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Vorne Spektakel, hinten Harakiri

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Der TSV Bad Berneck mischt weiter mit im Spitzenfeld der Kreisklasse IV. In einem spektakulären Spiel vor 120 Zuschauern besiegten die Schwarz-Weißen den punktgleichen SC Kreuz Bayreuth mit 6:4 (4:2) und verbesserten sich damit auf Tabellenplatz vier.

 

Den Ball immer fest im Visier hat hier TSV-Neuzugang Dennis Mager, der sich bislang als große Verstärkung entpuppte.

Den Ball immer fest im Visier hat hier TSV-Neuzugang Dennis Mager, der sich bislang als große Verstärkung entpuppte.

Zehn Tore – eine Ausbeute, die so manches neutrale Fußballerherz höher schlagen ließ, trieb so manchem TSV-Anhänger am vergangenen Sonntag die Schweißperlen auf die Stirn. Denn trotz eines zwischenzeitlichen   3:0- und eines 4:1-Vorsprungs musste noch einmal kräftig gezittert werden.

„Es hat sich letztlich das bewahrheite, was schon die Tordifferenz vermuten ließ. Beide Teams sind extrem offensivstark und haben Schwächen in der Defensive.“ Wer das Spiel gesehen hat, dürfte diese Einschätzung von TSV-Spielertrainer Klaus Harreis unterschreiben. Nach vorne ging beiderseits die Post ab, bedingt aber freilich auch dadurch, dass beide Abwehrreihen anscheinend den Tag der offenen Türe ausgerufen hatten. Viel zu weit aufgerückte Abwehrreihen, die Außenspieler quasi nicht existent. „Und auch mit dem Zweikampfverhalten war ich natürlich nicht hundertprozentig zufrieden“, kritisierte der Bad Bernecker Coach.

Bereits nach zehn Minuten lag die Heimmannschaft mit 2:0 in Führung. Zunächst nutzte Alexander Degelmann eine mustergültige Vorarbeit von Tobias Neukam und besorgte aus 15 Metern das 1:0. Dann begünstigte ein kapitales Missverständnis in der Kreuzer Hintermannschaft das 2:0 durch Tobias Neukam, der den Ball nach einem missglückten Rückpass ins leere Tor einschob. Bemerkenswert, dass der Gast alles andere als geschockt reagierte, sondern weiter nach vorne spielte.

So entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel mit schönen Spielzügen und Chancen auf beiden Seiten. Zunächst erhöhte Maximilian Völkl nach einem Solo für die Heimelf, ehe Liga-Toptorjäger Martin Zeitler (16 Tore) eine Hacker-Flanke per Kopf zum ersten Kreuzer Treffer verwertete. In der 38. Minute stellte Tobias Neukam nach Vorarbeit von Maximilian Völkl den alten Abstand wieder her. Nun verpassten es die Bad Bernecker, das fünfte Tor nachzulegen und wurden dafür prompt bestraft. Wieder war es eine starke Aktion von Zeitler, die die Kreuzer auf 2:4 heranbrachte.

Davon beflügelt nahmen die Bayreuther das Zepter in Hälfte zwei zunächst in die Hand, da auch der TSV einen Gang zurückschaltete. Das Unheil, es kündigte sich förmlich an. Ein Sonntagsschuss von Alexander Perschel und ein Kopfball-Treffer von Zeitler binnen fünf Minuten lösten lähmendes Entsetzen im TSV-Anhang aus. „Dass wir nach diesem 4:4 nicht zusammengebrochen sind, ist der positivste Aspekt an diesem Spiel“, lobte Klaus Harreis. Und in der Tat: Der TSV zog den Kopf selbst wieder aus der Schlinge. Insbesondere Maximilian Völkl und Tobais Neukam, die neben Zeitler besten Spieler auf dem Platz, machten den Unterschied. Tobias Neukam gelang nach einem schönen Spielzug über die rechte Seite mit Dennis Mager und Völkl die erneute Führung, ehe Völkl nach Vorarbeit von Fuchs den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder herstellte. In den letzten 25 Minuten hatten beide Teams noch einige Torchancen, so dass der endgültige K.O. bis in die Schlussminuten auf sich warten ließ. Erst als sich der Gast durch eine Ampelkarte gegen Tyrone Kroder (81.) und eine Rote Karte gegen Kevin Jüngling (83.) zweifach dezimiert hatte, war der Bad Bernecker Sieg in trockenen Tüchern.

Fazit des Spiels: Mit etwas weniger Harakiri und etwas mehr Konzentration hätte sich der TSV das große Zittern sparen können. Die zu sorglose Defensivarbeit wurde freilich durch die überragende Offensivleistung mehr als wettgemacht. Wobei Maximilian Völkl und Tobias Neukam an diesem Tag den Unterschied machten. Der SC Kreuz hatte mit Martin Zeitler nur ein einziges solches Offensiv-Kaliber in seinen Reihen. Unter dem Strich freilich ein verdienter Erfolg des TSV, der über die gesamte Dauer mehr Spielanteile und auch die Mehrzahl an guten Chancen hatte.

 


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