigen, die vom Fremdenverkehr profitierten, haben Desinteresse gezeigt.“


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