Abonnieren: Artikel | Kommentare

Wolfgang Buck begeistert im Alten Kindergarten

0 Eintrag

Der fränkische Dialektsänger Wolfgang Buck war zu Gast im Alten Kindergarten. Dort begeisterte der Pfarrer außer Dienst mit seinem Soloprogramm „Asu wird des nix“ vor ausverkauftem Haus.

Buck ist ein Phänomen. In fränkischen Gefilden ist Buck Kult, kaum ein Dorfwirtshaus oder eine Kulturscheune im Fränkischen gibt es, wo der Barde nicht schon melancholisiert oder auch ordentlich draufgehauen hätte.

Ausverkauftes Haus: Hier verhalten, aber meist gingen die Bad Bernecker Besucher begeistert mit.

Sehr gut aufgelegt war Wolfgang Buck auch, als er im Alten Kindergarten sein neues Programm „Asu wird des nix“ präsentierte und den begeistert mitgehenden Besuchern einmal mehr den Spiegel vorhielt. So befindet er: Deutschland ist zwar wunderschön, für entspannenden Urlaub aber leider völlig ungeeignet. Allerorten lauert schließlich der urdeutsche Hang zur Besserwisserei und Rechthaberei. Wenn einem schon zur Begrüßung beim Einparken ein lautes „Asu wird des nix“ entgegenschallt. Das können keine erquickenden Urlaubstage werden.

Buck zeigte sich als optimistischer Skeptiker, pessimistischer Komödiant und eigenbrötlerischer Menschenfreund. Er hatte dazu fünf Gitarren mitgebracht und legte im allerschönsten fränkischen Dialekt los. Seine Lieder wirken oft fast wie Selbstgespräche eines am Zeitgeist (Ver-)Zweifelnden. Er schilderte Lebenssituationen von der Geburt, über die Kinder- und Schulzeit, erste Liebe und blauer Käfer, Beruf, Erwachsen werden, bis hin zum Tod. Es scheint, als ob es dem melancholischen Moralisten und Menschenfreund mit zunehmendem Alter immer schwerer fällt, seinen Glauben und seinen Optimismus zu bewahren.

Buck ortet interessant und wohlklingend die fränkischen Gefühlslagen, wobei er sich selbst ein klein bisschen in sein Herz hineinschauen lässt. „Des muss ma filma“ beschrieb wie fotoverrückt alle Leute sind, seit es Digitalkameras gibt oder wie sich fränkische „Ratschkattln“ übers dörfliche Geschehen unterhalten.

Ein schwerer Schlag für die Berufsfranken, Dialektdoldies und Heimattümler: „Gehdner bloß haam mit dem Frangn / do gibbds genausu viel Debbm wie wu annersch“. Das ist zumindest die stichhaltige These des gleichnamigen Dialektsongs von Wolfgang Buck, der sich als freundlicher Nestbeschmutzer entpuppt. Wenn er den sorglosen Umgang mit der Schöpfung beklagt, hört sich das so an: „Wenn die Party vorbei is / ham in Koder andre Leid / die aan ham gfressn und ham gsuffn / doch die junga die ham gschbeid“.

Von Klaus Röske


Kommentar dazu schreiben:

Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare zu schreiben.