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Vor 50 Jahren – Andreasmarkt brummte!

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1959 – vor 50 Jahren. Es war wieder einmal Andreasmarkt in der Stadt. Seit einigen Jahren findet er auf dem Angerparkplatz statt. In früheren Zeiten war die Budenstadt dort aufgebaut, wo sie eigentlich ihrem Namen nach hingehört: Auf dem Marktplatz, wobei auch noch die Hofer Straße, die Rotherstraße und der Kirchenring mit eingeschlossen waren. Mit Sicherheit ein heimeliges Bild – zahlreiche Stände und dazwischen herumwuselnde Menschen, eingebettet in eine historische Häuserkulisse und darüber die romantischen Burgruinen.

Der Andreasmarkt (30. November) ist seit alters her eine feste Einrichtung in der Stadt. In den 50er Jahren zog er vom Marktplatz auf den Angerparkplatz um.

Der Andreasmarkt (30. November) ist seit alters her eine feste Einrichtung in der Stadt. In den 50er Jahren zog er vom Marktplatz auf den Angerparkplatz um.

Der Andreasmarkt hat Tradition. In früheren Zeiten kam dazu besonders die ländliche Bevölkerung aus der Umgebung, um für den Winter einzukaufen oder um sich Weihnachtsgeschenke für die Familie oder die Dienstboten zu besorgen. Außerdem wurde einstens der Andreastag gerne für ein Treffen zwischen Jungen und Alten genützt, besonders in den Jahren, als die Stadt noch Sitz des Bezirksamtes war. Es war ein schmerzlicher Einschnitt für die Bevölkerung, als diese Behörde am 1. Oktober 1929 – also heute vor 80 Jahren – aufgelöst wurde. Das Bezirksamt war in dem markanten Gebäude Marktplatz/Ecke Rotherstraße untergebracht, das später Polizeistation wurde und danach Stadtmuseum.

1969 – vor 40 Jahren. Das sorgte für Erleichterung in der Stadt. Laut einer Mitteilung der AOK wird die Krankenkassen-Geschäftsstelle in Bad Berneck nicht aufgelassen. Im Vorfeld hatte der Stadtrat ein Protestschreiben gegen eine mögliche Schließung oder die Kürzung der Verwaltungsaufgaben verfasst. In einem Antwortschreiben teilte nunmehr die AOK-Hauptverwaltung in Bayreuth mit, dass zum 1. Januar 1970 das Beitragswesen der Verwaltungsstelle Bad Berneck zentral bei der Hauptstelle in Bayreuth mit bearbeitet wird. Bei den Beratungen über die Zukunft der Bad Bernecker Stelle sei auch über die weitere Nutzung von frei werdenden Räumen gesprochen worden, aber nie davon, die Geschäftsstelle aufzulösen. An der Leistungsgewährung für die im Bezirk der AOK Bad Berneck wohnenden Versicherten werde sich auch nach dem 1. Januar 1970 nichts ändern. Darüber hinaus würden auch An- und Abmeldungen entgegengenommen und Auskünfte zu beitragsrechtlichen Fragen erteilt.

1979 – vor 30 Jahren. Der Bauausschuss des Stadtrates hat sich einstimmig gegen die Vergabe der Straßenreinigung an eine Privatfirma ausgesprochen. Bei einem Straßennetz von 21 Kilometern hätte dies pro Woche 660 Mark gekostet; und dazu wären noch 61 Mark pro Stunde für das Kehren von Plätzen und Parkbuchten gekommen. Bürgermeister Hans Wirth machte deutlich, dass dann diese Kosten auf die Grundstückseigentümer hätten umgelegt werden müssen. Wirth weiter: „Dadurch würden die Fleißigen bestraft, die ihre Gehsteige und Straßenanteile selber kehren.“ Der Bauausschuss verwies auf die Straßenreinigungssatzung, nach der die Anlieger selber für Sauberkeit sorgen sollen.

1984 – vor 25 Jahren. Schon wieder eilt eine negative Meldung durch die Stadt: Die Bahnstrecke ab Goldmühl ist gefährdet – die Güterzugstrecke Goldmühl-Bischofsgrün könnte aufgelöst werden. Bereits 1974 war der Personenverkehr auf der gesamten Strecke von Neuenmarkt/Wirsberg nach Bischofsgrün gestrichen worden.

Das war einmal der Bahnhof von Goldmühl. Spitzfindig könnte man sagen, dass Bad Berneck einstens zwei Bahnhöfe hatte, denn das Goldmühler Gebäude stand noch auf Bad Bernecker Gebiet - etliche Meter vor dem offiziellen Gemeindeschild Goldmühl. Die Freifläche, die nach dem Abriss entstand, gehört heute zum Frenzelit-Gelände.

