Abonnieren: Artikel | Kommentare

Vor 40 Jahren: Amtsgericht verschwindet

0 Eintrag

Das war ein besonders herber Schlag für Bad Berneck. Zum Ende des Jahres 1969 wurde das Amtsgericht geschlossen. In mehreren Eingaben und persönlichen Vorsprachen bei der Landesregierung in München war um den Fortbestand der Gerichtsstelle gekämpft worden. Doch am Ende war alles erfolglos. Zu Beginn des Jahres 1970 wurden die Städte und Gemeinden des bisherigen Bezirkes Bad Berneck auf die umliegenden Gerichte in Bayreuth, Kulmbach und Münchberg verteilt.

1969 war es vorbei: Zum Jahresschluss wurde das Amtsgericht aufgelöst. Unser Bild aus den 50er Jahren zeigt Amtsgerichtsrat Dr., Konrad Hock mit dem Amtsschild, um ihn herum die weiteren Beamten und Angestellten.

1969 war es vorbei: Zum Jahresschluss wurde das Amtsgericht aufgelöst. Unser Bild aus den 50er Jahren zeigt Amtsgerichtsrat Dr., Konrad Hock mit dem Amtsschild, um ihn herum die weiteren Beamten und Angestellten.

Es blieb ein schwacher Trost. Für einige umliegende Gemeinden wurden Amtstage in Bad Berneck angesetzt, „zur Entgegennahme von Anträgen und Erklärungen“. Diese Amtstage fanden nicht etwa im bisherigen Amtsgericht, sondern im Rathaus statt und zwar an jedem ersten Mittwoch im Monat von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr.

Lange Jahre war Dr. Konrad Hock Amtsrichter in Bad Berneck: Von 1950 bis 1961. Danach gab es bis zur Auflösung der Gerichtsstelle 1969 noch vier Nachfolger mit den Namen Müller (der spätere Mann der Bad Bernecker Rechtsanwältin Inge Lamprecht), Moebus (Gerichtsassessor), Dr. Zuber sowie Polster.

Im dreistöckigen Gebäude des Amtsgerichtes waren im hochgelegenen Erdgeschoss Wohnungen, im ersten Stockwerk die Amtsräume und darüber gelegen die Wohnung des Amtsrichters – immerhin stolze 188 Quadratmeter groß. Parallel zum Kirchenring bis zum Haus Landauer war das Grundbuchamt untergebracht.

Nach der Auflassung des Amtsgerichts war die große Frage: Wie soll das Gebäude weiter verwendet werden? Zunächst hatte der Stadtrat ein Auge auf das Objekt geworfen, um hier eine neue Unterkunft für die Stadtverwaltung zu schaffen, die bislang an der Hofer Straße im heutigen Hotel Goldener Hirsch untergebracht war. Dann entschied man sich aber für den Umzug in das ehemalige obere Schulhaus an der Bahnhofstraße, bei dem auch die Parksituation erheblich besser war. Schließlich verkaufte der Freistaat Bayern 1976 das markante Gebäude am Marktplatz an die Immobilienfirma Werner. Heute sind hier eine Arztpraxis und mehrere Wohnungen untergebracht.


Kommentar dazu schreiben:

Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu schreiben.