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Wie das Kaninchen vor der Schlange

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Langsam sollten sie schrillen, die Alarmglocken beim TSV Bad Berneck. Nach der 0:2-Pleite gegen den TDC Lindau ist die Abstiegszone bedrohlich nahe gerückt. Nur noch drei Punkte trennen die Harreis-Elf vom Relegationsplatz, den derzeit die SG Rugendorf/Losau besetzt – der nächste Gegner des TSV.

 

Sie hatten sich so viel vorgenommen, „endlich einmal einen Großen unserer Liga“ schlagen, hatte sich Spielertrainer Klaus Harreis vor dem Gastspiel seines Ex-Vereins auf die Fahne geschrieben. Herausgekommen ist ein überaus enttäuschender, weil mutloser Auftritt einer klar unterlegenen Bad Bernecker Mannschaft. Wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange, mutete das an, was die in schwarz gewandeten Kurstädter über weite Strecken auf den Rasen brachten.

Dabei hatte es zu Beginn gar nicht einmal schlecht ausgesehen, der TSV machte die spielerische Überlegenheit des TDC mit viel Laufarbeit wett und erarbeitete sich einige brenzlige Strafraumszenen, hatte aber augenscheinlich große Probleme mit der Viererkette der Gäste. Insbesondere die mitaufrückenden Lindauer Außen offenbarten zahlreiche Deckungslücken bei der Heimelf. So stand der TSV tief und versuchte sein Heil mit langen Bällen, zumal die kurzen Abspiele meist nicht an den Mann kamen. Lindau wirkte reifer und versuchte mit geordnetem Spielaufbau zum Erfolg zu kommen. Und so wurde es ein ums andere Mal brandgefährlich vor dem Kasten von Christopher Uhlig. Der Bad Bernecker Rückhalt erwies sich aber diesmal als sicher und hielt seine Elf mit sehenswerten Paraden im Spiel, beispielsweise gegen die durchgebrochenen Böhner (20.) und Weith (26.). Auf der Gegenseite hatte Sean Leistner die große Chance, seine Farben in Führung zu bringen. Nach einem Traumpass von Maximilian Völkl in die Schnittstelle der Lindauer Viererkette startete der Neuzugang einen 40 Meter Alleingang, setzte dann das Leder aber neben den Pfosten des Lindauer Gehäuses.

So begann sich das Blatt zu Gunsten der Gäste zu wenden. Auch weil die Bad Bernecker kurz vor dem Pausentee ihre Schaltzentrale verloren: Maximilian Völkl hatte sich eine Oberschenkelzerrung zugezogen und musste für Pascal Krämer Platz machen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ging nach vorne so gut wie gar nichts mehr. Es schien, als hätte man dem TSV komplett die Luft herausgelassen. Völkl fehlte an allen Ecken und Enden. Und seinen Mannschaftskameraden fortan auch das Selbstvertrauen.

In Halbzeit zwei spielte dann nur noch der Gast, die Harreis-Schützlinge präsentierten sich mut- und kraftlos und liefen gegen die überaus geschickt und routiniert agierenden Lindauer nur hinterher. So fielen die Treffer zwangsläufig. Beim 1:0 durch Müller, ein abgefälschter Schuss aus 20 Metern, stand dem TDC noch das Glück zu Seite, das 2:0 durch Barth, der am langen Pfosten lauerte, dokumentierte dann schon den klaren Klassenunterschied an diesem Tag.

Danach war der Käse gegessen. Der TSV, der viel zu tief stand und im Mittelfeld riesige Lücken offenbarte, schaffte es nicht mehr, sich auch nur eine einzige Torchance herauszuarbeiten. Auf der Gegenseite verhinderte Keeper Uhlig einen noch höheren Rückstand.

 

Fazit des Spiels: Klare Angelegenheit für den Favoriten, wobei der TSV einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Die standen Bad Bernecker nicht kompakt genug und kamen so nicht in die Zweikämpfe. Hinzu kam, dass der TSV spätestens mit dem Ausscheiden von Maximilian Völkl im Spiel nach vorne so gut wie gar nicht mehr stattfand. Hier wurde mehr als deutlich, wie abhängig die Bad Bernecker Elf von ihrer Nummer zehn ist. Letztlich ein enttäuschender Auftritt der Heimelf, die in Keeper Uhlig ihren besten hatte. Neben ihm verdienten sich noch Daniel Resch durch seinen großen läuferischen Einsatz und Michael Back als aufmerksamer Verteidiger eine gute Note.

 


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