Das war einmal der Bahnhof von Goldmühl. Spitzfindig könnte man sagen, dass Bad Berneck einstens zwei Bahnhöfe hatte, denn das Goldmühler Gebäude stand noch auf Bad Bernecker Gebiet - etliche Meter vor dem offiziellen Gemeindeschild Goldmühl. Die Freifläche, die nach dem Abriss entstand, gehört heute zum Frenzelit-Gelände.

Auslöser des Bahnrückzuges war die Bundesbahndirektion Nürnberg, der das Bayerische Wirtschaftsministerium hart widersprach. Weil die Warenannahme am Haltepunkt Röhrenhof weggefallen war, habe die Bahn selber die Güterzugstrecke uninteressanter gemacht, und gefährde dadurch auch noch das Transportaufkommen auf der Strecke Neuenmarkt nach Goldmühl.

Für den Fall, dass die Strecke wirklich stillgelegt werde, so hieß es aus dem Wirtschaftsministerium, sollten die Gleise erhalten bleiben, um sie gegebenenfalls später für Nostalgiefahrten mit Dampflokzügen aus dem Deutschen Dampflokmuseum in Neuenmarkt zu nutzen. Das wäre wahrlich eine ideale Lösung für den Tourismus im Fichtelgebirge gewesen: Eine Zugstrecke direkt von einem Museum in den Kern einer Ferienregion; wo gibt`s denn so etwas sonst noch. Aber diese einzigartige Möglichkeit wurde verschlampert. Obwohl es damals große Worte dafür gab. Sowohl der Vorsitzende des Tourismusgebietes Fichtelgebirge, der Bad Bernecker Altbürgermeister Erwin Wein, als auch der Kulmbacher Landrat Herbert Hofmann hatten schon vor Jahren unisono großmundig verkündet: „Eine Dampflokstrecke ist meine ureigenste Idee.“ Nun, für diese Idee haben sie wohl wenige begeistern können; es ist nicht bekannt, dass die Bürgermeister von Bad Berneck und Bischofsgrün mit wehenden Fahnen auf diesen Ideen-Zug gesprungen wären.

Im Lauf der folgenden Jahre hat sich die Bahn durchgesetzt. Die Zugstrecke Neuenmarkt/Wirsberg – Bischofsgrün, die zwischen 1896 und 1898 gebaut wurde, gibt es nicht mehr. Die Bahnhöfe in Bad Berneck und Goldmühl wurden niedergerissen, und auf der Trasse nach Bischofsgrün gibt es heute einen Rad- und Fußweg.

1989 – vor 20 Jahren. Fünf Heilbäder in Oberfranken schließen sich zu den „5 Kur Franken“ zusammen: Bad Berneck, Bad Alexandersbad, Bad Steben sowie Staffelstein und Rodach (die beiden letzten Orte tragen heute auch das Prädikat „Bad“). Gemeinsam wurde der erste Werbeauftritt in Frankfurt organisiert. Obwohl seit Jahrzehnten von vielen Orten und Zusammenschlüssen aus dem Fichtelgebirge Werbung allerorts in der Bundesrepublik gemacht wurde, stellen die „5 Kur Franken“ bei Gesprächen in Frankfurt fest, dass der Regierungsbezirk Oberfranken in der Main-Metropole relativ unbekannt ist. Der Verbund der „5 Kur Franken“, bei dem auch einige Zeit der Bad Bernecker Bürgermeister Vorsitzender war, erwies sich im Lauf der Jahre als ein lahmer Haufen; er ist heute in die Bedeutungslosigkeit zurückgefallen.

Großen Ärger gab es vor 20 Jahren im Umfeld des Maintalcenters. Die Probleme gingen von der Discothek im ersten Stock, oder besser von deren Gästen aus. Immer wieder kamen Beschwerden im Rathaus an, und auch der Stadtrat beschäftigte sich mit diesem Thema. Anfang Dezember war das Fass am Überlaufen; es gab im Stadtrat eine besonders drastische Darstellung der Sachlage: „Weil die Leute des Wachdienstes bei ihrer nächtlichen Arbeit um ihr Leben fürchten, haben sie ihren Dienst aufgekündigt.“ Daraufhin habe das Landratsamt mitgeteilt, dass der Disobetreiber zwei neue Wachleute einstellen müsse, dies sei ein Teil des Konzessionsvertrages.

In der Diskussion verwies Adolf Tiefenberg (CSU) darauf, dass seine Fraktion zwar alles für die Jugend tun wolle, aber nicht wie hier auf Kosten der Bürger. Alfred Hoppert (SPD) fügte Aussagen von Urlaubern an, die dort n der Nachbarschaft nur einmal und dann nie wieder wohnen wollen. Er regte an, die Öffnungszeiten der Disco einzuschränken.

Werner Seelbinder


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