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Vor 50 Jahren: Neuer Stadtrat im Amt

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Der neu gewählte Stadtrat traf sich zu seiner konstituierenden Sitzung, bei der auch die neuen Stadträte vereidigt und die Ausschüsse sowie die Referate neu besetzt wurden. Als neue Stadträte wurden vereidigt: der Sparkassenangestellte Richard Aikam, Techniker Erich Schnabel und Sattler  Erich Seifert (alle SPD), Versicherungsagent Egon Dombrowski (Freie Wählergemeinschaft) sowie Betriebsleiter a.D. Rudolf Lang (Überparteilicher Wahlblock).

Der neue Stadtrat der Wahlperiode 1960 – 1966. Zwei Stadträte waren nicht die ganzen sechs Jahre dabei: Hermann Ebner (FWG) verzog 1963 nach Ebermannstadt und Rudolf Lang (Wahlblock) starb 1964. Nachrücker waren Heinrich Hartmann (FWG) und Albert Lukasch (Wahlblock). Unser Bild zeigt den neuen Stadtrat mit den beiden Nachrückern, vorne von links Fritz Rost und Karl Günther (beide FWG), Bürgermeister Erwin Wein (SPD), Erich Schnabel und Wilhelm Höpfel (beide SPD) sowie hinten von links Hans Schuller (SPD), Xaver Niedermair (FWG), Albert Lukasch (Wahlblock), Erich Seifert (SPD), Dr. Oskar Fleckenstein (FWG), Karl Schröll (SPD), Heinrich Hartmann und Christian Schirner (beide FWG), Konrad Kießling (SPD), Franz Blumthaler (Wahlblock), Richard Aikam (SPD) und Egon Dombrowski (FWG).

Dann wurden die Referate neu besetzt. Für die Feuerwehr war Xaver Niedermair (FWG) zuständig, das Kurreferat erhielt Egon Dombrowski (FWG), für das Friedhofwesen sorgt Hans Schuller (SPD), das Fürsorge-Referat übernahm Richard   Aikam (SPD), die städtischen Liegenschaften betreute Wilhelm Höpfel (SPD), Finanzreferent wurde Fritz Rost (FWG), um Wald und Flur kümmert sich Christian Schirner (FWG). Auf Antrag der gemeinsamen Fraktion FWG/Wahlblock wurden die Referate Bau und Verkehr zusammengelegt; neuer Referent wurde hier Karl Günther (FWG). Auch die bislang selbständigen Referate Schule, Kultur und Sport wurden zusammengelegt und mit Franz Blumthaler (Wahlblock) als Referenten besetzt.

Zwei Referate konnten noch nicht besetzt werden. Für den Bereich Wasser gab es im Plenum einige Meinungsverschiedenheiten. Und auch für das Wohnungs-Referat konnte man keinen Stadtrat finden. Auf Vorschlag des FWG-Fraktionsvorsitzenden Fritz Rost sollte diesen Posten ein SPD-Mann bekommen, da die SPD sich darüber beklagte, bei der Referatsverteilung zu kurz zu kommen. Dieser Vorschlag stieß aber bei den Genossen nicht auf Gegenliebe. Erich Schnabel konterte, dass dieses im Stadtrat heikelste Referat getrost die Freie Wählergemeinschaft auch noch übernehmen könne. Eine Einigung war offenkundig in dieser Sitzung nicht möglich, und so wurde das Problem auf die nächste Sitzung vertagt.

Während es bei der Besetzung der Ausschüsse keine großen Probleme gab, entzündete sich eine Diskussion um die Vertretung der Stadt in der Thiesenstiftung.

Dazu waren zwei Stadträte zu benennen. Die Fraktion FWG/Wahlblock schlug Hermann Ebner und Christian Schirner vor. Die SPD wollte eine paritätische Benennung einfordern und schlug deshalb aus ihren Reihen Karl Schröll vor. Damit kam sie aber nicht durch, denn die Genossen hatten nur acht Stimmen im Stadtrat, die gemeinsame Fraktion aus FWG und Wahlblock aber neun Stimmen.

Schließlich ging es in dieser Sitzung noch um die Aufwandsentschädigung für den Bürgermeister, der zu dieser Zeit eine ehrenamtliche Funktion hatte. Demnach galt für Erwin Wein folgende Regelung: Er erhielt pro Einwohner im Jahr 2.45 Mark. Bei einer Einwohnerzahl von damals 3369 Bürgern bedeutete dies im Jahr eine Summe von exakt 8245,05 Mark. Und dies war genau um 249 Mark niedriger als im Jahr vorher, weil die Einwohnerzahl im Bezug zur letzten Berechnung um 102 Personen gesunken war. Derlei Gehalts-Schwankungen, die von der Einwohnerzahl abhängig sind, gibt es jetzt nicht mehr. Heute erhält der seit langem hauptamtliche Bürgermeister etwa das Zehnfache, das Erwin Wein vor einem halben Jahrhundert bekommen hatte.


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