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Werden Sportplatzweg und Schulweg für Pkw gesperrt?

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Die Sicherheit der Escherlicher Schulkinder soll durch eine Umge-staltung der Bushaltestelle erreicht werden. Die Umsetzung entsprechender Planungen des Straßenbauamtes schien jedoch bis zuletzt durch Probleme beim nötigen Grunderwerb gefährdet. Doch nun scheint sich eine relativ zügig umsetzbare Lösung abzuzeichnen. Eine, bei der eine Verbesserung der Situation ohne Grunderwerb möglich scheint. Nämlich indem Schulweg und Sportplatzweg nicht mit einer neuen Zuführung sicherer an die Bundesstraße angebunden werden, sondern künftig nur noch als Rad- und Fußweg dienen.

Es handelt sich hierbei ausgerechnet um eine Lösung, die von einem der Grundstückseigentümer stammt, die sich mit der Veräußerung ihres Grund und Bodens bislang unverändert schwer tun. Der hatte nämlich darauf verwiesen, dass beide Wege im Grund nur eine sehr geringe Verkehrsbedeutung für Pkw haben und gefragt, ob deshalb eine Neugestaltung der Einfahrten beider Wege nicht einen unverhältnismäßig großen Aufwand zur Folge hätte. Zumal derzeit der Schulweg in Röhrenhof ohnehin nur mit Fahrzeugen bis zu einem Maximalgewicht von einer Tonne befahren werden darf. Das wiederum heißt konkret, dass fast alle Kraftfahrzeuge von Haus aus auch jetzt schon ausgeschlossen sind. Die eigentliche Erschließung erfolgt nämlich über die Röhrenhofer Straße. Hauptsächlich nutzen derzeit tatsächlich Fußgänger die Verbindung, beispielsweise beim Spazierengehen oder beim Joggen. Die könnten bei einer Umsetzung der nun angedachten Lösung sogar profitieren. Denn wenn Schulweg und Sportplatzweg auf einen Fuß- oder Radweg zurückgestuft würden, wäre dies optimal für Fußgänger. Weil dann Sportplatzweg und Schulweg genau an der – im Zuge der Maßnahmen geplanten – Fußgängerquerung über die B303 enden würden.
Ein Hauptgrund ist aber natürlich, dass der Grunderwerb für eine verkehrssichere Einmündung, bei der der Schulweg in einem Bogen um die derzeitige Haltestelle herumgezogen und direkt auf die Föllmarstraße geführt würde, wegfiele. Der angesprochene Anlieger sieht diese Maßnahme als überzogen an. Das gleiche gilt sicher auch für den Sportplatzweg, wo eine kostenintensive Überbauung des Schmelzbaches notwendig würde. Zumal diese Maßnahme dann durch die Stadt zu tragen wäre.
Ein weiteres und sicher nicht weniger wichtiges Argument für eine Abstufung wäre somit die verbundene geringere Belastung für das Stadtsäckel, auch wenn noch keine konkreten Zahlen vorliegen.
Dass hingegen eine zügige Entscheidung her muss, lässt sich mit einem weiteren Zusammenhang zusätzlich untermauern. Denn den Eltern ist vergangenes Jahr durch das Straßenbauamt versprochen worden, dass die Haltestelle ausgeleuchtet wird. Von der Stadt Bad Berneck wurde Gleiches auch zugesagt. Auch hier ging bislang nichts voran. E.on hat zwar durch die Stadt Bad Berneck den Auftrag erhalten, für eine Ausleuchtung zu sorgen. Zu einer Umsetzung kam es bislang jedoch nicht, weil die künftige Wegeführung auch direkte Auswirkungen auf die Gestaltung der Beleuchtung hätte. Bei einer sofortigen Umsetzung, für die eine Summe von 18.000 Euro in Gespräch ist, drohen zusätzliche Kosten für eine Anpassung der Beleuchtung, sobald die Gestaltung des Bereichs abgeschlossen ist. Und Bürgermeister Jürgen Zinnert möchte der Stadtkasse diese zusätzliche Ausgabe, er geht von 5.000 bis 6.000 Euro aus, unbedingt ersparen.

An dieser Stelle soll eine  Querungshilfe kommen.

An dieser Stelle soll eine
Querungshilfe kommen.

Anfang August meldete der Stadtanzeiger, dass die Grundstücksverhandlungen ins Stocken geraten waren, nun beschäftigt sich der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung also mit dem Thema. Bürgermeister Jürgen Zinnert möchte möglichst eine Grundsatzentscheidung herbeiführen, ob eine Auflassung und Umstufung von Schulweg und Sportplatzweg ins Auge gefasst werden soll. Ganz eindeutig ist der Sachverhalt indes nicht. Denn während Kosten und Bedeutung der Wege für eine Auflassung sprechen, ist das Thema Feuerschutz ein Argument dagegen. Denn im Sportplatzweg befindet sich auch das Escherlicher Feuerwehrhaus und der Weg wird beim Ausrücken durch die Feuerwehr Escherlich genützt.
Alexander Böhm, ehemaliger 2. Kommandant und Aktiver der Escherlicher Feuerwehr, erklärte, dass mit dem kleineren der beiden Escherlicher Feuerwehrfahrzeuge durchaus über den Sportplatzweg gefahren werde. Zwölf oder 13 Mal im vergangenen Jahr schätzt er aus dem Stegreif. Wobei es sich dabei um Fahrten „ohne Einsatzcharakter“, etwa zum Tanken oder zu offiziellen Terminen handelte. Bei Einsätzen werde, so Vorstand Martin Moritz, jetzt schon, wie es mit dem größeren der beiden Einsatzfahrzeuge eh nur möglich wäre, gemeinsam über die Escherlicher Straße ausgerückt.
Gravierender sei in diesem Zusammenhang, dass die Aktiven aus dem Ortsteil Röhrenhof bei allen Einsätzen zur Anfahrt Richtung Feuerwehrhaus, Schulweg und Sportplatzweg nutzen. Hier ergäben sich dann durchaus Verzögerungen von vier Minuten. Ob diese Verzögerung indes einen Hinderungsgrund für die Auflassung der beiden Wege darstellt, dazu wollte Böhm keine Einschätzung abgeben. Die künftigen Ausrückzeiten müssten berechnet und bewertet werden.
Bleibt also abzuwarten, ob bis zur Sitzung an diesem Donnerstag ausreichende Daten vorgelegt werden können, bzw. ob sich der Stadtrat mit den vorliegenden Fakten zufrieden gibt. Es geht im Stadtrat am heutigen Donnerstag also darum, eine Grundsatzentscheidung pro oder kontra der neuen Lösung zu fällen. Harald Judas


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